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kommentar auf tobias schwarz: ein jahr huffington post in deutschland

Huffington Post Deutschland

hallo tobias,

erstmal danke für deinen ausführlichen kommentar drüben bei den netzpiloten, die ich immer wieder gerne mal lese.  finde ihn interessant, auch und vor allem, weil du huffpo und buzzfeed forderst.

sie brauchen auch feedback, auch welches, an dem man sich reiben kann und muss, das diskutiert wird. braucht es ja gelegentlich, um vorwärts zu kommen.

was buzzfeed angeht: du schreibst, das es

„unterhaltsam, aber seriös und nicht zu überdreht“

sein soll. nun, ich frage mich eher, ob buzzfeed überhaupt den anspruch an seriosität hat, egal ob in deutschland oder global.

unterhaltsam schon eher und informativ bzw. „lifehackingmäßig“ mit animierten gifs, die mir etwa zeigen, wie ich meine safttüte nach dem öffnen beim servieren nicht vertüddele, sondern einfach umdrehe mit dem verschluss nach oben zeigen und alles gut ist.

was du völlig vernachlässigst, ist der bewegtbildansatz, den buzzfeed global fährt und der meines erachtens generell einfluss haben wird: videos, die zwar ton haben, aber auch ohne funktionieren und damit dem autoplay und der voreinstellung „ton aus“ etwa bei facebook & co. rechnung tragen. der erfolg gibt ihnen recht. man wird sehen, was in deutschland geht, aber das wird bestimmt ein teil sein.

ich für meinen teil gebe auch diesem medienangebot die zeit und chance sich zu entfalten, bevor ich es kritisiere. so habe ich es vor einem Jahr auch bei der huffington post deutschland gehalten, als alle über sie, das neue, „herfielen“ mit beißender und ätzender Kritik im netz nicht geizten.

diese traf übrigens auch und gerade magdalena rogl, die gut einstecken musste, weil sie im netz für ein projekt ihrer firma als botschafterin einstand.

ich finde das nach wie vor  ein absolutes unding, aber das nur am rande und dabei ist es übrigens wurscht, das wir uns kennen und schätzen.  „der ton macht die musik“ heißt es immer so schön. und das stimmt, damals wie heute und auch in zukunft.

ein Jahr später mag sie vielleicht zu recht oder unrecht auf die us vorbilder hinweisen, aber es stimmt schon: es braucht auch in der heutigen zeit zeit, so etwas aufzubauen. nur: das wissen auch sebastian matthes & co.: die öffentliche geduld ist selten ausdauernd in der heutigen zeit. und nach einem jahr kann man auch mal einen kritischen blick darauf werfen.

was ich allerdings an deinen ausführungen zur huffpo, die wie könnte man es ihr verdenken ein postives fazit zieht, vermisse, ist etwa der blick auf die blogger und dabei geht es mir gar nicht darum, ob diese bezahlt werden oder nicht, sondern einfach um den fakt, das ich einige von ihnen kenne, die da ordentliche texte schreiben.

und na klar wollen sie gesehen werden. wenn schon kein entgelt, dann eben die reichweite und für wen das ok ist, soll es doch machen! habe ich übrigens auch gemacht. das hat vorher niemand so angeboten und es scheint viele überzeugt zu haben.

ein bsp. ist ein lieber kollege von mir, der es inzwischen regelmäßiger als ich schafft, dort zu bloggen. er schreibt über italienische Politik. als italiener in deutschland. und er macht das in deutscher Sprache. toll.

selbst wenn sein blick subjektiv ist,  was ich ja auch erwarte und für mich den Reiz ausmacht, erfahre ich da zusätzlich mehr zum thema als „nur“ über traditionelle wege.

ich finde das schade, das solche texte keine beachtung in deinem kommentar finden. ganz und gar überflüssig finde ich dann das fazit:

„aber von Innovation oder auch nur den Hauch eines respektablen Niveaus ist leider nichts zu spüren.“

ich finde reisserische überschriften nicht gut. aber mal ehrlich: diejenigen, die sie kritisieren, verwenden sie mitunter auch mal gerne selbst, nicht wahr. nur, es muss meines erachtens auch was dran bzw. drin sein in dem dann folgenden artikel.

bei huffpo ist das nicht immer der fall. stimmt. aber: was ist mit den bloggern? was ist mit besagtem kollegen von mir? ihm und den anderen das niveau einfach mal eben so abzusprechen, finde ich ungut.

es zeigt mir, dass es auf dich als autor zurückfällt. warum? es ist viel zu drastisch und zu allgmeingültig und wahrscheinlich genau das gegenteil von dem, was du von anderen für dich und andere einforderst:  nämlich eine differenzierte haltung und beurteilung statt verallgemeinerungen.

das wollte ich mal kommentieren. irgendwie bin ich sehr froh, dass sowohl huffpo als auch buzzfeed in deutschland am start sind, weil sie den markt verändern. wir müssen uns alle mehr gedanken machen.

über die inhalte kann man diskutieren, aber dann bitte auch differenziert. sonst kommen wir nicht vorwärts.

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