der langmut der jungen generation in europa

never stop dreaming by @kaitofu

„und die antwort, die ich ihr geben konnte, war, dass die staats- und regierungschefs der europäischen union für die nächsten sieben jahre sechs milliarden euro für die bekämpfung der jugendarbeitslosigkeit im eu-haushalt zur verfügung stellen wollen. ich wiederhole die zahlen noch mal: 700 milliarden sind garantien für das bankensicherungssystem, sechs milliarden für die bekämpfung der jugendarbeitslosigkeit, das ist weniger als ein prozent. ich will es mal so zusammenfassen: wenn wir nicht begreifen, dass unsere junge generation mindestens so systemrelevant ist wie banken, dann weiß ich nicht, wie lange dieser langmut noch anhält.“

was bedeutet das? ist das schierer populismus in einem morgendlichen deutschlandfunk-interview des präsidenten des europäischen parlamentes, martin schulz, weil es sich womöglich um verschiedene sachverhalte handelt, nämlich bei den banken und ihrer rettung eine pflicht durch die mitgliedsläder der eu vorliegt, bei der jugendarbeitslosigkeit dies aber nicht unmittelbar der fall ist?

ehrlich gesagt ist mir das so was von wurscht.

ich habe studiert. zwei diplome mit ordentlichen abschlussnoten. während des studiums habe ich relevante praktika absolviert. in einem satz: ich dachte, ich wäre für den arbeitsmarkt in meinem bereich bestens aufgestellt, inkl. vitamin b und was es nicht alles braucht, um den einstieg in die berufswelt zu schaffen.

und, was war: pustekuchen. ich schrieb bewerbungen en masse und musste über ein halbes jahr lang kämpfen und eine wirklich harte zeit überstehen, aus welcher ich mit einem praktikum und einem anschließenden volontariat herauskam. und eben nicht mit einem normalen einstiegsjob.

wenn ich dann höre und lese, wie dieser junge spanische raumfahrtingenieur kämpfen muss, der vor dem interview in einem beitrag beschrieben wurde, dann möchte ich am liebsten so laut schreien, dass es die ganze welt hört!

„in spanien liegt die arbeitslosenquote der jungen menschen bei 55 prozent, in italien bei 40 und in griechenland liegt der anteil erwerbloser jugendlicher bei unfassbaren 70 prozent.“

die gleichen berufspolitiker, die uns immer wieder erzählen, wie wichtig die nachfolgenden generationen und ihre fähigkeiten und qualifikationen für die zukunft unserer wissensgesellschaften sind, scheinen nicht in der lage zu sein, einen ausweg aus dieser misere zu finden.

warum?

(bildquelle: made by instagram user kaitofu)

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