bosch im gespräch (1/2): “wenn ich durch die stadt gehe und mir etwas inter­es­san­tes auf­fällt, dann foto­gra­fiere ich es”

irgend­wann fing ich an, die foto anwen­dung instagr.am auf dem smart­phone zu benut­zen. warum? nun, mein netz­werk wies mich dezent dar­auf­hin und ich habe es aus­pro­biert und fest­ge­stellt, dass es irgend­wie ver­dammt viel spaß macht, sich schnell zu über­le­gen, wie ich mich posi­tio­niere und das objekt der begierde in szene setze. und natür­lich, dass ich mein netz­werk daran teil­ha­ben las­sen kann. jeden­falls habe ich lange zeit einen der zehn oder wie vie­len fil­ter genutzt. inzwi­schen nutze ich sie kaum mehr oder wenn, einen recht dezen­ten und ver­wende auch mal snap­seed. aber ich schweife ab. es dau­erte nicht lange, bis ich auf jeman­den auf­merk­sam wurde, den ich letz­tes jahr auf dem video­camp in ber­lin ken­nen­lernte und der mir als blog­ger schon ein wenig bekannt war.

Bild: Twitter-Profil @bosch - Foto by Katja Klein

genauer gesagt als bosch. ja genau, wie der her­stel­ler der gleich­na­mi­gen kühl­schränke, werk­zeuge, pum­pen usw. im wah­ren leben heißt bosch andré krü­ger. und da ich beruf­lich neu­lich beim face­book camp war, habe ich ihn dort­hin “gelockt” und ein­fach mal gefragt, ob er lust und vor allem zeit hat für ein gespräch hier im blog. und ich ließ ihm gar keine wahl, nein zu sagen.

wir ver­ein­bar­ten, uns gegen­sei­tig via google drive mit fra­gen und ant­wor­ten zu bom­bar­die­ren und uns via twit­ter kur­zu­zu­schlie­ßen … das ergeb­nis lest Ihr hier. und in anbe­tracht der aus­führ­lich­keit haben wir uns dann aber doch dazu ent­schlos­sen, euch zwei teile anzu­bie­ten ;)

johan­nes: moin andré, na wie geht’s dir. was machst Du gerade? blog­gen oder einen foto-spaziergang in berlin?

andré: ich weile gerade aus beruf­li­chen grün­den in der haupt­stadt. wäh­rend das schrei­ben eines blog­tex­tes doch grö­ße­rer auf­merk­sam­keit bedarf, ist die han­dy­fo­to­gra­fie für mich eher etwas bei­läu­fi­ges. wenn ich durch die stadt gehe und mir etwas inter­es­san­tes auf­fällt, dann foto­gra­fiere ich es. bin­nen ein bis zwei minu­ten ist das bild dann auf dem tele­fon bear­bei­tet und hochgeladen.

johan­nes: aha. aber was macht denn nun den reiz für dich aus, zu “Ins­ta­gram­men”? immer­hin hast du dem spie­gel kurz nach bekannt­wer­den des kaufs der app durch face­book ein inter­view gege­ben… und hast eine fünf­stel­lige fol­lo­wer­schaft, die tag­täg­lich deine fotos kom­men­tiert oder liked… “bei­läu­fig” scheint mir in die­sem zusam­men­hang wohl eher “under­state­ment” zu sein oder etwa nicht?

andré: das ist zwar rich­tig, aber den­noch ist das foto­gra­fie­ren für mich ein eher bei­läu­fi­ger vor­gang. wenn ich eine auf­nahme mache, denke ich nicht dar­über nach, wie ein bestimm­tes bild bei mei­nen fol­lo­wern ankom­men könnte, son­dern ori­en­tiere mich an dem, was ich für foto­gra­fie­rens­wert erachte. der reiz an Ins­ta­gram ist zum einen das unmit­tel­bare: die gemach­ten fotos sind sofort für jeder­mann sicht­bar. zum ande­ren spielt die com­mu­nity auf ins­ta­gram eine große rolle. ich foto­gra­fiere nicht nur selbst, son­dern betrachte auch gern die bil­der derer, denen ich folge. für fast jede rich­tung der foto­gra­fie von archi­tek­tur bis hin zu mode­fo­to­gra­fie gibt es auf ins­ta­gram her­vor­ra­gende foto­gra­fen. oft staune ich, was mit einem mobil­te­le­fon mög­lich ist. über die bil­der ent­steht mit­tels kom­men­tare und likes eine kom­mu­ni­ka­tion oft über kon­ti­nente hin­weg. anders als bei twit­ter ist man auf ins­ta­gram nicht auf sei­nen sprach­raum festgelegt.

johan­nes: es ist also eine mischung aus unmit­tel­bar­keit, gemein­schaft­li­cher kom­mu­ni­ka­tion und viel­falt, die den reiz für dich an ins­ta­gram aus­macht. das trifft auf twit­ter eben­falls zu… den unter­schied macht die visua­li­tät: twit­ter lebt von 140 zei­chen, die links zu bil­dern usw. ent­hal­ten kön­nen (optio­nen: orts­an­gabe, pos­ten auf div. social net­works), ins­ta­gram stellt das bild in den vor­der­grund, das ich mit optio­na­ler orts­an­gabe ver­se­hen auch auf face­book oder twit­ter pos­ten kann. spie­gelt der erfolg von ins­ta­gram (und in des­sen folge pin­te­rest & co.) die immer stär­ker wer­dende bedeu­tung von visua­li­tät in der gesell­schaft­li­chen kom­mu­ni­ka­tion wie auch in der mar­ken­kom­mu­ni­ka­tion wieder?

andré: ob die bedeu­tung der visua­li­tät in der gesell­schaft­li­chen kom­mu­ni­ka­tion zunimmt, muss die wis­sen­schaft klä­ren. mein ein­druck ist, dass es men­schen gibt, die bes­ser mit text umge­hen kön­nen und es men­schen gibt, die sich eher von visu­el­len ein­drü­cken ange­spro­chen füh­len. manch­mal gibt es über­schei­dun­gen, aber sub­jek­tiv betrach­tet doch eher sel­ten. in der mar­ken­kom­mu­ni­ka­tion spielt ins­ta­gram noch eine zu ver­nach­läs­si­gende rolle, obgleich es bereits erfolg­rei­che cases gibt. bur­berry ver­zeich­net rd. 390.000 Fol­lo­wer und auch ford hat mit #fies­ta­gram bereits einen wett­be­werb auf ins­ta­gram aus­ge­lobt. den­noch sind mar­ken, die auf ins­ta­gram aktiv sind, noch ein­zel­fälle. auf facebook-pages kön­nen wir jedoch einen trend beob­ach­ten, dass fans stär­ker auf bild– und video­bot­schaf­ten als auf rei­nen text reagieren.

johan­nes: gut und wie ist das mit pin­te­rest, die ja nicht von der app als platt­form kom­men, son­dern web­ba­siert sind? bist du dort aktiv und kannst uns dei­nen ein­druck wie­der­ge­ben? was kann die viel­dis­ku­tierte “vir­tu­elle bil­der­wand” aus dei­ner sicht für die mar­ken­kom­mu­ni­ka­tion brin­gen und warum geht von dem star-up so eine fas­zi­na­tion aus?

andré: ich habe mir pin­te­rest ange­se­hen, bin dort aber nicht aktiv. daher habe ich nur einen sehr unvoll­stän­di­gen ein­druck. (das ist immer so, von außen betrach­tet.) mich hat pin­te­rest, als reine bil­der­schleu­der, nicht gepackt. ich per­sön­lich finde platt­for­men inter­es­san­ter, auf denen die nut­zer eigene urhe­bun­gen zei­gen. tum­blr–blogs sind auch häu­fig “nur” kura­tiert, zei­gen aber doch häu­fig (pop-)kulturelle errun­gen­schaf­ten der netz­welt. pin­te­rest hin­ge­gen scheint mir eher pro­dukt­ge­trie­ben zu sein. das muss nichts schlech­tes sein, nur inter­es­siert es mich halt nicht. nut­ze­rIn­nen haben offen­bar einen aus­ge­präg­ten drang, über pin­te­rest vor allem bil­der von pro­duk­ten zu zei­gen. somit hat es natür­lich seine daseins­be­rech­ti­gung und wird mög­li­cher­weise auch für mar­ken eine rolle spie­len. es bleibt jedoch zu beob­ach­ten, wie sich der Hype entwickelt.

johan­nes: inter­es­sant… pin­te­rest als “bil­der­schleu­der”… ich bin mir nicht ganz so sicher, ob das pro­dukt dort im Vor­der­grund steht oder nicht eher indi­rekt über die lei­den­schaft, die nut­zer für ein bild hegen. aller­dings sehe ich immer wie­der, wie etwa rei­hen von bil­dern die runde machen… neu­lich nacht etwa donuts mit gesich­tern ;) aber ich schweife ab. du schreibst, du fin­dest platt­for­men, auf wel­chen nut­zer ihr eige­nes gewerke dar­stel­len, inter­es­san­ter. das führt mich zur frage, was dich und dein digi­ta­les dasein antreibt. was bedeu­tet es für dich, in digi­ta­len sphä­ren unter­wegs zu sein?

die ant­wort auf diese frage könnt ihr dem­nächst hier im blog im 2. teil lesen, wenn es wie­der heißt: du @bosch, ich hab da mal ne frage ;)

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luxus­zug­blick

P234

zug­fah­ren kann sehr anre­gend sein. gar luxu­riös. spe­zi­ell dann, wenn der blick durch den zug wan­dert ohne den hin­ter­ge­dan­ken, wann man end­lich wie­der aus der sar­di­nen­buechse aus­stei­gen kann.

gibt es beim rei­sen etwas schlim­me­res als das per­ma­nente beklem­mungs­ge­fühl, aus­ge­löst durch die vie­len nach­barn und die immer dün­ner wer­dende luft?

ein ice. er rollt durch die dun­kel und kalt dalie­gende repu­blik. es ist still. eine chips­tu­ete könnte zu einem auf­stand füh­ren, würde lange genug mit ihr gera­schelt. Oder ein klei­nes müdes Kind.

der zug ist nicht über­ma­es­sig voll und doch sind fast alle plätze im wag­gon belegt. oder sehen belegt aus. denn eine Jacke oder eine lap­t­op­ta­sche machen noch kei­nen passagier.

es ist die masche mit der tasche. die gros­sen und klei­nen uten­si­lien füh­ren dazu, dass ihre besit­zer in der regel zwei plätze, bei glei­chem arran­ge­ment des gegen­übers an einem vie­rer­platz auch ent­spre­chende bein­frei­heit genießen.

ob die­ses luxus müs­sen andere lange nach dem ein­stei­gen voll­be­packt durch den zug eilen auf der suche nach einem freien platz.

die, die zu die­ser zeit ent­spannt den luxus­zug­blick durch den wag­gon auf­ge­setzt haben, küm­mert es nicht. sie sind ent­spannt, strah­len selbst­be­wusst­sein aus und tip­pen auf ihren gro­ßen und klei­nen tas­ta­tu­ren herum. sie sind geschaef­tig. sie inter­es­siert es auch nicht, ob ihnen gerade luxus widerfährt.

wenn aber jemand die masche mit der tasche durch­schaut und sich nie­der­lässt, ist es vor­bei mit dem gene­rö­sen blick. die stim­mung ver­än­dert sich bin­nen sekun­den. wärme und ent­span­nung wei­chen bit­ter­boe­ser kälte und abnei­gung. blitze direkt aus dem hades tref­fen den neuankömmling.

zu spaet.

luxuszugblick-platz is occupied!

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porte­mon­naie

P181

die geld­börse ist uns neben dem smart­phone das wich­tigste aces­soire, wel­ches wir täg­lich bei uns führen.

unter ver­schie­dens­ten for­men und stof­fen sticht doch nach wie vor das ver­na­ehte lederne porte­mon­naie hervor.

wie den men­schen auch sieht man ihm seine zeit an. risse, ver­wer­fun­gen, löcher oder lose fäden. sie alle zeu­gen von der leben­dig­keit des gegen­stan­des, von der seele, die ihm innewohnt.

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eine welt ohne face­book [infographic]

… wäre wie… ja wie eigent­lich? wahr­schein­lich gar nicht so anders als die, in der wir jetzt leben. oder wür­den wir dann viel­leicht ein­fach mal wie­der mehr faxen?

A-world-without-facebook-infographic-1a

A-world-without-facebook-infographic-1b

thanks to richard dar­ell from bit­re­bels.

p.s.: ja, es han­delt sich um eine zwei­ge­teilte grafik. 

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barcampruhr4 — ick freu mir!

mit der warm-up party mor­gen abend beginnt inof­fi­zi­ell das offi­zi­ell von ste­fan evertz aus­ge­rich­tete  bar­camp ruhr 4 (hash­tag #bcruhr4). loca­tion ist das unper­fekt­haus in essen. ende ist am sonntag.

warum eigent­lich teilnehmen?

ich werde vor ort das eine oder andere bekannte gesicht tref­fen, mich aus­tau­schen, neue gesich­ter ken­nen­ler­nen, neues erfah­ren, dis­ku­tie­ren, ein wenig blog­gen und twit­tern und letzt­lich schauen, ob und inwie­weit ich input und inspi­ra­tion für meine beruf­li­che arbeit mit­neh­men erhalte. klar, es ist ein flie­gen­der übergang zwi­schen spaß und arbeit. schließ­lich kann ich in mei­nem job das tun, was irgend­wie als hobby begann. ein wah­rer luxus, den ich sehr zu schät­zen weiß.

wo finde ich noch kar­ten und infos?

natür­lich könnt ihr ein­fach mal auf der seite des barcamp ruhr vor­bei­schauen. zudem haben neben ste­fan auf hinrrinde.de auch das pott­blog und 50hz unter dem aspekt “das sollte ich wis­sen” dar­über geschrie­ben. dane­ben gibt es natür­lich auch einen account auf twit­ter (@BarCampRuhr), der ab frei­tag­abend über das wochen­ende sicher­lich live berich­ten wird. wie über­haupt auch ein groß­teil der etwa 200 teil­neh­mer mit inter­net­fä­hi­gen gerä­ten aus­ge­stat­tet sein wird. was tickets angeht: ver­sucht es via face­book und twit­ter oder ein­fach die bar­cam­pruhr seite ansteu­ern. das glei­che gilt für über­nach­tun­gen, wobei einer der vie­len spon­so­ren (nokia, win­dows phone, otto, techs­mith, metro group, next, steue­rung b, mixxt, medien.nrw), näm­lich nokia mit der Qt WG schon mal ne nette Option bereit­stellt. aber: es gibt nur 6 plätze. bes­ser ges­tern als heute anmelden. und jetzt würd ich sagen: die vor­freude steigt! auf ein abwechs­lungs­rei­ches und span­nen­des wochenende!

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eng­li­sche oder japa­ni­sche welt-blogosphäre?

so sieht sie also zur­zeit aus die weite welt der blogs. wuß­tet ihr, daß darin die meis­ten blogs (37%) auf japa­nisch geschrie­ben wer­den, knapp gefolgt von eng­lisch­spra­chi­gen blogs (36%)? ob es nun, wie die gra­fik von infographiclabs.com fest­stellt, tat­säch­lich laut blog­pulse 146.628.598 blogs auf der welt gibt, kann ich jetzt mit sicher­heit nicht sagen ;) ändert aber nichts dran, daß es sehr beein­dru­ckend ist.

und die top ten blogs auf der welt zur­zeit soll­ten euch auch bekannt vor­kom­men… wenn nicht dann eben jetzt mal den rss-reader anwer­fen ;) — wobei man auch ruhig das eine oder andere außen vor las­sen kann. denn eure bekann­ten / freunde / fol­lo­wers / kon­takte oder fol­lo­wers wer­den euch damit sicher­lich ver­sor­gen. ihr müßt nur wis­sen, wo und in wel­chem teil eures social web universums.

  1. huf­fing­ton post
  2. tech­crunch
  3. giz­modo
  4. mas­hable
  5. gawker
  6. eng­ad­get
  7. tmz
  8. boing boing
  9. the daily beast
  10. read­writ­web

und wenn man sich jetzt mal über­legt, das von die­sen top ten blogs der welt vier aus­schließ­lich um gos­sip küm­mern… puuh, da werde ich mei­nen fee­dre­a­der aber mal schön von fernhalten.

 

State_of_the_blogosphere_w600

 

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wie­viele säue braucht das social media dorf?

tja, die letzte woche war wie­der mal ereig­nis­reich. sascha pal­len­berg weist via face­book dar­auf­hin, daß samsung zur­zeit in eng­land eine abge­fah­rene marketing-idee rea­li­siert, um sein neues smart­phone galaxy s an die frau und den mann zu bringen:

jeder frus­trierte iphone 4 user wird via twit­ter iden­ti­fi­ziert und ange­schrie­ben, mit dem ziel, ihn als neuen user des eige­nen gala­xys zu gewin­nen. sasmsung über­lässt ihm das glaxy s for free. letzt­lich ist der­je­nige dann auch ein mul­ti­pli­ka­tor für samsung, eine one man erfolgs­show sozu­sa­gen. wie­viele smart­pho­nes von samsung abge­ge­ben wer­den, ist unklar. Sascha meint dazu, daß es “quite a bunch” sein wer­den und die kam­pa­gne jetzt schon ein erfolg sei, weil jeder in der tech-szene zur­zeit darum wisse.

dann fie­len mir drei posts auf, die bei twit­ter gefühlt tren­ding topics zumin­dest für deutsch­land hät­ten wer­den kön­nen. da wäre zum einen ein arti­kel auf absatzwirtschaft.de mit der grif­fi­gen head­line “Social Media: Vor­sicht vor Kapu­zen­pul­lis.” darin geht es um den jun­gen mann, der es allen zeigt, social media als das heil­mit­tel für alle kun­den betrach­tet. die­sem ste­reo­typ des win­di­gen jun­gen bera­ters hält wolf­gang lünenbürger-reidenbach einen spie­gel vor und erklärt, dass nicht jeder kunde social media in sein mar­ke­ting oder seine kom­mu­ni­ka­tion ein­bin­den muss. es muss eben passen.

u.a. schreibt er: “…inzwi­schen hat eine hand voll agen­tu­ren über jahre hin­weg erfah­run­gen in der für viele noch neuen arena „social media“ gesam­melt – und die weni­gen bera­ter, die schon etli­che Pro­jekte umge­setzt haben, kön­nen wirk­lich ein­schät­zen, wie kom­mu­ni­ka­tion in blogs, auf twit­ter, über face­book und co. funk­tio­niert. die erfah­rung, die wir dabei gemacht haben, ist ver­blüf­fend ein­fach: es geht. siehe xbox, siehe carlsen-verlag, siehe daim­ler ag. die zeit der expe­ri­mente ist vor­bei. und ebenso die zeit der pro­phe­ten und in puber­tä­rer ver­zü­ckung alles und jeden mit über­schäu­men­der begeis­te­rung über­schüt­ten­den Spezialisten.”

lünenbürger-reidenbach hält fest, dass in der sich zur­zeit dar­stel­len­den agen­tur­land­schaft gerade ein­mal fünf, also eine hand voll, lor­bee­ren in der social media arena erwor­ben haben. und die übri­gen? haben die keine ahnung? sind sie kom­plett neu in dem metier? ich habe da so meine zwei­fel. sicher­lich gibt es nach­hol­be­darf in sachen social media kom­mu­ni­ka­tion in deut­schen agen­tu­ren. aber das scheint mir auf den ers­ten blick ein zu unge­naues urteil zu sein. es ist viel­leicht auch müßig dar­übe rzu strei­ten, aber mir ist das zu all­ge­mein gehal­ten und ver­dekct die anstren­gun­gen, die es rundum hin­sicht­lich des the­mas social media gibt.

ein wei­te­rer punkt, der inzwi­schen auf eini­gen social media kanä­len, ins­be­son­dere twit­ter, mit zuneh­men­der verve dis­ku­tiert wird, ist die “zeit der expe­ri­mente”. es gibt immer noch viele, für die social media neu ist, ob das jetzt unter­neh­men, kun­den, agen­tu­ren oder wer sonst sind. ich bin der fel­sen­fes­ten über­zeu­gung, dass sich lünenbürger-reidenbach auch erst ein­mal in die mate­rie ein­fin­den mußte und über trial & error nach und nach seine erfah­run­gen gesam­melt hat. diese gestehe ich allen, ins­be­son­dere auch unter­neh­men zu. wieso auch nicht? social media fällt ja quasi nicht vom him­mel. man muss es mit enga­ge­ment und hin­gabe betrei­ben und eigent­lich ist es auch gar nicht so viel anders wie das gemein­same von freun­den. man unter­hält sich, tauscht sich aus und weiß, was in sei­nem freun­des­kreis so ange­sagt ist. und man steht zu sei­ner mei­nung, ist offen und gibt feh­ler zu, wenn man wel­che gemacht hat.

schließ­lich schreibt lünenbürger-reidenbach in sei­nem arti­kel, das “social media erwach­sen gewor­den sind”. Gut, das ist Ansichts­sa­che. Nur weil jeder drü­ber spricht, muß noch nicht jeder wis­sen, worum es geht, geschweige denn es bedie­nen kön­nen. In den USA sind  Social Media wei­ter als in Deutsch­land, was Agen­tu­ren oder Unter­neh­men anbe­trifft. Aber das wird und ich meine, dass wir uns alle gemein­sam auf einem guten Weg befin­den, auch und ins­be­son­dere auch mit sol­chen wie der von lünenbürger-reidenbach ent­wi­ckeln wir uns weiter.

ein zwei­ter post von thilo specht hatte eben­falls poten­tial, um die twit­ter­charts zu erklim­men. unter der head­line Vor­den­ker, Mit­ma­cher, Nach­tre­ter: Es lebe die Social Media Leit­kul­tur! #nicht wid­met er sich aus­führ­lich dem begriff der kul­tur und in der folge dem der unter­neh­mens­kul­tur. am ende schreibt er:

… learnings: keine unter­neh­mens­kul­tur, egal ob “ver­schlos­sen”, “alt­mo­disch” oder “top-down”, kann sich auf dauer den social media ent­zie­hen, wenn die sinn­haf­tig­keit von einer signi­fi­kan­ten anzahl der mit­ar­bei­ter erkannt wurde. der wan­del kann aller­dings nur von innen initi­iert und nicht von extern her­bei­be­ra­ten wer­den. wer die nut­zung von social media bei sei­nem arbeit­ge­ber durch­set­zen möchte, sollte des­halb so kon­kret wie mög­lich die eigent­li­chen bene­fits für das eigene unter­neh­men her­aus­ar­bei­ten. dabei geht es auch – ach­tung, erfah­rungs­wert – und vor allem um die abbil­dung von prozessen.”

das ist doch mal eine ansage: man kann sich als unter­neh­men den social media auf dauer nicht ver­schlies­sen, was ja stimmt. denn irgend­wann klopft jemand an die tür und fragt, ob man eigent­lich weiß, was da so alles im inter­net geschrie­ben steht. märkte sind gesprä­che. an ihnen nicht teil­zu­neh­men, ist fahr­läs­sig und natür­lich ein kla­rer wett­be­werbs­vor­teil für die kon­kur­renz. und um die skep­sis der vor­ge­set­zen ein­zu­reis­sen, ist es eben wich­tig, den nut­zen für das unter­neh­men her­aus­zu­ar­bei­ten. theo­rie schön und gut, aber in der pra­xis muss sich dies dann auch bewei­sen. dafür braucht es eine stra­te­gie, kanäle, per­so­nal, kon­ti­nu­ier­li­che pflege, con­tent, moni­to­ring usw. ne menge für einen allein. aber wenn es etwa andere mit­ar­bei­ter gibt, die blog­gen, twit­tern oder face­booken, kann man doch ein­fach mal fra­gen, ob sie nicht hier und da sup­port leis­ten wol­len. ein ins­ge­samt schö­ner und geist­rei­cher post, der hoff­nung macht.

der dritte und letzte post kommt von nie­mand gerin­ge­rem als mirko lange, der sich mal wie­der viel mühe gemacht hat und einen aus­führ­li­chen post zum diese woche vor­ge­stell­ten ePost-Brief der post geb­loggt hat, nach­dem der jour­na­list richard gut­jahr in einem post gemein­sam mit dem juris­ten udo vet­ter kein gutes haar an der neue­rung des post­hörn­chens gelas­sen hatte. unter dem titel von mie­se­pe­tern, nörg­lern und grant­lern – deut­sches busi­ness in zei­ten des web 2.0 setzt sich mirko inten­siv mit der auf­ge­kom­me­nen kri­tik am ePost-Brief aus­ein­an­der und folgert:

… im aktu­el­len bei­spiel: richard gut­jahr ist klug. natür­lich ist es schwie­rig, wenn man einen poten­zi­el­len kri­ti­ker vor den kopf stößt. aber jeder gesprächs­be­reite kri­ti­ker ist ein poten­zi­el­ler für­spre­cher. für unter­neh­men besteht ein wett­lauf mit der zeit: wel­che mei­nung wird sich zuerst ent­wi­ckeln? die popu­lis­ti­sche, die über häme und scha­den­freude arbei­tet, gerne auch über angst und empö­rung? oder die sach­li­che, die im all­ge­mei­nen gar nicht sexy ist. die gute nach­richt ist: es gibt viele gute män­ner und frauen in deutsch­land. Wenn man mit ihnen spricht, und wann man bewei­sen kann, dass man auch wirk­lich zuhört (und das gehörte auch umsetzt), dann kön­nen sich die men­schen auch für das neue begeis­tern. ansons­ten herrscht der reflex vor: nör­geln, gran­teln, miesepetern.”

tja, und da kommt meine head­line schließ­lich ins spiel. man wird inzwi­schen den gedan­ken nicht mehr los, daß jede woche min­des­tens eine sau durch die social media kanäle des social webs getrie­ben wer­den muß, um die auf­merk­sam­keit der anwe­sen­den zu befrie­di­gen. das sach­li­che kommt in der tat öfter zu kurz. aber es ist ein spiel mit zwei sei­ten. denn: wer die auf­merk­sam­keit genießt, erhält re-tweets, kom­men­tare im eige­nen blog und wei­te­ren zuspruch im face­book und ande­ren profilen.

die andere seite ist jene, dass sich mit die­sem buzz, also dem hype um den ent­spre­chen­den bei­trag und die mel­dung sich etwas auf­schau­kelt, was bei­spiels­weise ein unter­neh­men, dass viel­leicht darin kri­ti­siert wird, kaum eine chance hat, dar­auf ein­zu­wir­ken. oder doch?

ja, die deut­sche post könnte sich der­zeit zum bei­spiel in die dis­kus­sion um den ePost-Brief ein­schal­ten via social web ein­schal­ten. lie­ber jetzt als mor­gen. aber auf den ers­ten blick scheint es so zu sein, das es kei­nen account auf twit­ter oder face­book gibt, der einem cor­po­rate account der deut­schen post ent­spricht. bis auf jenen von dhl, der mit sei­ner face­book page knapp 10.000 per­so­nen gefällt. aller­dings geht es dabei eher um pakete und ihre zustel­lung, weni­ger um den ePost-Brief.

zum schluss: es wird immer popu­lä­rer, unter­neh­men bei ihren (ers­ten) schrit­ten im social web zu kri­ti­sie­ren. es fehlt an nach­sicht. klar, manch­mal fällt es mir auch schwer, zu sehen, wie sich man­che unter­neh­men in den social media bewe­gen, aber hat nicht jeder mal klein angefangen?

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