Archiv der Kategorie: debate

debatten & diskussionen

social media und unternehmen: neu vs. alt oder zusammen?

tja, ende april war es soweit: mein erstes mal. ich meine, dass ich meinen enthusiasmus für das social web anderen vortragen durfte. um es kurz zu machen. ich hielt einen vortrag auf einladung von grey worldwide in düsseldorf. an dieser stelle gilt mein dank den vielen mitarbeitern von grey – insbesondere andre paetzel und sina schillings für ihr engagement vor, während und danach -, die meinem vortrag lauschten und ihn mit neuierde und anschließender diskussion aktiv begleiteten. super 🙂

im vorfeld habe ich mir gedanken gemacht, wie man das via slides am besten hinbekommt. also anderen menschen zu erklären, wo, wie und warum man sich im social web aufhält.

dafür habe ich einfach da angefangen, wo auch ich begann, nämlich beim social web, seinen merkmalen und dem versuch einer definition. es folgen ein versucht der definition und Bedeutung von social media zurzeit. im anschluss stelle ich die frage, ob social media das neue ist und stelle ihnen unternehmen als das alte gegenüber. sprich welche gedanken dort manchmal vorherrschen, wenn das thema auf ein engagement in den social media gelenkt wird. natürlich ist dies eine kleine gezielt spitze, da es inzwischen eine menge großer und kleiner unternehmen gibt, die sich hervorragend den gegebenheiten im social web und mehr noch in den social media angepasst haben. nein, sie leben es.

den höhepunkt bildet die frage, was social media und unternehmen eint. denn mir geht es ja nicht um eine dividierung von unternehmen und social media, sondern vielmehr um ihre zusammenführung. und dafür habe ich menschen gefragt, die nicht nur twittern, die nicht nur unternehemnsbotschafter as its best sind, sondern die zuerst einmal menschen sind und meinen enthusiasmus teilen, die mir schon lange folgen und denen ich schon lange folge – die rede ist von twitter und facebook – und die sich dafür interessieren, was ich denke und umgekehrt. das heißt also, daß ich nicht einfach so ins blaue hinein mein netzwerk befragt habe, sondern mir etwas dabei gedacht habe.

dass die stimmen aus der social media welt dann doch so wunderbar abwechselungsreich und vielfältig wurden, verdanke ich euch, die ihr mir eure meinung gesagt habe. deshalb an dieser stelle ein herzlicher dank an stefan keuchel, matthias schwenk, carmen hillebrand, klaus-dieter knoll, robindro ullah, sachar kriwoj, robert basic, meike leopold, lars basche und volker göbbels.

das versteh ich unter „social media leben“ in einem vor vielschichtigkeit nur so strotzenden social web, wie es sich mir heute darstellt.

so und nun werft einfach mal einen blick auf die slides und scheut euch nicht, mir ein offenes und konstruktives feedback zu geben 😉

About Johannes Lenz

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Umair Haque, das Social Web sind wir!

gestern las ich auf carta den interessanten post-abdruck von umair haque (direktor und autor des havas media lab sowie gründer der bubblegneeration.com) mit dem titel die social-media-blase: nennen wir es beziehungsinflation (im orig. the social media bubble in der harvard business review, 23.10.2010).

ich habe mich dazu entschlossen, diesen nachfolgend kurz zu kommentieren. ich wende mich persönlich an umair. und um es vorwegzunehmen: ich teile seine ansicht nicht. ich bin social web enthusiast!

~

hi umair,

warum, so frage ich dich (und schließe mich ja dem einen oder anderen kommentar in deinem post an) sollte es im social web anders sein als in der real world?

menschen die sich damit brüsten, wie viele freunde sie haben, werden igendwann feststellen, wie sehr sie auf diese zählen können, wenn sie meinen, sie bräuchten sie.

vielleicht steht hinter deiner hypothese lediglich die beobachtung, dass eben die quantität heutzutage oftmals entscheidend sei und nicht die qualität. mag sein, dass dem so ist. es gibt genügend befürworter, die das gegenteil behaupten.

und ehrlich gesagt finde ich die hypothese gar nicht so produrktiv wie manche meinen. ich versuche deshalb, deine punkte dazu mit persönlichen erfahrungen zu widerlegen!

#vertrauen: wenn ich sehe, was ich tue, und wie das social web es aufnimmt und mir darüber etwas zurückgibt, finde ich das wunderbar, weil es mich darin bestärkt, meine lebenseinstellung beizubehalten. was wenn nicht dieses vertrauen sollte menschen dazu bewegen, mir zu helfen, mich zu kritisieren, mir ein feedback zu geben? ich spreche mit meinen followern und freunden und stelle immer wieder fest, dass ich für die einen einfach interessant, informativ oder gehaltvoll bin und für andere eben eine vertrauensperson. es sind nicht alle menschen gleich. wäre ja auch langweilig. und es sind eben nicht nur die interessen, die sich immer wieder überschneiden und man deshalb aufgrund des mehrwertes füreinander zueinander findet!

#entmachtung: genauso argumentierte neulich auf der republica 2010 evgeny morozov. sicherlich nutzen totalitäre systeme die offenheit und transparenz des social web wie auch diejenigen, die solche systeme anprangern und bekämpfen. langfristig bin ich aber der auffassung, werden die systeme vom transparenten informationsfluss in die knie gezwungen, da sie schlicht zu einem potenzierten informationsaustausch fernab des festnetztelefons führen werden. das heißt, auch in ländern wie nordkorea wird das social web zumindest das system aufbrechen und nach und nach die gegenöffentlichkeit ausbilden, von der so oft die sprache ist. ob dies dann die unserer meinung nach richtigen informationen sind oder ob diese mißbraucht werden um das heil der westlichen demokratie zu preisen, weiß ich nicht. aber menschen sind von grund auf mitteilungsbedürftig und wollen kommunizieren (in allen formen) und so werden sie sich nach einer gewissen zeit auch an das neue heranwagen. das system widerum hat davor angst, denn es droht der kontrollverlust. aber langfristig wird es sich verändern aufgrund der externen einflüsse und des engagements der menschen.

#hass: sicherlich. auch ich frage mich manchmal, auf welches niveau sich menschen begeben können, ohne dass sie sich dafür schämen. aber ist das so erstaunlich? und vor allem ist es so kennzeichnend für den aktuellen zustand des social web? nehmen parallel konversationen ab? schaue ich in meine twitter-timeline oder in den facebook-stream sehe ich dies nicht. im gegenteil. und da werde ich nicht alleine sein mit meiner beobachtung. ich meine: wo man negatives sehen will, sieht man es. und kommen wir zu den zeitungen: man darf sich schon anhand vieler rechtschreibfehler heutzutage die frage stellen, ob der gehalt von artikeln in renommierten tageszeitungen nicht erheblich leidet. und inhaltlich könnte man auch fragen, ob die verlage und ihre journalisten mit ihrer von jahrzehntealten ansprüchen gekennzeichneten haltung noch das anregende lesevergnügen bereiten, das frühere generationen genossen. doch all das rechtfertig niveaulosigkeiten nicht und macht sie nicht besser. doch du weißt, daß wir menschen unterschiedlich sind. das zeigt sich einmal mehr bei den useren und lesern von online-zeitungen oder auch in diesem kleinen blog. das sollte vor der überlegung stehen, negativ-kommentare als faktor für ein sich negativ entwickelndes social web zu gebrauchen. wie heißt es so schön: sharing is caring

#ausgrenzung: ein durchaus wichtiger punkt. aber schaue ich mir an, was einige menschen tun, um hier in deutschland das social web, wie es sich derzeit darstellt oder besser im fluss ist, etwa der politik seit einiger zeit nahezubringen, scheint hier doch gerade eine integration im begriff zu sein, wenngleich sie sich nach wie vor am anfang befindet. ich persönlich versuche tagtäglich, menschen von der faszination und vielfalt des social web zu begeistern, zumindest sie ihnen nahezubringen. und ich kenne viele andere, denen es ebenso geht.

#wertschätzung: ich erfahre sie, wenn ich beispielsweise einen post schreibe oder jemandem eine information zukommen lasse, die für ihn wertvoll ist. oder wenn ich helfen kann. gerade letzteres im hinblick auf die gesellschaftliche relevanz von sachverhalten u.a. mit hilfe des social webs und seiner social media kanäle zu kommunizieren und damit einer breiteren öffentlichkeit zur verfügung zu stellen, ist doch wunderbar und steht meines erachtens im mittelpunkt von social media. auch dafür hätte ich beispiele. denn das führt zur wertschätzung durch die von dir als „dünne beziehungen“ kritisierten entwicklung zu immer mehr freunden in der heutigen zeit.

somit ist meine folgerung: im gegensatz zu deiner negativen herangehensweise führt die „freundschaftliche beziehungsinflation via social web“ in der heutigen zeit eben zu einer verstärkten wahrnehmung an der gesellschaftlichen entwicklung des einzelnen, da sie ihm möglichkeiten bietet, die so vor 10 jahren undenkbar waren. das beinhaltet auch und gerade eine bewußte Aufmerksamkeit.

aber: ich gehe bewußt ins social web und dann finde ich was ich suche. und für die suche stehen mir applikationen zur verfügung, die zumeist sogar kostenlos sind…

mensch`, was willst du mehr vom social web? social web, was willst du mehr vom mensch`?

p.s. umair, ich freue mich auf deine antwort, wenn du dafür zeit findest. mich würde es sehr freuen.

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Social Media singt

Abendstund hat Gold im Mund. Nun, die Tage sind lang. Aber, wenn man morgens die Straßen entlang schleicht, hört man ein Triller und fiepen. Fröhlich geht es zur Sache hoch oben neben dem Fußweg. Die Sonne zeigt sich mit einer Vehemenz, dass man unwillkürlich beginnt, zu blinzeln.

Die Vögel sind los, der Lenz ist. Und Veronika. Sie hat sich aufgemacht und ist unterwegs. Sie hat sich ein Pseudonym zugelegt und ist vielerorts gleichzeitig und doch nicht zu greifen. Man spricht über sie und doch scheint es, als wäre sie nur der Stau der Baustelle, der herüber weht und zum Niesen einlädt.

Wo ist sie? Sie ist hier. Versteckt sich hinter den Buchstaben und betrachtet genüsslich den Schreiberling wie den Leser. Mit ihr ist es wie mit Social Media, könnte man manchmal den Eindruck haben: Sie sind da und dann doch wieder nicht.

State of the Social Media Art – 3 ausgewählte Beiträge & 3mal Fazit:

Andreas Wollin hat in seinem Beitrag „Der Versuch, die Figur (!) „Don Alphonso“ zu verstehen“ die Debatte um die Artikel von Don Alphonso aufgenommen und versucht seine fiktiv-künstlerische Figur auszuleuchten sowie die Diskussion, die darum entbrannt ist.

„Fazit:  Man muss Don Alphonso als Figur verstehen, die eben einen gewissen Ansatz verfolgt, die nicht auf Gesprächsbereitschaft gründet und nicht zum Diskutieren einlädt, die nicht auf Gespräche setzt  -und dabei leider mitunter Grenzen überschreitet, was nicht sein sollte. Das ist so – oder um es mit Don Alphonsos Worten zu sagen: „Ende!“.

Zuvor hatte Robert Basic in einem Beitrag zur Debatte die Frage gestellt: „zittern jetzt alle Social Media Berater

„Sind nun SM Berater per se doof und haben nix auf dem Kasten? Übliche Antwort: Das kommt darauf an, wer wie gut ist. Erweiterte Antwort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Berater ist. Für eines ist er meistens immer gut: Er verkürzt die Zeit, Unternehmen etwas Neues aufzuzeigen, was Bares wert ist. Was die Unternehmen damit inhouse anstellen, hängt von den Machern intern ab, wie lernfähig und gut diese sind. Daran ändert weder ein DonA noch ein SM Berater nix. Also schon wieder Kosten? Sorry, dass Betriebswirtschaft so langweilig ist:)

Für eins war Don Alphonsos Beitrag für mich persönlich gut: Er ist anregend, knackig geschrieben und hat im besten Sinne amüsiert.“

Dazwischen hat Klaus-Dieter Knoll in seinem Beitrag „reBlog Soziale Netzwerke: Die Schelmexperten des sozialen Internets – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET“ zur Debatte Stellung genommen.

„Trotz alledem glaube ich an das Gute, das die Veränderungen durch Social Media mit sich bringen werden. Und das sind gestärkte (Kunden-)Beziehungen. Es geht die ganze Zeit überhaupt nicht mehr primär ums Geld, sondern um Beziehungen; das bedeutet das *Social* in Social Media. Dass diese Beziehungen zu sich selbst organisierenden, arbeits- und lebensfähigen Netzwerken führen, was sich für deren Mitglieder letztlich auch auszahlen wird, steht für mich außer Frage.

Ansonsten: ein in Gänze lesenswerter Beitrag von Don Alphonso, auch wenn er wieder einmal in den Grundtenor der FAZ passt, dass das ganze Internet ein einziger Mist ist. – Die Angst der FAZ vor dieser neuen Technologie muss schon unheimlich tief sitzen; pathologisch – würden Seelenklempner sagen ;)“

Und vor dieser Debatte fand sie noch auf einer anderen Ebene statt, nämlich der des Dialogs, die Mirko Lange mit seinem Beitrag „Social Media Myth Buster: Es braucht keinen “Dialog” für erfolgreiche Social Media“ angestoßen hat.

„Um es kurz und knapp zu sagen: Man muss selbst keinen Dialog führen. Es reicht, über die richtigen Themen zu sprechen.  Das erreicht man, indem man zuhört und die Themen entwickelt, welche die Dialoggruppen interessieren, idealerweise bewegen. Diese Themen kann man dann “über Social Media” kommunizieren – und das meint vor allem Social Media als Kanal [sic!]. Und wenn es richtig gut läuft, dann führen die Menschen den Dialog dann ganz von alleine. Denn das ist das Schöne an Social Media – überall ist die technische Möglichkeit für Dialog vorhanden. Aber es steht nirgends geschrieben, dass das Unternehmen selbst an der Debatte teilnehmen muss. Man kann es gerne tun. Und es ist auch höflich, wenn man direkt angesprochen wird. Aber direkter Dialog ist weder Pflicht, noch Voraussetzung für gute (Social-Media-) Kommunikation.“ [Bitte beachten, dass im Original Post im Anschluss an diesen Absatz Ergänzungen eingefügt wurden]

Tja und wo führen uns diese geballten Gedanken hin? Das werden wir sehen. Aber eines steht fest: SocialMedia singt, weil

– die Menschen sich nach und nach damit befassen, ob privat oder beruflich

– die Menschen darüber diskutieren, debattieren und sich argumentativ im besten Sinne streiten

– die Menschen Ideen haben, kleine Applikationen zur weiteren Vernetzung entwickeln

– die Menschen das Soziale entdecken, das Social Web annehmen und sich austauschen

– die Menschen Unternehmen leben, diese voranbringen und sich mit ihnen identifizieren

– die Menschen mit Marken anders umgehen, als noch vor einigen Jahren

– die Menschen bloggen und mit ihren Gedanken nach Lösungen suchen, Social Media zu fassen

Ergo: Austausch, Dialog, Debattieren, Vernetzung, Unternehmen, Menschen, Marken, Gedanken

Jetzt habe ich Stichwörter, mit denen ich Veronika a.k.a Social Media greifen kann. Und lausche dem Piepmatz, der mich oben in den Bäumen die Straße entlang begleitet und ein gar altes Liedlein zwitschert… Nur für mich? Nein, für alle.

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