Social Media singt

Abendstund hat Gold im Mund. Nun, die Tage sind lang. Aber, wenn man morgens die Straßen entlang schleicht, hört man ein Triller und fiepen. Fröhlich geht es zur Sache hoch oben neben dem Fußweg. Die Sonne zeigt sich mit einer Vehemenz, dass man unwillkürlich beginnt, zu blinzeln.

Die Vögel sind los, der Lenz ist. Und Veronika. Sie hat sich aufgemacht und ist unterwegs. Sie hat sich ein Pseudonym zugelegt und ist vielerorts gleichzeitig und doch nicht zu greifen. Man spricht über sie und doch scheint es, als wäre sie nur der Stau der Baustelle, der herüber weht und zum Niesen einlädt.

Wo ist sie? Sie ist hier. Versteckt sich hinter den Buchstaben und betrachtet genüsslich den Schreiberling wie den Leser. Mit ihr ist es wie mit Social Media, könnte man manchmal den Eindruck haben: Sie sind da und dann doch wieder nicht.

State of the Social Media Art – 3 ausgewählte Beiträge & 3mal Fazit:

Andreas Wollin hat in seinem Beitrag „Der Versuch, die Figur (!) „Don Alphonso“ zu verstehen“ die Debatte um die Artikel von Don Alphonso aufgenommen und versucht seine fiktiv-künstlerische Figur auszuleuchten sowie die Diskussion, die darum entbrannt ist.

„Fazit:  Man muss Don Alphonso als Figur verstehen, die eben einen gewissen Ansatz verfolgt, die nicht auf Gesprächsbereitschaft gründet und nicht zum Diskutieren einlädt, die nicht auf Gespräche setzt  -und dabei leider mitunter Grenzen überschreitet, was nicht sein sollte. Das ist so – oder um es mit Don Alphonsos Worten zu sagen: „Ende!“.

Zuvor hatte Robert Basic in einem Beitrag zur Debatte die Frage gestellt: „zittern jetzt alle Social Media Berater

„Sind nun SM Berater per se doof und haben nix auf dem Kasten? Übliche Antwort: Das kommt darauf an, wer wie gut ist. Erweiterte Antwort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Berater ist. Für eines ist er meistens immer gut: Er verkürzt die Zeit, Unternehmen etwas Neues aufzuzeigen, was Bares wert ist. Was die Unternehmen damit inhouse anstellen, hängt von den Machern intern ab, wie lernfähig und gut diese sind. Daran ändert weder ein DonA noch ein SM Berater nix. Also schon wieder Kosten? Sorry, dass Betriebswirtschaft so langweilig ist:)

Für eins war Don Alphonsos Beitrag für mich persönlich gut: Er ist anregend, knackig geschrieben und hat im besten Sinne amüsiert.“

Dazwischen hat Klaus-Dieter Knoll in seinem Beitrag „reBlog Soziale Netzwerke: Die Schelmexperten des sozialen Internets – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET“ zur Debatte Stellung genommen.

„Trotz alledem glaube ich an das Gute, das die Veränderungen durch Social Media mit sich bringen werden. Und das sind gestärkte (Kunden-)Beziehungen. Es geht die ganze Zeit überhaupt nicht mehr primär ums Geld, sondern um Beziehungen; das bedeutet das *Social* in Social Media. Dass diese Beziehungen zu sich selbst organisierenden, arbeits- und lebensfähigen Netzwerken führen, was sich für deren Mitglieder letztlich auch auszahlen wird, steht für mich außer Frage.

Ansonsten: ein in Gänze lesenswerter Beitrag von Don Alphonso, auch wenn er wieder einmal in den Grundtenor der FAZ passt, dass das ganze Internet ein einziger Mist ist. – Die Angst der FAZ vor dieser neuen Technologie muss schon unheimlich tief sitzen; pathologisch – würden Seelenklempner sagen ;)“

Und vor dieser Debatte fand sie noch auf einer anderen Ebene statt, nämlich der des Dialogs, die Mirko Lange mit seinem Beitrag „Social Media Myth Buster: Es braucht keinen “Dialog” für erfolgreiche Social Media“ angestoßen hat.

„Um es kurz und knapp zu sagen: Man muss selbst keinen Dialog führen. Es reicht, über die richtigen Themen zu sprechen.  Das erreicht man, indem man zuhört und die Themen entwickelt, welche die Dialoggruppen interessieren, idealerweise bewegen. Diese Themen kann man dann “über Social Media” kommunizieren – und das meint vor allem Social Media als Kanal [sic!]. Und wenn es richtig gut läuft, dann führen die Menschen den Dialog dann ganz von alleine. Denn das ist das Schöne an Social Media – überall ist die technische Möglichkeit für Dialog vorhanden. Aber es steht nirgends geschrieben, dass das Unternehmen selbst an der Debatte teilnehmen muss. Man kann es gerne tun. Und es ist auch höflich, wenn man direkt angesprochen wird. Aber direkter Dialog ist weder Pflicht, noch Voraussetzung für gute (Social-Media-) Kommunikation.“ [Bitte beachten, dass im Original Post im Anschluss an diesen Absatz Ergänzungen eingefügt wurden]

Tja und wo führen uns diese geballten Gedanken hin? Das werden wir sehen. Aber eines steht fest: SocialMedia singt, weil

– die Menschen sich nach und nach damit befassen, ob privat oder beruflich

– die Menschen darüber diskutieren, debattieren und sich argumentativ im besten Sinne streiten

– die Menschen Ideen haben, kleine Applikationen zur weiteren Vernetzung entwickeln

– die Menschen das Soziale entdecken, das Social Web annehmen und sich austauschen

– die Menschen Unternehmen leben, diese voranbringen und sich mit ihnen identifizieren

– die Menschen mit Marken anders umgehen, als noch vor einigen Jahren

– die Menschen bloggen und mit ihren Gedanken nach Lösungen suchen, Social Media zu fassen

Ergo: Austausch, Dialog, Debattieren, Vernetzung, Unternehmen, Menschen, Marken, Gedanken

Jetzt habe ich Stichwörter, mit denen ich Veronika a.k.a Social Media greifen kann. Und lausche dem Piepmatz, der mich oben in den Bäumen die Straße entlang begleitet und ein gar altes Liedlein zwitschert… Nur für mich? Nein, für alle.

Ein Gedanke zu „Social Media singt“

  1. Pingback: nach stuttgart jetzt düsseldorf « johanneslenz` blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.