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réminiscence privé & professionnel

réminiscence
finale grande 2013 – eigene aufnahme.

jeder schreibt schnell noch auf, wie er das vergangene jahr fand. was er auf jeden fall im kommenden machen wird und am wichtigsten: was man sich für das neue jahr vorgenommen hat.

réminiscence privé

für das kommende jahr habe ich mir nichts vorgenommen. nachdem meine vorsätze für 2013 grandios in 365 tagen gescheitert sind. schwimmen und überhaupt mehr sport sollte drin sein. war aber nicht.

mit etwas mehr gelassenheit und dem guten alten motto „expect the unexpected“ wird das 2014 eher was. und mit einer schnittigen schwimmbrille, die ihren weg jetzt zu mir gefunden hat, wird sowieso alles viel besser und ich noch schneller.

wäre ich in 2013 ins kalte nass gehüpft, um mark spitz die ehre, die im gebührt, zu erweisen, ich wäre als langjähriger raucher ordentlich aus der puste gekommen.

und hatte ich mir vorgenommen, mit dem rauchen aufzuhören? nein. und habe ich aufgehört? ja. was ich davon habe? jedenfalls mehr hunger als zuvor. warum das beenden einer liebgewonnenen gewohnheit? es passierte einfach, als ich krank war und mit fieber im bett lag. da willst du alles, nur nicht rauchen. ich fing einfach nicht mehr an.

in diesem zusammenhang auch zu erwähnen ist der umstand, dass ich damit als baldiger vater meinem kind vielleicht doch noch einen kleinen gefallen erwiesen habe. wenn der strumpf irgendwann mal anfangen sollte zu rauchen, lag es aus der täglichen praxis heraus betrachtet zumindest nicht an seinen eltern.

ja, 2014 wird super toll. allleine die personelle verstärkung ist top und wird uns noch in der hinrunde, vor allem dann aber in der rückrunde massiv nach vorne bringen … ähm ach nee, da war ich gedanklich wohl bei werder.

ich bin sehr gespannt und voller vorfreude wie das so ist mit so einem strumpf. ich weiß, es wird super toll.

werder geht es so la la, würde ich sagen. aber was war das auch für ein jahr. erstmals ohne thomas und klaus. ich dachte ja, sie würden noch viele jahre bleiben. aber es lief auch nicht mehr so gut zuletzt.

wir haben eine junge mannschaft, die den umbruch hoffentlich packt und vor allem das konstante tore schießen intensiviert. bude für bude nach vorne. und: nummer 1 im norden sein. das wichtigste!

réminiscence professionnel

ein langes jahr war das, das zu ende gehende jahr war lang, aufregend und lehrreich. ich bin viel herumgekommen in der republik. ich war auf barcamps, bei kunden oder auf konferenzen und seminaren im namen unserer agentur.

netzwerken. sprechen. meinung artikulieren. synergien schaffen hört sich immer so doof an aber irgendwie ist es das was ich tue. und intern das wissen dann verarbeiten, in projekten daraufhin weisen.

huffington post und lead digital. zwei plattformen, auf welchen ich häufiger mal was schreiben werde, so es die zeit zulässt. dafür musste ich mir in den letzten monaten durchaus einiges anhören. was es bringt. wen ich da eigentlich unterstütze. das ich nicht bloggen könnte. dass das den journalismus ruiniert. das es kein sinn macht.

alles ungemein lehrreich. vor allem dann, wenn der ton keine gute musik macht. aber das ist eine andere sache. blogger relations. influencer relations. das war auch eine durchaus lehrreiche diskussion. und an einigen stellen sogar richtig konstruktiv.

aber ich sage mir immer: wenn du nicht vorwärts gehst, bleibst du stehen. wenn du nicht vorwärts gehst, machst du keine fehler. und wer keine fehler macht, macht was falsch. und wer sie macht, diese aber nicht zugibt, erst recht.

ich stehe dazu. ich lasse mich von argumenten leiten. und gerne auch überzeugen. wenn sie stimmig sind. und wenn es nicht um das recht haben wollen geht. der zweck heiligt eben nicht die mittel. wertschätzung muss sein.

ich wurde in die top ten liste von t3n in der kategorie pr/kommunikation/social media aufgenommen. eine auszeichnung. ein gutes gefühl. aber mehr auch nicht. als ich irgendwann einmal zuerst von der liste hörte dachte ich, wie es wäre, wenn wir mal eine liste mit den top 100 webzöpfen aufstellen würden …

ich sprach kurzfristig auf der allfacebook conference. machte mir nicht in die hose, aber war enorm konzentriert und aufgeregt. ein teilnehmer lobte mich ob meines zopfes.

es folgten viele andere situationen, in welchen ich losmarschierte. und es war gut. anstrengend aber gut.

2014 wird wieder lang. und anstrengend. es wird anders. das ist sicher. aber ich freue mich darauf. das schöne an der zukunft ist, man weiß nicht was kommt.

in einer zeit, in der wir immer mehr sicherheit haben wollen und entscheidungen erst treffen, wenn wir nahezu hundertprozentige sicherheit haben, ist losmarschieren gut.

aber: mit verstand und gefühl für die situation. klappt nicht immer. aber hoffentlich häufiger als bisher. und dazu noch eine portion gesunden menschenverstand und ehrgeiz, fertig ist das jahr.

in diesem sinne wünsche ich euch was.  genießt den augenblick! auf ein super tolles 2014. für euch. für uns. für alle!

(tl;dr – reminiszenz: http://de.wiktionary.org/wiki/Reminiszenz, einiges erlebt, menschen getroffen, mit ihnen diskutiert, wertschätzung muss sein, à la bonne vôtre! euch ein frohes neues 2014)

About Johannes Lenz

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social web: wenn das neue mehr als nur kritik hervorruft

@ Sweden Social Web Camp (SSWC) Tjärö by pellesten

vor jahren las ich ein buch. es trug den titel „wie kommt das neue in die welt?„. es wurde vom damaligen siemens vorstandsvorsitzenden, heinrich von pierer, herausgegeben. inzwischen schmorrt das buch im regal und von pierer ist unrühmlich bei siemens gegangen. oder gegangen worden. wie auch immer. für mich war eine botschaft des kleinen sammelbandes ganz klar: das neue kommt nur dann in die welt, wenn man sich ideen und visionen hingibt, diese realisiert und zugegebenermaßen (alt)bekannte strukturen hinterfragt und aufbricht.

das neue in der diskussion

am donnerstag wird die deutsche variante der huffington post online gehen. im vorfeld gab es viele diskussionen. viele gute beiträge, ob wohlwollend oder kritisch. mit der huffpo kommt etwas für deutschland neues. viele blogger bloggen im großen stil „for free“. ihre währung: aufmerksamkeit. reputationsaufbau, der bei dem einen oder anderen sicherlich dazubeitragen soll, dass aufträge generiert werden. bereits mitte vergangener woche ging das branchenblatt lead digital mit einem ähnlich gelagerten projekt an den start. eine gruppe von rund 15 bloggern werden sich regelmäßig zu verschiedensten themen zu wort melden. ich beteilige mich daran.

was haben die beiden vorhaben miteinander gemein? sie rufen kritik hervor. im falle der lead-blogger konnte man sogar feststellen, dass es durchaus mehr als nur kritik war. es wurde persönlich. einigen teilnehmern wurde schlicht die befähigung abgesprochen, überhaupt bloggen zu können …

sachliche kritik bringt uns vorwärts

wer mich kennt und im social web liest, wird zu dem schluss kommen, dass ich eher zurückhaltend bin, was kritik an anderen betrifft. und wenn es doch einmal dazu kommt, dann ist es mir immer wichtig, das diese konstruktiv und sachlich vorgetragen wird. die haudrauf-methode ist nicht meine. und sie wird es bestimmt auch nie. denn dadurch, so denke ich, kommt man nicht vorwärts, schon gar nicht gemeinsam. was viel wichtiger ist: zumeist erzeugt dieses rowdytum beim empfänger genau das gegenteil dessen, was eigentlich beabsichtigt wurde.

zurück zum neuen. es kommt fröhlich daher spaziert, trifft auf die wie auch immer gearteten althergebrachten strukturen, reibt sich an ihnen. argumente werden ausgetauscht. für und wider fliegen wie wild durcheinander, gehören zu einer gesunden und durchaus emotionalen debatte einfach dazu. position beziehen könnte man es auch nennen.

wenn die kritik persönlich wird 

dieser satz beginnt nicht mit einem aber, auch wenn es mir auf der tastatur liegt. man muss ja das neue nicht sofort umarmen oder es lobhudeln bis zum abwinken. nur: wenn sich menschen aufregen und ihre kritik von sachlich auf persönlich umschaltet, während das neue von anderen offenherzig begrüßt wird, dann stelle ich mir eine frage: warum die ätzende ablehnung? warum ist das gerade unter menschen so, die für sich selbst doc recht oft in anspruch nehmen, „openminded“ zu sein? ist es neid, der an ihnen nagt? oder gar persönliche ablehnung?

viel feind, viel ehr oder falsche sicherheit 

ich könnte an dieser stelle enden und alles wegwischen mit „viel feind, viel ehr“. aber das bringt und und mich nicht vorwärts. ich frage mich, warum einige meinen, darüber befinden zu können, was etwa bloggen ist und was nicht. was ist denn bloggen überhaupt? ist facebook blogging (wie es robert immer wieder zeigt) denn blogging? ist blogging heute nicht mehr eine geschichte von influencern, die mit starken (persönlichen) netzwerken auf unterschiedlichsten plattformen viel reichweite besitzen bzw. erzeugen? vielleicht ist es aber auch gar nicht so sehr die frage, warum sich die menschen echauffieren, sondern das wie bzw. der stil, das dass züngleich an der waage ist.

meine antwort: das social web ist wie das offline leben. der einzige unterschied zwischen beiden ist: im social web gehen einige noch ein stück mehr aus sich heraus als sie es persönlich bzw. offline je machen würden. der grund: man fühlt sich doch irgendwie privat und sicher im social web, obwohl man es gar nicht ist. im gegenteil.

das neue birgt chancen

so sehe ich es. ich hoffe, dass viele andere und ich, das wir uns unsere neugierde behalten und sie in zukunft noch oft miteinander teilen können. ich hoffe, dass diejenigen, die es bisher nicht vermochten, kritik sachlich und konstruktiv zu äußern, es lernen. ich hoffe. und die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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