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replik auf wolf­gang mün­chau: wenn polen und ungarn nicht mehr in die eu gehö­ren sol­len…

polen und ungarn und die ande­ren staa­ten im rah­men der ost­erwei­te­rung in die eu 2003/4 offi­zi­ell auf­zu­neh­men, war ein feh­ler, so der tenor der kolum­ne von wolf­gang mün­chau auf spon, vom ver­gan­ge­nen frei­tag. mehr noch:

aus unse­rer sicht ist aber noch ganz ande­res befremd­lich. wie kommt es, dass die­se län­der just in dem moment ihre natio­na­lis­ti­sche ader ent­deckt haben, nach­dem sie der eu bei­ge­tre­ten sind? hät­ten sie orbán oder die kac­zynskis zehn jah­re vor­her gewählt, wäre uns ihre mit­glied­schaft erspart geblie­ben. heu­te lässt sich das nicht mehr rück­gän­gig machen.

mei­ne freun­din hat recht, wenn sie sagt, dass ich polen immer ver­tei­di­ge, wenn das gespräch auf das nach­bar­land kommt.

wenn dem so ist, dann rührt es von mei­nem stu­di­um der poli­tik- und ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten, wel­ches mich 2004 unter ande­rem ein jahr nach polen führ­te.

ich leb­te und arbei­te­te in kra­kau, bres­lau und war­schau. mit der spra­che wur­de ich nie so recht warm, auch wenn ich zahl­rei­che inten­siv­sprach­kur­se erfolg­reich absol­viert habe.

zu mei­ner ver­tei­di­gung muss ich anfüh­ren, dass pol­nisch nicht leicht zu erler­nen ist.

das wis­sen die polen und schät­zen es umso mehr, wenn man sich trotz­dem um sie bemüht, also um ihre spra­che, aber auch die kul­tur, die men­schen, die gebräu­che, alles das, was man eben so macht, wenn man län­ger in einem land lebt und es ver­sucht zu ver­ste­hen.

was wäre eigent­lich gewe­sen, wenn polen zu der zeit, in wel­cher ich dort gelebt habe, nicht mit­glied der eu gewe­sen wäre?

weder hät­te ich die inten­si­ven dis­kus­sio­nen unter den men­schen für pro und con­tra eu mit­be­kom­men, noch den unge­heu­ren wil­len der men­schen, die gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen umwäl­zun­gen zu meis­tern, die mit der auf­nah­me in die eu ver­bun­den sind. und das nicht erst nach dem offi­zi­el­len bei­tritt, son­dern schon lan­ge vor­her, auf dem weg dort­hin.

2016 schreibt wolf­gang mün­chau, aus­ge­wie­se­ner wirt­schafts­jour­na­list, vom feh­ler der auf­nah­me in die eu und der unum­kehr­bar­keit der mit­glied­schaft von polen und ungarn.

przepras­zam pani wolf­gang mün­chau, ale to jest popu­lis­ti­scher unfug!

polen ist und bleibt euro­pä­isch

und selbst wenn ich es falsch ver­stan­den habe und wolf­gang mün­chau nur die kac­zynskis und orbáns mein­te, blei­be ich dabei, das sei­ne ein­las­sun­gen kon­tra­pro­duk­tiv sind und dazu­bei­tra­gen kön­nen, das leser sich in ihren vor­ur­tei­len gegen­über polen bestä­tigt füh­len.

wäre es nicht ein­mal an der zeit für eine kolum­ne, die auf inhal­te und dif­fe­ren­zie­rung setzt als auf pes­si­mis­mus und popu­lis­mus?

zur poli­ti­schen per­spek­ti­ve: sicher­lich wird das ver­hand­lungs­re­gime mit popu­lis­ti­schen und erz­lin­ken bzw. erz­rech­ten regie­run­gen in einem euro­pa der 28 nicht leich­ter.

sicher­lich leben wir in einer zeit, in der die euro­päi­sche poli­tik von einer kri­se zu nächs­ten eilt, um schlim­me­res zu ver­hin­dern. manch­mal stol­pert sie, weil sie sich selbst ein bein stellt.

hier­bei kommt die kunst der kon­sis­ten­ten und effek­ti­ven diplo­ma­tie ins spiel, in der eu vor allem durch das duo­pol deutsch­land und frank­reich, die die füh­rung über­neh­men müs­sen.

dabei macht ein dif­fe­ren­zier­ter blick nach polen deut­lich, das eine pol­ni­sche regie­rung immer zuerst an das wohl­erge­hen des lan­des und der men­schen denkt, egal wel­cher cou­leur.

dar­un­ter wird auch und vor allem das beto­nen der sou­ve­rä­ni­tät ver­stan­den, egal in wel­cher form.

aus mei­ner sicht wer­den der­zeit in war­schau alte rech­nun­gen begli­chen, sowohl was die umstruk­tu­rie­run­gen von beset­zungs­pro­zes­sen von posi­tio­nen in den öffent­li­chen medi­en betrifft als auch was die bezie­hun­gen zu den eu betrifft.

exkurs: die abbe­ru­fung der frisch von der vor­gän­ger­re­gie­rung ernann­ten fünf ver­fas­sungs­rich­ter als eine der ers­ten amts­hand­lun­gen der neu­en regie­rung wirft fra­gen auf, die nicht en detail erör­tert wer­den kön­nen. unge­wöhn­lich ist der vor­gang alle­mal.

letzt­lich muss die pol­ni­sche regie­rung, wenn sie ihren ein­fluss in einer eu der 28 gel­tend machen will, die aktu­el­len irri­ta­tio­nen hin­ter sich las­sen und zur tages­ord­nung über­ge­hen.

sie wird es auch, gera­de weil sie gefor­dert ist, ent­schei­dun­gen zu tref­fen, was the­men wie die euro­päi­sche wirt­schaft (sie­he grie­schen­land, jugend­ar­beits­lo­sig­keit), die ost­eu­ro­päi­sche per­spek­ti­ve (ukrai­ne, weiß­russ­land) oder die euro­päi­sche debat­te rund­um die flücht­lings­strö­me betrifft. sie wer­den die men­schen und gesell­schaf­ten in der eu auf jahr­zehn­te hin prä­gen wer­den.

zur gesell­schaft­li­chen per­spek­ti­ve: zu die­ser sagt mün­chau nichts. nichts über die men­schen aus polen, die in deutsch­land, der eu und der gan­zen welt leben und arbei­ten und ihr wohl­ver­dien­tes geld oft­mals in polen inves­tie­ren, wenn sie nahc ein paar jah­ren zurück­keh­ren.

was das für eine gesell­schaft bedeu­tet, wenn eine gan­ze jugend aus­zieht in die fer­ne mit hil­fe von pre­paid kar­ten und easy­jet, kann ich nicht mit letz­ter sicher­heit beur­tei­len.

2003/4 hat­ten zwei bran­chen hoch­kon­junk­tur: sprach­schu­len für eng­lisch, fran­zö­sisch und spa­nisch sowie low cost air­lines mit zie­len wie lon­don oder bar­ce­lo­na.

12 jah­re spä­ter schreibt ein deut­scher wirt­schafts­jour­na­list dar­über, das polen und ungarn ihre natio­na­lis­ti­schen adern ent­de­cken.

die gab es schon immer und wird es wohl auch noch eine weil geben. die fra­ge ist, wie aus­ge­prägt sie sein wer­den, wenn die euro­päi­sche gene­ra­ti­on in die eli­ten auf­stei­gen.

zur gesell­schaft­li­chen per­spek­ti­ve wür­de auch gehö­ren, das man die umwäl­zun­gen seit 1989/90 ent­spre­chend ver­or­tet.

kann sich eine gesell­schaft in 25 oder 26 jah­ren der­art moder­ni­sie­ren wie es ande­re in rund 70 Jah­ren geschafft haben?

auf die ant­wort bin ich gespannt. Ja, ich ver­tei­di­ge polen. ich ver­tei­di­ge die men­schen und appe­lie­re ein­mal mehr an unse­re neu­gier­de, ver­ste­hen zu wol­len, wie unser nach­bar­land tickt.

arti­kel­bild: poland war­saw wars­za­wa grzy­bow­ski squa­re march 2011 by adam smok cc by 2.0

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wie nah doch die trau­er der freu­de ist

20 jah­re ist es her, sagt die repor­te­rin. 20 jah­re den­ke ich ver­blüfft. sofort den­ke ich an mei­ne frü­he­re kol­le­gin. sie ist mit herz und ver­stand bos­nie­rin. sie war am wochen­en­de bei der gedenk­ver­an­stal­tung für sre­bre­ni­ca dabei.

auch dabei war der ser­bi­sche minis­ter­prä­si­dent. er kam, sah, leg­te blu­men nie­der und … wur­de vom platz gefegt durch stei­ne und alles mög­li­che was man so zu fas­sen bekam, um es nach ihm zu wer­fen.

mir kamen die trä­nen. zum ers­ten mal ver­moch­te ich zu ermes­sen, welch unend­lich gro­ßes leid über die men­schen kam. wenn es nach zwan­zig jah­ren noch so leben­dig und streit­voll ist…

freu­de.

ich dach­te an #big­foot und wie er wächst, wie er lacht, manch­mal schon zwin­kert, dann wie­der geckert und schlitz­oh­rig “Da” sagt und mit dem Fin­ger in die Wei­te zeigt und sei­ne Eltern dar­auf hin­ein­fal­len und er sich freut wenn er merkt, das mama und papa gar nichts ent­deckt haben.

viel­leicht soll­ten wir alle ein­fach nur ein wenig dank­bar­keit emp­fin­den. für die men­schen, die uns beglei­ten. für die men­schen, die für uns da sind, wenn wir sie brau­chen. für die men­schen, die uns brau­chen, für die, für die wir da sind. für all jene, die wir lieb haben. denn: sie alle wer­den immer mit uns sein.

das leben ist schön und auch wie­der nicht. es ist unser leben und das, was wir dar­aus machen, wie es sich für uns anfühlt.

Arti­kel­bild: Pray­ers for Nepal by Ali­ce Pop­korn, CC BY 2.0

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wirst du mich auch noch lie­ben, wenn ich nicht mehr jung und hübsch bin?

jung und hübsch

eine fra­ge, die vie­le men­schen umtreibt. irgend­et­was hat sie in ihrer lie­be ver­un­si­chert. sie hof­fen. sie malen sich aus wie es wäre, wenn sie nicht mehr da wäre.

die lie­be.

viel­leicht kann da die­ses brett hel­fen. im ori­gi­nal von lana del rey, hier ein wenig ver­mixt von lena lind­bergh.

die fra­ge wird blei­ben, aber viel­leicht hilft es der lie­be, die fra­ge nach der zeit die­ser zu über­las­sen. die ant­wort kommt,  wenn die fra­ge gestellt wird.

ob es das pro­ba­te ist, die­se fra­ge über­haupt zu stel­len, weiß nie­mand. lie­be ist für alle und jeden etwas ande­res. anders über­wäl­ti­gend, anders bedrü­ckend.

für den einen/die eine flüch­tig, wie ein schmet­ter­ling, mal hier und mal da, aber immer mit einer gehö­ri­gen por­ti­on durst.

für mich ist es etwas ganz beson­de­res, auf das ich acht geben will heu­te und in allen tagen.

klingt pathe­tisch. aber es ist so und es ist wun­der­schön wie es ist.

wenn sie die augen öff­net und mich aus vol­lem her­zen anstrahlt, dann …

wenn sie die augen öff­net und die trä­nen­aus vol­lem her­zen flie­ßen, dann …

ja dann will ich da sein. für sie. mit ihr tan­zen. mit ihr lei­den. sie lie­ben.

punkt.

Arti­kel­bild: Mar­tin Abegg­len, hübsch, https://flic.kr/p/6N4ERz

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