Archiv der Kategorie: debate

debat­ten & dis­kus­sio­nen

wenn stein­gart mit dem maas­sen …pod­cas­tet

mit etwas ver­spä­tung habe ich das ent­spre­chen­de morning brie­fing von gabor stein­gart gehört, in wel­chem hans georg maas­sen, kurz hgm, zu wort kommt.

doch zuerst: toll, was stein­gart in den letz­ten jah­ren auf die bei­ne gestellt hat. ich habe stein­gart schon beim han­dels­blatt immer wie­der mal gele­sen und jetzt mit sei­nem pod­cast und dem team.

ich erin­ne­re mich an peter turi und des­sen lied davon, wer all das bezah­len soll. neu­er jour­na­lis­mus. neue ide­en. eine neue art. wir brau­chen neu­es. wei­ter so. unbe­dingt. da wird noch mehr kom­men. mehr video, ist mei­ne ver­mu­tung. aber war­ten wir es ab.

die pod­cast-stim­me von stein­gart fand ich von anfang an unge­wöhn­lich-inter­es­sant. auch sei­ne fra­gen sind meist so lang wie die ant­wor­ten der befrag­ten. oder län­ger. beim inter­view des ehe­ma­li­gen ver­fas­sungs­schutz­prä­si­den­ten hgm fällt dies ein­mal mehr auf.

ich ver­su­che mich soweit es geht in objek­ti­vi­tät, in beson­ne­ner spra­che, in abwä­gung der argu­men­te. immer. soweit ich es ver­mag.

also fra­ge ich mei­ne gro­ße lie­be und mut­ter von #big­foot und #little­feet, wie sie denn das hgm inter­view so fin­det. schi­cke ihr den swoot-link. alles so ganz neben­bei aber doch sehr erpicht auf ihre mei­nung.

übri­gens: swoot ist pod­casts with fri­ends 🙂 im ernst: ich fin­de es irgend­wie cool. ich weiß noch nicht so genau, war­um, aber es ist mei­ne aktu­el­le anlauf­stel­le für neue, ande­re, und spe­zi­el­le pod­casts. vor allem aber pod­casts, die ande­re aus mei­nem netz­werk gehört haben.

sie: er, hgm, kann es nicht ver­k­nu­sen, nicht mehr wich­tig zu sein. ver­k­nu­sen habe ich auch lan­ge nicht mehr gehört, denn über­haupt geschrie­ben …

ich: stimmt. und ergän­ze es mit unan­ge­nehm. er ist unan­ge­nehm in sei­ner art. irgend­wie all­wis­send-gelang­weilt-gön­ner­haft. irgend­wie so. aber jeden­falls alles ande­re als ange­nehm-nett.

hät­ten wir alle mal auf ihn gehört. jetzt sind wir sel­ber schuld. es gibt nicht mal mehr die ver­su­che eines objek­ti­ven jour­na­lis­mus in deutsch­land, poli­ti­ker sind lau, in deut­schen zei­tun­gen kön­nen wir nichts non­kon­for­mes mehr lesen, nur noch in der nzz, die für ihn wie west­fern­se­hen ist. ach, und mit­ti­ge hass­red­ner gibt es in sei­nem leben auch zuhauf.

kurz, er wuß­te es und kei­ner hör­te auf ihn. bis heu­te. nee halt, eine oder die wer­te­uni­on hört auf ihn. die weiß, was er meint, wenn er so etwas sagt…

komi­sche wort­wahl. komi­sche wer­te, die dem zugrun­de­lie­gen mögen.

ok. das war arg ver­kürzt. und sicher­lich pole­misch, ten­den­zi­ös, wha­te­ver.

ent­schul­di­gung.

ach so: als ich mei­ne diplom­ar­beit schrieb und auch schon zuvor im stu­di­um, habe ich die nzz ver­schlun­gen, gera­de weil sie einen ande­ren blick auf die deut­sche und die euro­päi­sche außen­po­li­tik hat­te.

Dass sie sich inzwi­schen auf die deut­sche mehr­heits­ge­sell­schaft in deut­schen groß­städ­ten fokus­siert, erscheint dabei selt­sam sur­re­al.

sie: es ist gut, hgm erst zu hören und dann zu sehen.

ich: vor­teil pod­cast.

er sieht ihr unsym­pa­thisch aus. ich fin­de ihn unsym­pa­thisch, vor allem in sei­ner art stein­gart gegen­über. und der gibt ihm auch noch den raum dafür…

das ist der grund, wes­halb ich seit zwei jah­ren mal wie­der hier blog­ge. wenn sachar sinn­ge­mäß twit­tert, das er es unglaub­lich und erschre­ckend fin­det, wie unkri­tisch stein­gart hgm inter­viewt.

da hat er recht. und auch wie­der nicht. ich emp­fand es als wohl­tu­end unauf­ge­regt und sou­ve­rän, wie stein­gart mit sei­nem gegen­über umge­gan­gen ist — und ja, was den kon­for­mis­mus anging, ihn auch auf die aus­bil­dung ansprach.

break.

dann liest du auf twit­ter, dass fritz pleit­gen, lang­jäh­ri­ger jour­na­list und ard inten­dant, dem han­dels­blatt ein inter­view gege­ben hat. die rede ist von homo­ge­ner bericht­erstat­tung und das die mei­nungs­viel­falt in deutsch­land inge­fahr ist.

erschie­nen ist das pleit­gen-inter­view am 11.7. der nzz arti­kel mit der head­line in deut­schen städ­ten sieht die mehr­heits­ge­sell­schaft ihrem ende ent­ge­gen stammt vom 9.7.

um es ganz klar zu sagen. in deutsch­land haben wir mei­nungs­frei­heit. mit­un­ter geht sie mir zu weit. ent­schie­den zu weit. aber so ist das. sie macht es einem nicht ein­fach. aber dar­auf haben wir uns geei­nigt. com­mit­ted. sie ist unan­tast­bar.

FYI: Gund­ge­setz für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land Art. 5

hgm muss man aus­hal­ten. so ver­dammt schwer es einem fal­len mag. stein­gart hat durch­aus gegen­ge­hal­ten, aber nicht im hau ruck und voll­gas, son­dern dezent. aber auch posi­tiv ergänzt. hgm hat die büh­ne genutzt, stein­gart die pr.

aber: sti­en­gart und hgm sind wel­ten von­ein­an­der ent­fernt. den einen lockt das jour­na­lis­ti­sche, den ande­ren die kal­ku­lier­te pro­vo­ka­ti­on auf­grund eines ver­let­zen ego‘s.

mit hgm ist hier jemand unter­wegs, der noch eine rech­nung offen hat. so kam es mir vor, als stein­gart ihn nach poli­ti­schen ämtern ansprach. nein sagt er, er ist glück­lich mit sei­nem leben, sinn­ge­mäß. wenn die poli­ti­ker jetzt auch end­lich mal sehen wür­den, was er sieht. das offen­sicht­li­che.

ich sehe das offen­sicht­li­che nicht. ich sehe die tweets von hgm. ich sehe ande­rer­seits men­schen, die fra­gen haben. ich sehe men­schen, die angst haben. ich sehe sor­gen. ich sehe zukunfts­angst in allen kas­ten.

und ich sehe men­schen, die die­se beküm­mert­heit aus­nut­zen. und wäh­rend sie das tun, ver­wi­schen sie gren­zen. die gren­zen des anstan­des, des mora­li­schen und des­sen, was gut und was falsch ist. des­sen, was unse­re kin­der ler­nen sol­len. des­sen, wie sie es ler­nen. sol­len.

frü­her war alles bes­ser. nein, war es nicht. wir wuß­ten viel weni­ger von­ein­an­der und über­ein­an­der. vie­les ist im ver­bor­ge­nen geblie­ben, auch weil es es so schon immer gemacht wur­de.

wenn das bes­ser gewe­sen sein soll?

ich höre stein­gart wei­ter­hin. gute infor­ma­tio­nen, adäquat und zeit­ge­mäß auf­be­rei­tet. inter­es­san­te gäs­te. und vor allem erst­mal nicht so wer­tend, son­dern neu­gie­rig-offen fra­gend.

soll sich doch jeder sei­ne mei­nung bil­den.

das habe ich getan.

stein­gart top.

hgm unter­ir­disch.

p.s. was denkst du über das the­ma? sag mir dei­ne mei­nung. ich wer­de ant­wor­ten.

p.p.s. ich lese ger­ne prantl‘s blick. du auch?

arti­kel­bild via pixabay.

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kom­men­tar auf tobi­as schwarz: ein jahr huf­fing­ton post in deutsch­land

Huffington Post Deutschland

hal­lo tobi­as,

erst­mal dan­ke für dei­nen aus­führ­li­chen kom­men­tar drü­ben bei den netz­pi­lo­ten, die ich immer wie­der ger­ne mal lese.  fin­de ihn inter­es­sant, auch und vor allem, weil du huff­po und buzz­feed for­derst.

sie brau­chen auch feed­back, auch wel­ches, an dem man sich rei­ben kann und muss, das dis­ku­tiert wird. braucht es ja gele­gent­lich, um vor­wärts zu kom­men.

was buzz­feed angeht: du schreibst, das es

unter­halt­sam, aber seri­ös und nicht zu über­dreht”

sein soll. nun, ich fra­ge mich eher, ob buzz­feed über­haupt den anspruch an serio­si­tät hat, egal ob in deutsch­land oder glo­bal.

unter­halt­sam schon eher und infor­ma­tiv bzw. “life­hacking­mä­ßig” mit ani­mier­ten gifs, die mir etwa zei­gen, wie ich mei­ne saft­tü­te nach dem öff­nen beim ser­vie­ren nicht ver­tüd­de­le, son­dern ein­fach umdre­he mit dem ver­schluss nach oben zei­gen und alles gut ist.

was du völ­lig ver­nach­läs­sigst, ist der bewegt­bild­an­satz, den buzz­feed glo­bal fährt und der mei­nes erach­tens gene­rell ein­fluss haben wird: vide­os, die zwar ton haben, aber auch ohne funk­tio­nie­ren und damit dem auto­play und der vor­ein­stel­lung “ton aus” etwa bei face­book & co. rech­nung tra­gen. der erfolg gibt ihnen recht. man wird sehen, was in deutsch­land geht, aber das wird bestimmt ein teil sein.

ich für mei­nen teil gebe auch die­sem medi­en­an­ge­bot die zeit und chan­ce sich zu ent­fal­ten, bevor ich es kri­ti­sie­re. so habe ich es vor einem Jahr auch bei der huf­fing­ton post deutsch­land gehal­ten, als alle über sie, das neue, “her­fie­len” mit bei­ßen­der und ätzen­der Kri­tik im netz nicht geiz­ten.

die­se traf übri­gens auch und gera­de mag­da­le­na rogl, die gut ein­ste­cken muss­te, weil sie im netz für ein pro­jekt ihrer fir­ma als bot­schaf­te­rin ein­stand.

ich fin­de das nach wie vor  ein abso­lu­tes unding, aber das nur am ran­de und dabei ist es übri­gens wurscht, das wir uns ken­nen und schät­zen.  “der ton macht die musik” heißt es immer so schön. und das stimmt, damals wie heu­te und auch in zukunft.

ein Jahr spä­ter mag sie viel­leicht zu recht oder unrecht auf die us vor­bil­der hin­wei­sen, aber es stimmt schon: es braucht auch in der heu­ti­gen zeit zeit, so etwas auf­zu­bau­en. nur: das wis­sen auch sebas­ti­an mat­thes & co.: die öffent­li­che geduld ist sel­ten aus­dau­ernd in der heu­ti­gen zeit. und nach einem jahr kann man auch mal einen kri­ti­schen blick dar­auf wer­fen.

was ich aller­dings an dei­nen aus­füh­run­gen zur huff­po, die wie könn­te man es ihr ver­den­ken ein pos­ti­ves fazit zieht, ver­mis­se, ist etwa der blick auf die blog­ger und dabei geht es mir gar nicht dar­um, ob die­se bezahlt wer­den oder nicht, son­dern ein­fach um den fakt, das ich eini­ge von ihnen ken­ne, die da ordent­li­che tex­te schrei­ben.

und na klar wol­len sie gese­hen wer­den. wenn schon kein ent­gelt, dann eben die reich­wei­te und für wen das ok ist, soll es doch machen! habe ich übri­gens auch gemacht. das hat vor­her nie­mand so ange­bo­ten und es scheint vie­le über­zeugt zu haben.

ein bsp. ist ein lie­ber kol­le­ge von mir, der es inzwi­schen regel­mä­ßi­ger als ich schafft, dort zu blog­gen. er schreibt über ita­lie­ni­sche Poli­tik. als ita­lie­ner in deutsch­land. und er macht das in deut­scher Spra­che. toll.

selbst wenn sein blick sub­jek­tiv ist,  was ich ja auch erwar­te und für mich den Reiz aus­macht, erfah­re ich da zusätz­lich mehr zum the­ma als „nur“ über tra­di­tio­nel­le wege.

ich fin­de das scha­de, das sol­che tex­te kei­ne beach­tung in dei­nem kom­men­tar fin­den. ganz und gar über­flüs­sig fin­de ich dann das fazit:

aber von Inno­va­ti­on oder auch nur den Hauch eines respek­ta­blen Niveaus ist lei­der nichts zu spü­ren.“

ich fin­de reis­se­ri­sche über­schrif­ten nicht gut. aber mal ehr­lich: die­je­ni­gen, die sie kri­ti­sie­ren, ver­wen­den sie mit­un­ter auch mal ger­ne selbst, nicht wahr. nur, es muss mei­nes erach­tens auch was dran bzw. drin sein in dem dann fol­gen­den arti­kel.

bei huff­po ist das nicht immer der fall. stimmt. aber: was ist mit den blog­gern? was ist mit besag­tem kol­le­gen von mir? ihm und den ande­ren das niveau ein­fach mal eben so abzu­spre­chen, fin­de ich ungut.

es zeigt mir, dass es auf dich als autor zurück­fällt. war­um? es ist viel zu dras­tisch und zu allgmein­gül­tig und wahr­schein­lich genau das gegen­teil von dem, was du von ande­ren für dich und ande­re ein­for­derst:  näm­lich eine dif­fe­ren­zier­te hal­tung und beur­tei­lung statt ver­all­ge­mei­ne­run­gen.

das woll­te ich mal kom­men­tie­ren. irgend­wie bin ich sehr froh, dass sowohl huff­po als auch buzz­feed in deutsch­land am start sind, weil sie den markt ver­än­dern. wir müs­sen uns alle mehr gedan­ken machen.

über die inhal­te kann man dis­ku­tie­ren, aber dann bit­te auch dif­fe­ren­ziert. sonst kom­men wir nicht vor­wärts.

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soci­al media schafft die illu­si­on, sich in der öffent­lich­keit pri­vat zu füh­len”

letz­tens stand ich an einem sonn­tag­mit­tag auf einem bahn­steig. ich war­te­te in hanau auf einen zug nach mün­chen. das tele­fon klin­gelt. ein freund wünscht mir eine gute rei­se.

ach”, sagt er, “kennst du eigent­lich die­ses blog … selbstdarstellungssucht.de”? dar­auf­hin ich: “nein. soll­te ich?” er: “dach­te nur, weil du dich doch da in soci­al media rum­treibst und bloggst.” “ich: nee, ich ken­ne ja das eine oder ande­re, aber das nicht.”

er: “mhm, ja mei­ne mama hat­te da ne zeit­schrift rum­lie­gen, das fräu­lein oder so. eigent­lich gar nicht schlecht. auf jeden fall blät­ter­te ich dar­in und mir fiel die­ser arti­kel über das blog auf. dach­te, das könn­te für dich inter­es­sant sein.”

social media

irgend­wie weck­te das mei­ne neu­gier­de. gera­de die men­schen in dei­ner umge­bung, die mit dem was du treibst, gar nicht so viel am hut haben, geben dir ja immer wie­der mal wirk­lich gute tipps.

ich: dank dir. ich schaue es mir gleich im zug an.” gesagt getan. tasche geschul­tert und ab in den dann war­ten­den zug und das tele­fon her­aus­ge­fischt. schon beim tip­pen muss­te ich an mich selbst den­ken…

bin ich süch­tig, weil ich mich im soci­al web am tag unzäh­li­ge stun­den bewe­ge, ob nun per mobi­le oder am desk­top rech­ner?

schnell die fra­ge bei­sei­te gewischt und das blog begut­ach­tet. ne men­ge inter­views mit durch­aus inter­es­san­ten men­schen. mhm. seit 2009 bloggt vero­ni­ka nun schon.

und, das sag­te mein freund auch: “hey, die blog­ge­rin kommt aus mün­chen!” gut, dach­te ich mir und schrieb ihr eine mail, weil ich ein­fach mal wis­sen woll­te, was das ist, die­ses blog mit dem namen selbst­dar­stel­lungs­sucht, wel­ches auch auf face­book ver­tre­ten ist und von über 3.000 fans bevöl­kert wird…

johan­nes moin vero­ni­ka. ich freue mich, dass du mei­ne inter­view­an­fra­ge ange­nom­men hast.

vero­ni­ka ger­ne, das ist mein ers­tes inter­view per goog­le dri­ve.

johan­nes du sag mal, war­um bloggst du? oder bes­ser: stell dich doch mal kurz vor.

vero­ni­ka ja, wer bin ich, wenn ich online bin? das ist eine fra­ge, die ich mir schon seit mei­ner ers­ten blo­ger­fah­rung gestellt habe. ich blog­ge seit mein deutsch­leh­rer uns damals im deutsch-lk einen klas­sen­blog hat füh­ren las­sen und mich die­se form von publi­ka­ti­on ab dem zeit­punkt begeis­tert hat.

seit dem habe ich eini­ge blogs gehabt — online sind nur noch die selbst­dar­stel­lungs­sucht und davon auch nur noch tei­le. sowie die tumb­lr cat­sand­pis­tols und bestree­tart.

ich habe ein fer­ti­ges kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign stu­di­um, stu­die­re im moment medi­en­kunst an der aka­de­mie der bil­den­den küns­te in mün­chen und war ein jahr im pres­se­club men­to­ring pro­gramm.

Ver­öf­fent­li­chen ist für mich so ein inne­rer drang. den aus­tausch, den blogs und soci­al media mit andern men­schen ermög­li­chen, fin­de ich fas­zi­nie­rend, ich kann leu­te fin­den, die sich für das inter­es­sie­ren was ich mache, die ich da drau­ßen so nicht tref­fen wür­de.

selbst­dar­stel­lungs­sucht bedeu­tet in bezug auf soci­al media die­sen ste­ten drang ande­re men­schen bzw. freun­den einen neu­en sta­tus mit­zu­tei­len. soci­al-media-nut­zer ten­die­ren ja doch dazu wenn mög­lich täg­lich ande­re pro­fi­le zu sich­ten und das eige­ne pro­fil oft upzu­da­ten. da gibt es einen immensen wunsch nach aner­ken­nung und beach­tung.”

vero­ni­ka chris­ti­ne dräx­ler

johan­nes man müß­te sich ja auch mit schild hin­stel­len und sie dar­auf auf­merk­sam machen. by the way. das erin­nert mich an die­ses video über face­book. wirkt bestimmt auf vie­le ein wenig komisch, wür­de man sich so dar­stel­len. oder aber man geht auf mes­sen oder events.

aber selbst dort hat man ja nur begrenz­te mög­lich­kei­ten, sich in kur­zer zeit so zu prä­sen­tie­ren. also in der gän­ze, wie es ein blog etwa ermög­licht oder ande­re soci­al media. wie hat man es denn vor 10–15 jah­ren gehand­habt, als die­se per­spek­ti­ven noch zukunfts­mu­sik waren?

social media

vero­ni­ka das video ist super — so habe ich das auch noch nicht gese­hen. mich erin­nert die­ses öffent­li­che mit dem mega­pho­ne her­um ren­nen an das aus­stel­lungs­sze­na­rio bei der son­der­aus­stel­lung @home im deut­schen muse­um, bei der ich letz­tes jahr hin und wie­der füh­run­gen gege­ben habe.

dort konn­ten die aus­stel­lungs­be­su­cher platz auf sofas in einer wohn­zim­mer­ku­lis­se neh­men, die dazu ein­ge­la­den haben sich hei­me­lig und pri­vat zu füh­len. sich hin­zu­le­gen, aus­zu­stre­cken, eini­ge besu­cher sind sogar ein­ge­schla­fen..

die­ses wohn­zim­mer war aber ein öffent­li­ches, jeder konn­te zu schau­en. sich in einer öffent­lich­keit pri­vat füh­len, das ist eine illu­si­on, die soci­al media aus­löst.

wie das vor 10–15 jah­ren war? kei­ne ahnung, aber da hat­te ich mein ers­tes han­dy, ein nokia 5110, da war es das größ­te die­se ascci code bild­chen zu ver­schi­cken.

social media

mr. spock im ascii-code: die com­pu­ter-schrift­zei­chen wer­den 50 via chip.de

johan­nes ich hat­te auch ein nokia, aber spä­ter. es war irgend­wie unka­putt­bar. aber bil­der, nun ja, da sind ja die heu­ti­gen smart­pho­nes schon bes­ser. wie ist das eigent­lich, siehst du auch einen trend zu einer immer visu­el­ler wer­den­den kom­mu­ni­ka­ti­on? denn die bil­der neh­men ja so lang­sam über­hand, ob mobil oder am rech­ner. oder eben in blogs.

vero­ni­ka da gibt es die­se rede­wen­dun­gen: ein bild sagt mehr als tau­send wor­te. oder: bil­der kön­nen nicht lügen. im mit­tel­al­ter hat­ten bil­der eine gro­ße macht auf deren betrach­ter. haben sie das heu­te noch auf uns?

ich den­ke ein groß­teil der inter­net-user ist sich dem the­ma der bild­ma­ni­pu­la­ti­on bewusst. was ein bild erzeugt ist nach wie vor eine unschlag­ba­re unmit­tel­bar­keit. es ist leich­ter einen moment zu foto­gra­fie­ren, als ihn zu erklä­ren.

statt jeman­dem also zu beschrei­ben, was ich gera­de mache, ist ein bild ein­fach schnel­ler gemacht und ver­schickt. das ist prak­tisch. was ich mich fra­ge ist, wie wird insta­gram, tumb­lr oder ffffound den beruf des foto­gra­fens, bild­agen­tu­ren und ver­la­ge ver­än­dern.

ges­tern erst habe ich auf der sei­te mother jones dar­über gele­sen, dass die redak­teu­re der chi­ga­go sun-times ihren jour­na­lis­ten ein ipho­ne-foto-trai­ning geben und so die foto­gra­fen-hono­ra­re ein­ge­spart wer­den sol­len.

mei­ner mei­nung nach haben wir zwar eine gigan­ti­sche bil­der­flut — aber das sagt nichts über die qua­li­tät der bil­der aus. nicht jeder der ein bild macht, kann auch wirk­lich gute bil­der machen.

social media

johan­nes letz­te­res stimmt abso­lut. aber was ist jetzt eigent­lich selbst­dar­stel­lungs­sucht, also nicht nach wiki­pe­dia, son­dern nach dei­ner auf­fas­sung. denn wenn du auf dei­nem blog inter­es­san­te men­schen inter­viewst, dann ist das ja auch eine form von dar­stel­lung.

geht der name dei­nes blogs dar­auf zurück, dass wir irgend­wie doch alle ein wenig extro­ver­tier­ter sind, als wir viel­leicht zuge­ben wol­len?

kurz gesagt stel­len wir krea­ti­ve macher vor — nach wel­che genau­en kri­tie­ri­en wir die­se aus­su­chen kann ich lei­der nicht punkt­ge­nau fest­hal­ten, das haben wir jetzt nir­gends auf­ge­schrie­ben bzw. fest­ge­hal­ten. das ist viel per­sön­li­ches inter­es­se und intui­ti­on. ich sage aber schon auch oft nein zu vor­schlä­gen — ich suche schon einen gewis­sen grad an ästhe­tik in der per­son und ihrer geschich­te und dar­stel­lung für den blog.”

vero­ni­ka chris­ti­ne dräx­ler

vero­ni­ka selbst­dar­stel­lungs­sucht bedeu­tet in bezug auf soci­al media die­sen ste­ten drang ande­re men­schen bzw. freun­den einen neu­en sta­tus mit­zu­tei­len. soci­al-media-nut­zer ten­die­ren ja doch dazu wenn mög­lich täg­lich ande­re pro­fi­le zu sich­ten und das eige­ne pro­fil oft upzu­da­ten. da gibt es einen immensen wunsch nach aner­ken­nung und beach­tung.

den blog habe ich so getauft, weil das publi­zie­ren an sich ohne ein lesen­des gegen­über wenig moti­viert und weil einen text ver­öf­fent­li­chen doch auch bedeu­tet, dass ich will, dass er gele­sen wird. ich fin­de es abso­lut mensch­lich feed­back bekom­men zu wol­len.

eine publi­ka­ti­on — dar­un­ter zäh­le ich auch ein sta­tus-update — zeigt für mich, dass da ein mensch auf etwas auf­merk­sam machen möch­te. das kann er aber nur in dem er sich selbst ein­bringt. beim publi­zie­ren geht es aber mehr und mehr nur noch dar­um sich selbst zu pro­fi­lie­ren — dies auf kos­ten des pri­vat­le­bens zu tun, das fin­de ich nicht mehr gut.

wir suchen für den blog also nach per­sön­lich­kei­ten, nicht nach pro­fi­len. der name selbst­dar­stel­lungs­sucht ist also in bezug auf den blog ein wenig selbst­iro­nisch gemeint. tat­säch­lich möch­ten wir men­schen vor­stel­len, die etwas beson­de­res machen und ihrem eige­nen weg fol­gen und das auch in der öffent­lich­keit so kom­mu­ni­zie­ren, dass sie uns auf­fal­len.

johan­nes die­sen ste­ten drang ver­spü­re ich. er resul­tiert bei mir aber weni­ger aus dem drang, publi­zie­ren zu müs­sen als viel­mehr mit ande­ren men­schen in den dia­log zu tre­ten und mei­ne neu­gier­de auf neu­es und men­schen zu befrie­di­gen.

die­ser antrieb hat mein hob­by zum beruf wer­den las­sen. und schränkt, das gebe ich zu, mein pri­vat­le­ben durch­aus häu­fi­ger ein, wenn man so will.

aber das ändert sich suk­zes­si­ve. denn man ent­wi­ckelt sich wei­ter wie auch eben das inter­net sich wei­ter­ent­wi­ckelt. aber zurück zu dei­nem blog: was ist das beson­de­re an den men­schen, die bei dir vor­ge­stellt wer­den?

social media

vero­ni­ka sie machen etwas — was uns als autoren auf­fällt — aus eige­nem antrieb und das beson­ders gut. es sind krea­ti­ve aus unter­schied­lichs­ten berei­chen, die für sich eine nische gefun­den haben.

kurz gesagt stel­len wir krea­ti­ve macher vor — nach wel­che genau­en kri­tie­ri­en wir die­se aus­su­chen kann ich lei­der nicht punkt­ge­nau fest­hal­ten, das haben wir jetzt nir­gends auf­ge­schrie­ben bzw. fest­ge­hal­ten. das ist viel per­sön­li­ches inter­es­se und intui­ti­on.

ich sage aber schon auch oft nein zu vor­schlä­gen — ich suche schon einen gewis­sen grad an ästhe­tik in der per­son und ihrer geschich­te und dar­stel­lung für den blog.

johan­nes vero­ni­ka, hab lie­ben dank für das span­nen­de inter­view. ich hof­fe, wir tref­fen uns bald mal auf einen espres­so oder ein hel­les in einem der schö­nen bier­gär­ten die­ser stadt.

vero­ni­ka ger­ne.

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