incredible: neue blogger arbeiten auch

übrigens: mein Name ist johannes lenz. ich bin volontär für unternehmenskommunikation und online marketing bei der alma mater gmbh, einer stuttgarter personalvermittlung und karriereberatung für akademische nachwuchskräfte. seit Juni 2008 arbeite ich dort und bin verantwortlich für die online-redaktion und die pr.

im rahmen meiner arbeit nahm ich ende 2008 an der von prof. thomas pleil organisierten konferenz zur zukunft der online pr 2008 der fachhochschule darmstadt-dieburg teil. und diese bringt mich zu einem lieblingsthema von mir: twitter. denn dort schrieben bzw. twitterten alle teilnehmer auf einer twitterwall live über das geschehen. und ich als alter ego von almameise war mittendrin…

inzwischen twittere ich längst auch unter johanneslenz, entwickele via freelenzer und johanneslenz.posterous erste blogaktivitäten und spezialisiere mich immer mehr im bereich unternehmenskommunikation / pr auf social media, um mich darin ab april 2010 neuen beruflichen herausforderungen zu stellen. und das mit enthusiasmus, weil die art des dialogs bei twitter & co. mich sehr fasziniert.

neuer blogger arbeitstag

8:25 Wecker klingelt und ich verdamme ihn. bringt aber nichts. er klingelt weiter.

9:30 stapfe als letzter ins büro und schalte „ghosts“ radar ein. power station fährt hoch. erklärung: hauptinstrument meines tuns ist der pc. und ich werde ghost genannt. fragen nach dem grund kann ich nicht beantworten. unternehmensgeheimnis.

10:30: inzwischen ist die lage sondiert. was heißt das? Mails gecheckt (bin für die eigene und den pr zugang verantwortlich), habe social profiles für almameise angeschaltet und weiß, welche themen in bewerber-, recruiter- und personalmarketingzirkeln besprochen werden. lage ist sondiert. plan, was zu tun ist, steht für den tag, meistens winkt mir outlook schon zu und zeigt, was am tag so ansteht, ob reminder mit terminen am start sind oder regeltermine eingehalten werden müssen.

10:30-13:30: Zeit des Tuns. ich habe schon mit Partnern der Webseite Kontakt aufgenommen, um Regeltermine abzuarbeiten (wann muß content geliefert werden, wie ist der Stand, was gibts Neues usw., Besprechungen wegen Online-Kooperationen, erste Aktualisierungen der Homepage, Newsletter begonnen, Absprachen mit Chef zu Ideen & Korrekturen auf Webseite, was sagt Xing, auf Zuruf schnelle Aufträge begonnen, konzeptionell Texte weitergesponnen und geschrieben oder terminiert usw.)

13:30 bepackt meistens mit papier gehts zur nahen bäckerei auf der jagd nach einem käsebrötchen. während dieses gefangen wird, werden ausgwählte artikel rund um die themenbereich online pr, social web oder corporate communications verschlungen.

14:00 auf zur 2. halbzeit, in der es meistens ordentlich zugeht. ein doppelter expresso macchiato hilft, nicht ins fresskoma zu verfallen, sondern weiterhin aufmerksam zu schreiben, microzubloggen, zu facebooken…

15:00 hatten gerade monatsmeeting. chef meinte, ich könnte endlich mal den traffic rank der webseite steigern. frage ihn wie. er: „mach was mit dem internet, ghost“. ich entgegne: ich zieh es ab. er schmunzelt. im ernst: der job bringt es mit sich, an vielen fronten präsent zu sein. in online pr portalen zum beispiel. sind kostenlos und bieten webseitenbetreibern hervorragende möglickeiten, aufmerksamkeit und sichtbarkeit bei journalisten zu generieren. wie das: nun, sie werden von diesen gecheckt und zudem sind sie in den suchmaschienen ordentlich gerankt – meint, daß man die eigenen pressemitteilungen in den vorderen ergebnissen der suchanfrage findet -. einige lassen auch backlinks zu, womit man schon mal nen punkt gemacht hat. pressemitteilungen schweben demnach, sind sie zudem mit entsprechenden keywords versehen, eine gewisse zeit lang oben in den relevanten suchmachinenergebnisssen. bei alma mater kommt es immer häufiger vor, daß journalisten unter anderem deshalb anrufen und äußern, dass sie via internet auf uns aufmerksam wurden.

16:30 inzwischen war ich auch mehrfach bei crossing, wie man xing inzwischen nennt. dort kann man auch pr betreiben und nicht nur mit der statusmeldung, wenn man premium-mitglied ist, sondern etwa mit ankündigungen in zielgruppengerechten gruppen und deren unterforen. kommt natürlich wesentlich auf das profilfoto und den titel des eingestellten artikels an. manchmal könnte man meinen, der schein beherrscht das sein. aber trommeln will eben gelernt sein. ist die gruppe etwa offen und für suchmaschinen einlesbar, taucht der artikel auch dort auf. alles hängt mit allem zusammen. neben dem hamburger business netzwerk gibt es ja auch noch den weltweit aktiven counterpart linkedin sowie die social networks, zu denen ich an dieser stelle auch twitter zähle, auch wenn biz stone, mitbegründer, sein baby gar nicht als solches begreift. und dort kann man natürlich auch pr machen. manche machen dort unverfroren gute pr, andere das gegenteil. letztlich ist dies – einige hegen nun wohl zweifel – aber absolut ok. denn: bei twitter geht es darum, dass man seinen followern mehrwert bietet, weil sonst das interesse gering bleibt. gerade dieser tage heute twitterten viele, der zwitscherdienst entwickele sich aufgrund der vermeintlich geringen zahl aktiver nutzer zum informationsnetzwerk und damit weg vom social network. da frage ich mich doch, ob es überhaupt eines war und inwiefern die (emotionale) bindung zwischen usern darüber entscheidet, was das netzwerk nun eigentlich darstellt. aber egal.

18:00 Der Arbeitstag neigt sich dem ende. der chef ist auf der suche nach verwertbaren süßwaren in form von schokolade oder plätzchen. muß ihn auf nachfrage enttäuschen. und meinen apfel will er nicht. da könne er ja auch gleich in den tisch beißen. naja, macht er ja doch nicht. das büro lehrt sich und eigentlich ist jetzt ne gute zeit, um vielleicht noch das eine oder andere zu schreiben. beispielsweise nen kleinen post auf dem gehaelterblog, einer informationssammlung rund um das thema gehalt. oder aber noch aktualisierungen auf der webseite vornehmen, die am vormittag nicht geschafft wurden – banner einbauen, verlinkungen aktualisierungen usw. – was ich auch gerne mache, ist die pressemitteilungen in den bereich öffentlichkeit und presse stellen. dort lege ich auch die links in form der titel der erwähnungen von alma mater im Internet an. ist schon was zusammengekommen in den letzten anderthalb jahren, gerade und vor allem auch über die online partner, die ich für alma mater gewinnen konnte. jetzt krabbelt dann auch almameise in den feierabend. sie ist aus der online-kommunikation nicht mehr wegzudenken und es war schon ne gute sache, daß ich ihr twitter damals gezeigt habe, denn sie bringt traffic auf die webseite, hält kontakt zu bewerbern, recruiting experten und personalmarketing experten von großen & kleinen unternehmen. mit ihren tweets betreibt sie im grunde nichts anderes als pr für alma mater. inzwischen ist sie etabliert und schon recht erwachsen geworden. der schalck sitz ihr aber noch immer im nacken…

19:00 meist wird es ja doch später als man sich vorgenommen hat, auch wenn man schon längst alles zusammengepackt ist. liegt dann zumeist daran, dass noch nicht alles abgearbeitet ist oder einfach der nächste tag getimet werden muss. gedanken zu terminen mit journalisten notieren, die schließlich überzeugt werden sollen, daß sie bei und mit alma mater ne story bekommen, die ansprechend, aktuell und möglichst unique ist. und natürlich muss man seriös sein. aber die gespräche waren und sind zumeist wirklich interessant, weil man immer wieder etwas lernt. etwa über das dasein von freien mitarbeitern, die es wahrlich nicht leicht haben, mit ihren stories bei redaktionen zu landen, geschweige denn damit geld zu verdienen. gibt ausnahmen, aber viele müssen kämpfen. meist geht es dann auch für mich zwischen 18:30 und 19:30 in den feierabend. zwischenzeilich wird es auch mal später.

alles in allem ist der job sehr vielfältig von seiner aufgabenstruktur her, denn neben der pr kommt auch das marketing mit newslettern und anderen texten ins spiel. klar, manchmal sieht man den wald vor lauter bäumen nicht, aber aufgeben ist nicht. außerdem kommt man mit einem plan ganz gut voran. so ist jeder tag anders als der vorherige. so wie die pressemitteilungen, die tweets, die artikel, die newsletter usw. wenn man dann noch die freiheit hat, eigeninitiativ zu arbeiten, konzepte zu entwickeln, sich auszuprobieren, dann ist das schon ziemlich cool für einen volontär.

good night & good luck!

p.s.: dieser text entstand im rahmen des projektes „a day in the life of pr folks„, initiiert von prof. thomas pleil, und steht allen interessierten zur teilnahme offen. einizge bedingung: wer sich anmeldet, macht in pr 😉

Social Media singt

Abendstund hat Gold im Mund. Nun, die Tage sind lang. Aber, wenn man morgens die Straßen entlang schleicht, hört man ein Triller und fiepen. Fröhlich geht es zur Sache hoch oben neben dem Fußweg. Die Sonne zeigt sich mit einer Vehemenz, dass man unwillkürlich beginnt, zu blinzeln.

Die Vögel sind los, der Lenz ist. Und Veronika. Sie hat sich aufgemacht und ist unterwegs. Sie hat sich ein Pseudonym zugelegt und ist vielerorts gleichzeitig und doch nicht zu greifen. Man spricht über sie und doch scheint es, als wäre sie nur der Stau der Baustelle, der herüber weht und zum Niesen einlädt.

Wo ist sie? Sie ist hier. Versteckt sich hinter den Buchstaben und betrachtet genüsslich den Schreiberling wie den Leser. Mit ihr ist es wie mit Social Media, könnte man manchmal den Eindruck haben: Sie sind da und dann doch wieder nicht.

State of the Social Media Art – 3 ausgewählte Beiträge & 3mal Fazit:

Andreas Wollin hat in seinem Beitrag „Der Versuch, die Figur (!) „Don Alphonso“ zu verstehen“ die Debatte um die Artikel von Don Alphonso aufgenommen und versucht seine fiktiv-künstlerische Figur auszuleuchten sowie die Diskussion, die darum entbrannt ist.

„Fazit:  Man muss Don Alphonso als Figur verstehen, die eben einen gewissen Ansatz verfolgt, die nicht auf Gesprächsbereitschaft gründet und nicht zum Diskutieren einlädt, die nicht auf Gespräche setzt  -und dabei leider mitunter Grenzen überschreitet, was nicht sein sollte. Das ist so – oder um es mit Don Alphonsos Worten zu sagen: „Ende!“.

Zuvor hatte Robert Basic in einem Beitrag zur Debatte die Frage gestellt: „zittern jetzt alle Social Media Berater

„Sind nun SM Berater per se doof und haben nix auf dem Kasten? Übliche Antwort: Das kommt darauf an, wer wie gut ist. Erweiterte Antwort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Berater ist. Für eines ist er meistens immer gut: Er verkürzt die Zeit, Unternehmen etwas Neues aufzuzeigen, was Bares wert ist. Was die Unternehmen damit inhouse anstellen, hängt von den Machern intern ab, wie lernfähig und gut diese sind. Daran ändert weder ein DonA noch ein SM Berater nix. Also schon wieder Kosten? Sorry, dass Betriebswirtschaft so langweilig ist:)

Für eins war Don Alphonsos Beitrag für mich persönlich gut: Er ist anregend, knackig geschrieben und hat im besten Sinne amüsiert.“

Dazwischen hat Klaus-Dieter Knoll in seinem Beitrag „reBlog Soziale Netzwerke: Die Schelmexperten des sozialen Internets – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET“ zur Debatte Stellung genommen.

„Trotz alledem glaube ich an das Gute, das die Veränderungen durch Social Media mit sich bringen werden. Und das sind gestärkte (Kunden-)Beziehungen. Es geht die ganze Zeit überhaupt nicht mehr primär ums Geld, sondern um Beziehungen; das bedeutet das *Social* in Social Media. Dass diese Beziehungen zu sich selbst organisierenden, arbeits- und lebensfähigen Netzwerken führen, was sich für deren Mitglieder letztlich auch auszahlen wird, steht für mich außer Frage.

Ansonsten: ein in Gänze lesenswerter Beitrag von Don Alphonso, auch wenn er wieder einmal in den Grundtenor der FAZ passt, dass das ganze Internet ein einziger Mist ist. – Die Angst der FAZ vor dieser neuen Technologie muss schon unheimlich tief sitzen; pathologisch – würden Seelenklempner sagen ;)“

Und vor dieser Debatte fand sie noch auf einer anderen Ebene statt, nämlich der des Dialogs, die Mirko Lange mit seinem Beitrag „Social Media Myth Buster: Es braucht keinen “Dialog” für erfolgreiche Social Media“ angestoßen hat.

„Um es kurz und knapp zu sagen: Man muss selbst keinen Dialog führen. Es reicht, über die richtigen Themen zu sprechen.  Das erreicht man, indem man zuhört und die Themen entwickelt, welche die Dialoggruppen interessieren, idealerweise bewegen. Diese Themen kann man dann “über Social Media” kommunizieren – und das meint vor allem Social Media als Kanal [sic!]. Und wenn es richtig gut läuft, dann führen die Menschen den Dialog dann ganz von alleine. Denn das ist das Schöne an Social Media – überall ist die technische Möglichkeit für Dialog vorhanden. Aber es steht nirgends geschrieben, dass das Unternehmen selbst an der Debatte teilnehmen muss. Man kann es gerne tun. Und es ist auch höflich, wenn man direkt angesprochen wird. Aber direkter Dialog ist weder Pflicht, noch Voraussetzung für gute (Social-Media-) Kommunikation.“ [Bitte beachten, dass im Original Post im Anschluss an diesen Absatz Ergänzungen eingefügt wurden]

Tja und wo führen uns diese geballten Gedanken hin? Das werden wir sehen. Aber eines steht fest: SocialMedia singt, weil

– die Menschen sich nach und nach damit befassen, ob privat oder beruflich

– die Menschen darüber diskutieren, debattieren und sich argumentativ im besten Sinne streiten

– die Menschen Ideen haben, kleine Applikationen zur weiteren Vernetzung entwickeln

– die Menschen das Soziale entdecken, das Social Web annehmen und sich austauschen

– die Menschen Unternehmen leben, diese voranbringen und sich mit ihnen identifizieren

– die Menschen mit Marken anders umgehen, als noch vor einigen Jahren

– die Menschen bloggen und mit ihren Gedanken nach Lösungen suchen, Social Media zu fassen

Ergo: Austausch, Dialog, Debattieren, Vernetzung, Unternehmen, Menschen, Marken, Gedanken

Jetzt habe ich Stichwörter, mit denen ich Veronika a.k.a Social Media greifen kann. Und lausche dem Piepmatz, der mich oben in den Bäumen die Straße entlang begleitet und ein gar altes Liedlein zwitschert… Nur für mich? Nein, für alle.

Alltag eines neuen Blogger

Aller guten Dinge sind derer drei. Also greife ich in die Tasten, nicht um zu twittern, sondern um zu bloggen. Der letzte Post und die Reaktionen daruf haben mich darin bestärkt, diesen eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Zwar frage ich mich noch immer, ob ich für Posterous eigentlich den Begriff „Bloggen“ so verwenden kann/darf/will, wie es http:www.twitter.com/robgreen http://www.twitter.com/sachark, http://www.twitter.com/saschalobo, http://www.twitter.com/codeispoetry, http://www.twitter.com/talkabout oder http://www.twitter.com/klauseck tun. Aber im Gegensatz zu den „A-Bloggern“, wie es landläufig heißt, mache ich dies erst seit kurzem und bin damit ein „neuer Blogger“, ein „Greenhorn“ eben. Und dem gesteht man ja dann doch hoffentlich ein wenig zu…

Aber die fünf haben mit mir doch auch Dinge gemein. Jetzt wird der eine oder andere sich fragen, was das wohl in aller Welt sein wird. Es ist simpel: Wenn man sich mit seinen mehr als vier Buchstaben vor versammelter (Netz-) Welt so präsentiert, dann muß man zumindest eine kleine aber feine Ausprägung der Selbstliebe in sich tragen.

Damit komme ich zu einem Punkt, den der „Social Media Realist“ Uwe Knaus aufgegriffen hat, wenn er bloggt: „Die Digitale Avantgarde kann einen gewissen Hang zum Narzissmus nicht verleugnen und wird deswegen weiterhin versuchen im Mittelpunkt zu stehen, bis das „Ich“ erste Erschöpfungserscheinungen aufweist.“ Ich schätze, dass er sich da nicht ausnimmt.

Ich aber könnte jetzt anfangen und entgegensetzen: Warum werdet Ihr gerade müde, wenn ich aufstehe? Und vor allem: Ist das eine richtige Zustandsbeschreibung dessen was wir Tag für Tag in unseren Netzwerken hören, lesen oder artikulieren? Mit geht es jetzt nicht um Avantgarde und Mediennutzungskompetenz. Vielmehr will ich darauf hinaus, dass die Selbstliebe den Blick nach außen öffnet und Aufmerksamkeit möchte. In diesen karnevallistischen Tagen könnte man auch sagen: Wolle mer se rauslassen und uffange? Ja ich will!

aufmerksamkeit

Ich habe bei Kerstin Hoffmann gelesen, dass „Aufmerksamkeit die Währung des Social Web ist.“ Und da gebe ich Ihr völlig recht. Denn: Wer durch das Social Web saust, auf vielen Profilen zuhause ist, der ist virtuell präsent, schaltet sich oftmals in Diskussionen ein und postet Beiträge. Dieser Mensch will Aufmerksamkeit, weil ihn seine Selbstliebe dazu treibt…naja, das wäre jetzt arg einfach und würde vielen Menschen und ihrer Leistung – ich schreibe das für alle, ob Blogger, Twitterati oder Buzzer in Bezug auf die Kompetenz für Kommunikation – nicht gerecht.

Aber es ist was dran, stelle ich selbst fest, wenn ich lese, das http://www.twitter.com/sachark neulich zu bester Mittagszeit twittert: „@JohannesLenz ist ein gutes Beispiel, wie man sich im Social Web innerhalb kürzester Zeit einen Namen macht http://post.ly/N2VZ“ Das hat mich wirklich sehr gefreut. Und was hat es bei mir erzeugt? Das will ich schreiben: Ein ehrliches und aufrichtiges Yeah! Warum?

Erstens, weil meine Leistung honoriert wurde, so wie das gelegentlich am FollowFriday auf Twitter der Fall ist oder in Bezug auf meine beiden vorherigen Posts bei Posterous der Fall war. Das ist es wonach man sich doch auch sehnt, dass man ein feedback bekommt. Ein klares und offenes Feedback, egal ob Kritik oder Lob. Anteilnahme am Anderen nenne ich das.

Tja und damit kommt zweitens dann auch ein wenig die Selbstliebe ins Spiel und eben jene Aufmerksamkeit, die man sucht und deren Gewicht zumindest nicht von der Hand zu weisen ist. Mir fällt da nämlich gerade ein, dass daraus reale Follower resultieren können, wie es bei http://www.twitter.com/sachark neulich der Fall war, der von http://www.twitter.com/saschalobo auf Twitter empfohlen wurde. U.a. Jens Nordmann nennt das den „SaschaLobo-Effekt“. Sachar fragte darufhin seine Leser auf seinem Blog: „Wie viel ist ein @saschalobo-tweet wert?

Ich würde ja Neugierde als Währung einführen, aber dann hätten wir ratzfatz eine Inflation im Social Web…

Um den Punkt Aufmerksamkeit abzuschließen: Hinzu gesellt sich natürlich auch der Grad der Vernetzung des Einzelnen, online wie offline. Denn er führt zur Interaktion mit Anderen, zum anderen Menschen, zu anderem Wissen, einfach: zum Lernen von Anderen.

dialog & social media

Einen kräftigen Denkanstoß hat mir http://www.twitter.com/talkabout aka Mirko Lange diese Woche versetzt. Warum? Nun, weil er die These vertritt: „Es braucht keinen Dialog für erfolgreiche Social Media“. Rums, das hat gesessen, wie man auf Twitter, Buzz, Facebook oder einfach in seinem Blog lesen konnte.

Kann er die These unterfüttern? Jepp. Beispiele gibt es ja viele, sagen wir mal für Twitter etwa die http://www.twitter.com/lufthansa_de oder http://www.twitter.com/dieternuhr – bei beiden kommt kein Dialog zustande, den wir als „A sagt etwas, B antwortet“ bezeichnen könnten. Und trotzdem oder gerade deshalb sind beide erfolgreich, gemessen an ihrer Markenpopularität oder ihrer Followerzahl, auch wenn ich Letzteres als Faktor zur Gewichtung nach wie vor ablehne.

Warum klappts trotzdem? Beide können wohl kaum sämtliche Anfragen und ich meine hier nur Twitter, mir nichts dir nichts replien (beantworten). Also sieht es erstmal nach One-Way-Communication aus. Es ist also erstmal nix mit dem direkten Dialog. Aber es gibt indirekten Dialog. Gut zu beobachten auch auf beliebigen Facebook Fanpages, auf welchen die Betreiber immer wieder mal etwas posten. So ist es eben auch bei den beiden genannten Beispielen. Nur das die Lufthansa ihre Kunden mit allem rund ums Fliegen versorgt. Darüber spricht man dann ja auch untereinander, unter den Fans und Followern. Nur der Kranich hält sich zurück, hat aber kommunikationspolitisch trotzdem den Dialog gezielt initiiert.

So habe ich das verstanden. Es sind im Grunde zwei Seiten einer Medaille. Und hier setzte bei mir dann auch das Gehirn ein, denn auf Basis dieser These nutzt das Unternehmen Social Media als indirekten Dialog-Kanal, denn der direkte Dialog Anspruch „ist einfach nicht skalierbar“, wie Mirko fortfährt. An diesem Punkt gebe ich zwei Aspekte zu bedenken:

Erstens kommt es meiner Meinung nach bei der Skalierbarkeit auf Größe und Bekanntheit der Marke und des Unternehmens an. Kleine Unternehmen sollten durchaus den direkten Dialog-Anspruch umsetzen, weil sie oftmals keine treibende Marke hinter sich haben, wenn sie mit Twitter&Co. beginnen und mehr auf persönliche Integrität und Authentizität setzen müssen.

Zweitens weiß ich jetzt auch, warum mich das Keyword Social Media nicht besonders reizt im Zusammenhang mit dem, was ich hier gerade mache. Ich schreibe und bewege mich im Social Web und nutze dafür einen Social Media Kanal namens Posterous. Oder etwa nicht? Das ist etwas, was ich als realistische und sachlich richtige Einschätzung halte und vor allem die Begrifflichkeiten mal zurecht rückt. Für mich ist das Social Web die Summe der einzelnen Teile, den Social Media Kanälen.

Schließlich hat der Post von Mirko einen zweiten Synapsenanlasser bei mir gezündet: Social Media muß nichts mit social/sozial zu tun haben. Und zwar in dem Sinne dass man zwischen persönlicher und unternehmerischer Social Media unterscheiden sollte. Und ich glaube zu wissen, dass man das auch hören und lesen kann, wenn man so durch Facebook oder Twitter saust. Gut, wenn man der Alter Ego von http://www.twitter.com/almameise ist, dann wohl nicht 🙂 aber ich könnte mir vorstellen, dass sich der Unterschied bei großen Social Meda Marken und dem Einzelnen unter Euch feststellen ließe.

Das heiß in der Konsequenz, dass ich mich selbst revidiere und für eine stärkere Trennung der Begrifflichkeiten eintrete, weil es vielleicht auch das Problem löst, an dem viele von uns tagtäglich knabbern, wenn sie erklären wollen/müssen, was sie da die ganze Zeit so Wichtiges im Computer tun. Nur Social Media sagen hört sich zunächst doll an, ist aber hohl. Wenn ich es besser erklären kann, interessiert es vielleicht auch Menschen, die bisher eher mit einem Gefühl der Angst dem Social Web und den Social Media im Speziellen entgegentraten. An dieser Stelle gilt ein Dank an http://twitter.com/paetzel für seine Auffassung vor ein paar Minuten.

So, nach diesem „Social Media Rundumschlag“, wie http://twitter.com/tobiashurrle es in einem Kommentar auf meinen Jungfern-Post Brands, Social Media & Experiences scherzhaft formulierte, beschließe ich diesen mit folgendem Mirko und den Kommentaren seines Posts geschuldeten Ausspruchs, den ich allen Lesern ans Social Web Herz legen möchte:

Jeder darf, alles kann, aber muß nicht.

Und morgen wird die Stimme wieder wie auch in den letzten Wochen zu mir sagen: „War spät gestern“.

p.s.: Ich hoffe, daß ich alle Artikel und Personen entsprechend zitiert habe. Sollte dies nicht der Fall sein, korrigiere ich gerne.

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