incredi­ble: neue blog­ger arbei­ten auch

übri­gens: mein Name ist johan­nes lenz. ich bin volon­tär für unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on und online mar­ke­ting bei der alma mater gmbh, einer stutt­gar­ter per­so­nal­ver­mitt­lung und kar­rie­re­be­ra­tung für aka­de­mi­sche nach­wuchs­kräf­te. seit Juni 2008 arbei­te ich dort und bin ver­ant­wort­lich für die online-redak­ti­on und die pr.

im rah­men mei­ner arbeit nahm ich ende 2008 an der von prof. tho­mas pleil orga­ni­sier­ten kon­fe­renz zur zukunft der online pr 2008 der fach­hoch­schu­le darm­stadt-die­burg teil. und die­se bringt mich zu einem lieb­lings­the­ma von mir: twit­ter. denn dort schrie­ben bzw. twit­ter­ten alle teil­neh­mer auf einer twit­ter­wall live über das gesche­hen. und ich als alter ego von alm­amei­se war mit­ten­drin…

inzwi­schen twit­te­re ich längst auch unter johan­nes­lenz, ent­wi­cke­le via fre­e­len­zer und johanneslenz.posterous ers­te blo­gak­ti­vi­tä­ten und spe­zia­li­sie­re mich immer mehr im bereich unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on / pr auf soci­al media, um mich dar­in ab april 2010 neu­en beruf­li­chen her­aus­for­de­run­gen zu stel­len. und das mit enthu­si­as­mus, weil die art des dia­logs bei twit­ter & co. mich sehr fas­zi­niert.

neu­er blog­ger arbeits­tag

8:25 Wecker klin­gelt und ich ver­dam­me ihn. bringt aber nichts. er klin­gelt wei­ter.

9:30 stap­fe als letz­ter ins büro und schal­te “ghosts” radar ein. power sta­ti­on fährt hoch. erklä­rung: haupt­in­stru­ment mei­nes tuns ist der pc. und ich wer­de ghost genannt. fra­gen nach dem grund kann ich nicht beant­wor­ten. unter­neh­mens­ge­heim­nis.

10:30: inzwi­schen ist die lage son­diert. was heißt das? Mails gecheckt (bin für die eige­ne und den pr zugang ver­ant­wort­lich), habe soci­al pro­files für alm­amei­se ange­schal­tet und weiß, wel­che the­men in bewer­ber-, recrui­ter- und per­so­nal­mar­ke­ting­zir­keln bespro­chen wer­den. lage ist son­diert. plan, was zu tun ist, steht für den tag, meis­tens winkt mir out­look schon zu und zeigt, was am tag so ansteht, ob remin­der mit ter­mi­nen am start sind oder regel­ter­mi­ne ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen.

10:30–13:30: Zeit des Tuns. ich habe schon mit Part­nern der Web­sei­te Kon­takt auf­ge­nom­men, um Regel­ter­mi­ne abzu­ar­bei­ten (wann muß con­tent gelie­fert wer­den, wie ist der Stand, was gibts Neu­es usw., Bespre­chun­gen wegen Online-Koope­ra­tio­nen, ers­te Aktua­li­sie­run­gen der Home­page, News­let­ter begon­nen, Abspra­chen mit Chef zu Ide­en & Kor­rek­tu­ren auf Web­sei­te, was sagt Xing, auf Zuruf schnel­le Auf­trä­ge begon­nen, kon­zep­tio­nell Tex­te wei­ter­ge­spon­nen und geschrie­ben oder ter­mi­niert usw.)

13:30 bepackt meis­tens mit papier gehts zur nahen bäcke­rei auf der jagd nach einem käse­bröt­chen. wäh­rend die­ses gefan­gen wird, wer­den aus­gwähl­te arti­kel rund um die the­men­be­reich online pr, soci­al web oder cor­po­ra­te com­mu­ni­ca­ti­ons ver­schlun­gen.

14:00 auf zur 2. halb­zeit, in der es meis­tens ordent­lich zugeht. ein dop­pel­ter expres­so mac­chia­to hilft, nicht ins fress­ko­ma zu ver­fal­len, son­dern wei­ter­hin auf­merk­sam zu schrei­ben, micro­zu­blog­gen, zu face­boo­ken…

15:00 hat­ten gera­de monats­mee­ting. chef mein­te, ich könn­te end­lich mal den traf­fic rank der web­sei­te stei­gern. fra­ge ihn wie. er: “mach was mit dem inter­net, ghost”. ich ent­geg­ne: ich zieh es ab. er schmun­zelt. im ernst: der job bringt es mit sich, an vie­len fron­ten prä­sent zu sein. in online pr por­ta­len zum bei­spiel. sind kos­ten­los und bie­ten web­sei­ten­be­trei­bern her­vor­ra­gen­de möglick­ei­ten, auf­merk­sam­keit und sicht­bar­keit bei jour­na­lis­ten zu gene­rie­ren. wie das: nun, sie wer­den von die­sen gecheckt und zudem sind sie in den such­ma­schie­nen ordent­lich gerankt — meint, daß man die eige­nen pres­se­mit­tei­lun­gen in den vor­de­ren ergeb­nis­sen der such­an­fra­ge fin­det -. eini­ge las­sen auch backlinks zu, womit man schon mal nen punkt gemacht hat. pres­se­mit­tei­lun­gen schwe­ben dem­nach, sind sie zudem mit ent­spre­chen­den key­wor­ds ver­se­hen, eine gewis­se zeit lang oben in den rele­van­ten such­ma­chi­nen­er­geb­nisssen. bei alma mater kommt es immer häu­fi­ger vor, daß jour­na­lis­ten unter ande­rem des­halb anru­fen und äußern, dass sie via inter­net auf uns auf­merk­sam wur­den.

16:30 inzwi­schen war ich auch mehr­fach bei crossing, wie man xing inzwi­schen nennt. dort kann man auch pr betrei­ben und nicht nur mit der sta­tus­mel­dung, wenn man pre­mi­um-mit­glied ist, son­dern etwa mit ankün­di­gun­gen in ziel­grup­pen­ge­rech­ten grup­pen und deren unter­fo­ren. kommt natür­lich wesent­lich auf das pro­fil­fo­to und den titel des ein­ge­stell­ten arti­kels an. manch­mal könn­te man mei­nen, der schein beherrscht das sein. aber trom­meln will eben gelernt sein. ist die grup­pe etwa offen und für such­ma­schi­nen ein­les­bar, taucht der arti­kel auch dort auf. alles hängt mit allem zusam­men. neben dem ham­bur­ger busi­ness netz­werk gibt es ja auch noch den welt­weit akti­ven coun­ter­part lin­kedin sowie die soci­al net­works, zu denen ich an die­ser stel­le auch twit­ter zäh­le, auch wenn biz stone, mit­be­grün­der, sein baby gar nicht als sol­ches begreift. und dort kann man natür­lich auch pr machen. man­che machen dort unver­fro­ren gute pr, ande­re das gegen­teil. letzt­lich ist dies — eini­ge hegen nun wohl zwei­fel — aber abso­lut ok. denn: bei twit­ter geht es dar­um, dass man sei­nen fol­lo­wern mehr­wert bie­tet, weil sonst das inter­es­se gering bleibt. gera­de die­ser tage heu­te twit­ter­ten vie­le, der zwit­scher­dienst ent­wi­cke­le sich auf­grund der ver­meint­lich gerin­gen zahl akti­ver nut­zer zum infor­ma­ti­ons­netz­werk und damit weg vom soci­al net­work. da fra­ge ich mich doch, ob es über­haupt eines war und inwie­fern die (emo­tio­na­le) bin­dung zwi­schen usern dar­über ent­schei­det, was das netz­werk nun eigent­lich dar­stellt. aber egal.

18:00 Der Arbeits­tag neigt sich dem ende. der chef ist auf der suche nach ver­wert­ba­ren süß­wa­ren in form von scho­ko­la­de oder plätz­chen. muß ihn auf nach­fra­ge ent­täu­schen. und mei­nen apfel will er nicht. da kön­ne er ja auch gleich in den tisch bei­ßen. naja, macht er ja doch nicht. das büro lehrt sich und eigent­lich ist jetzt ne gute zeit, um viel­leicht noch das eine oder ande­re zu schrei­ben. bei­spiels­wei­se nen klei­nen post auf dem geha­el­terblog, einer infor­ma­ti­ons­samm­lung rund um das the­ma gehalt. oder aber noch aktua­li­sie­run­gen auf der web­sei­te vor­neh­men, die am vor­mit­tag nicht geschafft wur­den — ban­ner ein­bau­en, ver­lin­kun­gen aktua­li­sie­run­gen usw. — was ich auch ger­ne mache, ist die pres­se­mit­tei­lun­gen in den bereich öffent­lich­keit und pres­se stel­len. dort lege ich auch die links in form der titel der erwäh­nun­gen von alma mater im Inter­net an. ist schon was zusam­men­ge­kom­men in den letz­ten andert­halb jah­ren, gera­de und vor allem auch über die online part­ner, die ich für alma mater gewin­nen konn­te. jetzt krab­belt dann auch alm­amei­se in den fei­er­abend. sie ist aus der online-kom­mu­ni­ka­ti­on nicht mehr weg­zu­den­ken und es war schon ne gute sache, daß ich ihr twit­ter damals gezeigt habe, denn sie bringt traf­fic auf die web­sei­te, hält kon­takt zu bewer­bern, recrui­ting exper­ten und per­so­nal­mar­ke­ting exper­ten von gro­ßen & klei­nen unter­neh­men. mit ihren tweets betreibt sie im grun­de nichts ande­res als pr für alma mater. inzwi­schen ist sie eta­bliert und schon recht erwach­sen gewor­den. der schalck sitz ihr aber noch immer im nacken…

19:00 meist wird es ja doch spä­ter als man sich vor­ge­nom­men hat, auch wenn man schon längst alles zusam­men­ge­packt ist. liegt dann zumeist dar­an, dass noch nicht alles abge­ar­bei­tet ist oder ein­fach der nächs­te tag getimet wer­den muss. gedan­ken zu ter­mi­nen mit jour­na­lis­ten notie­ren, die schließ­lich über­zeugt wer­den sol­len, daß sie bei und mit alma mater ne sto­ry bekom­men, die anspre­chend, aktu­ell und mög­lichst uni­que ist. und natür­lich muss man seri­ös sein. aber die gesprä­che waren und sind zumeist wirk­lich inter­es­sant, weil man immer wie­der etwas lernt. etwa über das dasein von frei­en mit­ar­bei­tern, die es wahr­lich nicht leicht haben, mit ihren sto­ries bei redak­tio­nen zu lan­den, geschwei­ge denn damit geld zu ver­die­nen. gibt aus­nah­men, aber vie­le müs­sen kämp­fen. meist geht es dann auch für mich zwi­schen 18:30 und 19:30 in den fei­er­abend. zwi­schen­zei­lich wird es auch mal spä­ter.

alles in allem ist der job sehr viel­fäl­tig von sei­ner auf­ga­ben­struk­tur her, denn neben der pr kommt auch das mar­ke­ting mit news­let­tern und ande­ren tex­ten ins spiel. klar, manch­mal sieht man den wald vor lau­ter bäu­men nicht, aber auf­ge­ben ist nicht. außer­dem kommt man mit einem plan ganz gut vor­an. so ist jeder tag anders als der vor­he­ri­ge. so wie die pres­se­mit­tei­lun­gen, die tweets, die arti­kel, die news­let­ter usw. wenn man dann noch die frei­heit hat, eigen­in­itia­tiv zu arbei­ten, kon­zep­te zu ent­wi­ckeln, sich aus­zu­pro­bie­ren, dann ist das schon ziem­lich cool für einen volon­tär.

good night & good luck!

p.s.: die­ser text ent­stand im rah­men des pro­jek­tes “a day in the life of pr folks”, initi­iert von prof. tho­mas pleil, und steht allen inter­es­sier­ten zur teil­nah­me offen. einiz­ge bedin­gung: wer sich anmel­det, macht in pr 😉

Soci­al Media singt

Abend­stund hat Gold im Mund. Nun, die Tage sind lang. Aber, wenn man mor­gens die Stra­ßen ent­lang schleicht, hört man ein Tril­ler und fie­pen. Fröh­lich geht es zur Sache hoch oben neben dem Fuß­weg. Die Son­ne zeigt sich mit einer Vehe­menz, dass man unwill­kür­lich beginnt, zu blin­zeln.

Die Vögel sind los, der Lenz ist. Und Vero­ni­ka. Sie hat sich auf­ge­macht und ist unter­wegs. Sie hat sich ein Pseud­onym zuge­legt und ist vie­ler­orts gleich­zei­tig und doch nicht zu grei­fen. Man spricht über sie und doch scheint es, als wäre sie nur der Stau der Bau­stel­le, der her­über weht und zum Nie­sen ein­lädt.

Wo ist sie? Sie ist hier. Ver­steckt sich hin­ter den Buch­sta­ben und betrach­tet genüss­lich den Schrei­ber­ling wie den Leser. Mit ihr ist es wie mit Soci­al Media, könn­te man manch­mal den Ein­druck haben: Sie sind da und dann doch wie­der nicht.

Sta­te of the Soci­al Media Art — 3 aus­ge­wähl­te Bei­trä­ge & 3mal Fazit:

Andre­as Wol­lin hat in sei­nem Bei­trag “Der Ver­such, die Figur (!) “Don Alphon­so” zu ver­ste­hen” die Debat­te um die Arti­kel von Don Alphon­so auf­ge­nom­men und ver­sucht sei­ne fik­tiv-künst­le­ri­sche Figur aus­zu­leuch­ten sowie die Dis­kus­si­on, die dar­um ent­brannt ist.

Fazit:  Man muss Don Alphon­so als Figur ver­ste­hen, die eben einen gewis­sen Ansatz ver­folgt, die nicht auf Gesprächs­be­reit­schaft grün­det und nicht zum Dis­ku­tie­ren ein­lädt, die nicht auf Gesprä­che setzt  -und dabei lei­der mit­un­ter Gren­zen über­schrei­tet, was nicht sein soll­te. Das ist so — oder um es mit Don Alphon­sos Wor­ten zu sagen: “Ende!”.

Zuvor hat­te Robert Basic in einem Bei­trag zur Debat­te die Fra­ge gestellt: “zit­tern jetzt alle Soci­al Media Bera­ter

Sind nun SM Bera­ter per se doof und haben nix auf dem Kas­ten? Übli­che Ant­wort: Das kommt dar­auf an, wer wie gut ist. Erwei­ter­te Ant­wort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Bera­ter ist. Für eines ist er meis­tens immer gut: Er ver­kürzt die Zeit, Unter­neh­men etwas Neu­es auf­zu­zei­gen, was Bares wert ist. Was die Unter­neh­men damit inhou­se anstel­len, hängt von den Machern intern ab, wie lern­fä­hig und gut die­se sind. Dar­an ändert weder ein DonA noch ein SM Bera­ter nix. Also schon wie­der Kos­ten? Sor­ry, dass Betriebs­wirt­schaft so lang­wei­lig ist:)

Für eins war Don Alphon­sos Bei­trag für mich per­sön­lich gut: Er ist anre­gend, kna­ckig geschrie­ben und hat im bes­ten Sin­ne amü­siert.”

Dazwi­schen hat Klaus-Die­ter Knoll in sei­nem Bei­trag “reB­log Sozia­le Netz­wer­ke: Die Schelm­ex­per­ten des sozia­len Inter­nets — Hin­ter­grün­de — Feuil­le­ton — FAZ.NET” zur Debat­te Stel­lung genom­men.

Trotz alle­dem glau­be ich an das Gute, das die Ver­än­de­run­gen durch Soci­al Media mit sich brin­gen wer­den. Und das sind gestärk­te (Kunden-)Beziehungen. Es geht die gan­ze Zeit über­haupt nicht mehr pri­mär ums Geld, son­dern um Bezie­hun­gen; das bedeu­tet das *Soci­al* in Soci­al Media. Dass die­se Bezie­hun­gen zu sich selbst orga­ni­sie­ren­den, arbeits- und lebens­fä­hi­gen Netz­wer­ken füh­ren, was sich für deren Mit­glie­der letzt­lich auch aus­zah­len wird, steht für mich außer Fra­ge.

Ansons­ten: ein in Gän­ze lesens­wer­ter Bei­trag von Don Alphon­so, auch wenn er wie­der ein­mal in den Grund­te­nor der FAZ passt, dass das gan­ze Inter­net ein ein­zi­ger Mist ist. – Die Angst der FAZ vor die­ser neu­en Tech­no­lo­gie muss schon unheim­lich tief sit­zen; patho­lo­gisch – wür­den See­lenk­lemp­ner sagen ;)”

Und vor die­ser Debat­te fand sie noch auf einer ande­ren Ebe­ne statt, näm­lich der des Dia­logs, die Mir­ko Lan­ge mit sei­nem Bei­trag “Soci­al Media Myth Bus­ter: Es braucht kei­nen “Dia­log” für erfolg­rei­che Soci­al Media” ange­sto­ßen hat.

Um es kurz und knapp zu sagen: Man muss selbst kei­nen Dia­log füh­ren. Es reicht, über die rich­ti­gen The­men zu spre­chen.  Das erreicht man, indem man zuhört und die The­men ent­wi­ckelt, wel­che die Dia­log­grup­pen inter­es­sie­ren, idea­ler­wei­se bewe­gen. Die­se The­men kann man dann “über Soci­al Media” kom­mu­ni­zie­ren – und das meint vor allem Soci­al Media als Kanal [sic!]. Und wenn es rich­tig gut läuft, dann füh­ren die Men­schen den Dia­log dann ganz von allei­ne. Denn das ist das Schö­ne an Soci­al Media – über­all ist die tech­ni­sche Mög­lich­keit für Dia­log vor­han­den. Aber es steht nir­gends geschrie­ben, dass das Unter­neh­men selbst an der Debat­te teil­neh­men muss. Man kann es ger­ne tun. Und es ist auch höf­lich, wenn man direkt ange­spro­chen wird. Aber direk­ter Dia­log ist weder Pflicht, noch Vor­aus­set­zung für gute (Soci­al-Media-) Kom­mu­ni­ka­ti­on.” [Bit­te beach­ten, dass im Ori­gi­nal Post im Anschluss an die­sen Absatz Ergän­zun­gen ein­ge­fügt wur­den]

Tja und wo füh­ren uns die­se geball­ten Gedan­ken hin? Das wer­den wir sehen. Aber eines steht fest: Soci­al­Me­dia singt, weil

- die Men­schen sich nach und nach damit befas­sen, ob pri­vat oder beruf­lich

- die Men­schen dar­über dis­ku­tie­ren, debat­tie­ren und sich argu­men­ta­tiv im bes­ten Sin­ne strei­ten

- die Men­schen Ide­en haben, klei­ne Appli­ka­tio­nen zur wei­te­ren Ver­net­zung ent­wi­ckeln

- die Men­schen das Sozia­le ent­de­cken, das Soci­al Web anneh­men und sich aus­tau­schen

- die Men­schen Unter­neh­men leben, die­se vor­an­brin­gen und sich mit ihnen iden­ti­fi­zie­ren

- die Men­schen mit Mar­ken anders umge­hen, als noch vor eini­gen Jah­ren

- die Men­schen blog­gen und mit ihren Gedan­ken nach Lösun­gen suchen, Soci­al Media zu fas­sen

Ergo: Aus­tausch, Dia­log, Debat­tie­ren, Ver­net­zung, Unter­neh­men, Men­schen, Mar­ken, Gedan­ken

Jetzt habe ich Stich­wör­ter, mit denen ich Vero­ni­ka a.k.a Soci­al Media grei­fen kann. Und lau­sche dem Piep­matz, der mich oben in den Bäu­men die Stra­ße ent­lang beglei­tet und ein gar altes Lied­lein zwit­schert… Nur für mich? Nein, für alle.

All­tag eines neu­en Blog­ger

Aller guten Din­ge sind derer drei. Also grei­fe ich in die Tas­ten, nicht um zu twit­tern, son­dern um zu blog­gen. Der letz­te Post und die Reak­tio­nen dar­uf haben mich dar­in bestärkt, die­sen ein­ge­schla­ge­nen Weg wei­ter­zu­ge­hen. Zwar fra­ge ich mich noch immer, ob ich für Pos­te­rous eigent­lich den Begriff “Blog­gen” so ver­wen­den kann/darf/will, wie es http:www.twitter.com/robgreen http://www.twitter.com/sachark, http://www.twitter.com/saschalobo, http://www.twitter.com/codeispoetry, http://www.twitter.com/talkabout oder http://www.twitter.com/klauseck tun. Aber im Gegen­satz zu den „A-Blog­gern“, wie es land­läu­fig heißt, mache ich dies erst seit kur­zem und bin damit ein „neu­er Blog­ger“, ein „Green­horn“ eben. Und dem gesteht man ja dann doch hof­fent­lich ein wenig zu…

Aber die fünf haben mit mir doch auch Din­ge gemein. Jetzt wird der eine oder ande­re sich fra­gen, was das wohl in aller Welt sein wird. Es ist sim­pel: Wenn man sich mit sei­nen mehr als vier Buch­sta­ben vor ver­sam­mel­ter (Netz-) Welt so prä­sen­tiert, dann muß man zumin­dest eine klei­ne aber fei­ne Aus­prä­gung der Selbst­lie­be in sich tra­gen.

Damit kom­me ich zu einem Punkt, den der „Soci­al Media Rea­list“ Uwe Knaus auf­ge­grif­fen hat, wenn er bloggt: „Die Digi­ta­le Avant­gar­de kann einen gewis­sen Hang zum Nar­ziss­mus nicht ver­leug­nen und wird des­we­gen wei­ter­hin ver­su­chen im Mit­tel­punkt zu ste­hen, bis das „Ich“ ers­te Erschöp­fungs­er­schei­nun­gen auf­weist.“ Ich schät­ze, dass er sich da nicht aus­nimmt.

Ich aber könn­te jetzt anfan­gen und ent­ge­gen­set­zen: War­um wer­det Ihr gera­de müde, wenn ich auf­ste­he? Und vor allem: Ist das eine rich­ti­ge Zustands­be­schrei­bung des­sen was wir Tag für Tag in unse­ren Netz­wer­ken hören, lesen oder arti­ku­lie­ren? Mit geht es jetzt nicht um Avant­gar­de und Medi­en­nut­zungs­kom­pe­tenz. Viel­mehr will ich dar­auf hin­aus, dass die Selbst­lie­be den Blick nach außen öff­net und Auf­merk­sam­keit möch­te. In die­sen kar­ne­val­lis­ti­schen Tagen könn­te man auch sagen: Wol­le mer se raus­las­sen und uffan­ge? Ja ich will!

auf­merk­sam­keit

Ich habe bei Kers­tin Hoff­mann gele­sen, dass „Auf­merk­sam­keit die Wäh­rung des Soci­al Web ist.“ Und da gebe ich Ihr völ­lig recht. Denn: Wer durch das Soci­al Web saust, auf vie­len Pro­fi­len zuhau­se ist, der ist vir­tu­ell prä­sent, schal­tet sich oft­mals in Dis­kus­sio­nen ein und pos­tet Bei­trä­ge. Die­ser Mensch will Auf­merk­sam­keit, weil ihn sei­ne Selbst­lie­be dazu treibt…naja, das wäre jetzt arg ein­fach und wür­de vie­len Men­schen und ihrer Leis­tung – ich schrei­be das für alle, ob Blog­ger, Twit­te­ra­ti oder Buz­zer in Bezug auf die Kom­pe­tenz für Kom­mu­ni­ka­ti­on — nicht gerecht.

Aber es ist was dran, stel­le ich selbst fest, wenn ich lese, das http://www.twitter.com/sachark neu­lich zu bes­ter Mit­tags­zeit twit­tert: „@JohannesLenz ist ein gutes Bei­spiel, wie man sich im Soci­al Web inner­halb kür­zes­ter Zeit einen Namen macht http://post.ly/N2VZ“ Das hat mich wirk­lich sehr gefreut. Und was hat es bei mir erzeugt? Das will ich schrei­ben: Ein ehr­li­ches und auf­rich­ti­ges Yeah! War­um?

Ers­tens, weil mei­ne Leis­tung hono­riert wur­de, so wie das gele­gent­lich am Fol­lo­wFri­day auf Twit­ter der Fall ist oder in Bezug auf mei­ne bei­den vor­he­ri­gen Posts bei Pos­te­rous der Fall war. Das ist es wonach man sich doch auch sehnt, dass man ein feed­back bekommt. Ein kla­res und offe­nes Feed­back, egal ob Kri­tik oder Lob. Anteil­nah­me am Ande­ren nen­ne ich das.

Tja und damit kommt zwei­tens dann auch ein wenig die Selbst­lie­be ins Spiel und eben jene Auf­merk­sam­keit, die man sucht und deren Gewicht zumin­dest nicht von der Hand zu wei­sen ist. Mir fällt da näm­lich gera­de ein, dass dar­aus rea­le Fol­lo­wer resul­tie­ren kön­nen, wie es bei http://www.twitter.com/sachark neu­lich der Fall war, der von http://www.twitter.com/saschalobo auf Twit­ter emp­foh­len wur­de. U.a. Jens Nord­mann nennt das den “Sascha­Lo­bo-Effekt”. Sachar frag­te dar­uf­hin sei­ne Leser auf sei­nem Blog: “Wie viel ist ein @saschalobo-tweet wert?

Ich wür­de ja Neu­gier­de als Wäh­rung ein­füh­ren, aber dann hät­ten wir ratz­fatz eine Infla­ti­on im Soci­al Web…

Um den Punkt Auf­merk­sam­keit abzu­schlie­ßen: Hin­zu gesellt sich natür­lich auch der Grad der Ver­net­zung des Ein­zel­nen, online wie off­line. Denn er führt zur Inter­ak­ti­on mit Ande­ren, zum ande­ren Men­schen, zu ande­rem Wis­sen, ein­fach: zum Ler­nen von Ande­ren.

dia­log & soci­al media

Einen kräf­ti­gen Denk­an­stoß hat mir http://www.twitter.com/talkabout aka Mir­ko Lan­ge die­se Woche ver­setzt. War­um? Nun, weil er die The­se ver­tritt: „Es braucht kei­nen Dia­log für erfolg­rei­che Soci­al Media“. Rums, das hat geses­sen, wie man auf Twit­ter, Buzz, Face­book oder ein­fach in sei­nem Blog lesen konn­te.

Kann er die The­se unter­füt­tern? Jepp. Bei­spie­le gibt es ja vie­le, sagen wir mal für Twit­ter etwa die http://www.twitter.com/lufthansa_de oder http://www.twitter.com/dieternuhr — bei bei­den kommt kein Dia­log zustan­de, den wir als „A sagt etwas, B ant­wor­tet“ bezeich­nen könn­ten. Und trotz­dem oder gera­de des­halb sind bei­de erfolg­reich, gemes­sen an ihrer Mar­ken­po­pu­la­ri­tät oder ihrer Fol­lo­wer­zahl, auch wenn ich Letz­te­res als Fak­tor zur Gewich­tung nach wie vor ableh­ne.

War­um klappts trotz­dem? Bei­de kön­nen wohl kaum sämt­li­che Anfra­gen und ich mei­ne hier nur Twit­ter, mir nichts dir nichts repli­en (beant­wor­ten). Also sieht es erst­mal nach One-Way-Com­mu­ni­ca­ti­on aus. Es ist also erst­mal nix mit dem direk­ten Dia­log. Aber es gibt indi­rek­ten Dia­log. Gut zu beob­ach­ten auch auf belie­bi­gen Face­book Fan­pages, auf wel­chen die Betrei­ber immer wie­der mal etwas pos­ten. So ist es eben auch bei den bei­den genann­ten Bei­spie­len. Nur das die Luft­han­sa ihre Kun­den mit allem rund ums Flie­gen ver­sorgt. Dar­über spricht man dann ja auch unter­ein­an­der, unter den Fans und Fol­lo­wern. Nur der Kra­nich hält sich zurück, hat aber kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tisch trotz­dem den Dia­log gezielt initi­iert.

So habe ich das ver­stan­den. Es sind im Grun­de zwei Sei­ten einer Medail­le. Und hier setz­te bei mir dann auch das Gehirn ein, denn auf Basis die­ser The­se nutzt das Unter­neh­men Soci­al Media als indi­rek­ten Dia­log-Kanal, denn der direk­te Dia­log Anspruch „ist ein­fach nicht ska­lier­bar“, wie Mir­ko fort­fährt. An die­sem Punkt gebe ich zwei Aspek­te zu beden­ken:

Ers­tens kommt es mei­ner Mei­nung nach bei der Ska­lier­bar­keit auf Grö­ße und Bekannt­heit der Mar­ke und des Unter­neh­mens an. Klei­ne Unter­neh­men soll­ten durch­aus den direk­ten Dia­log-Anspruch umset­zen, weil sie oft­mals kei­ne trei­ben­de Mar­ke hin­ter sich haben, wenn sie mit Twitter&Co. begin­nen und mehr auf per­sön­li­che Inte­gri­tät und Authen­ti­zi­tät set­zen müs­sen.

Zwei­tens weiß ich jetzt auch, war­um mich das Key­word Soci­al Media nicht beson­ders reizt im Zusam­men­hang mit dem, was ich hier gera­de mache. Ich schrei­be und bewe­ge mich im Soci­al Web und nut­ze dafür einen Soci­al Media Kanal namens Pos­te­rous. Oder etwa nicht? Das ist etwas, was ich als rea­lis­ti­sche und sach­lich rich­ti­ge Ein­schät­zung hal­te und vor allem die Begriff­lich­kei­ten mal zurecht rückt. Für mich ist das Soci­al Web die Sum­me der ein­zel­nen Tei­le, den Soci­al Media Kanä­len.

Schließ­lich hat der Post von Mir­ko einen zwei­ten Syn­ap­sen­an­las­ser bei mir gezün­det: Soci­al Media muß nichts mit social/sozial zu tun haben. Und zwar in dem Sin­ne dass man zwi­schen per­sön­li­cher und unter­neh­me­ri­scher Soci­al Media unter­schei­den soll­te. Und ich glau­be zu wis­sen, dass man das auch hören und lesen kann, wenn man so durch Face­book oder Twit­ter saust. Gut, wenn man der Alter Ego von http://www.twitter.com/almameise ist, dann wohl nicht 🙂 aber ich könn­te mir vor­stel­len, dass sich der Unter­schied bei gro­ßen Soci­al Meda Mar­ken und dem Ein­zel­nen unter Euch fest­stel­len lie­ße.

Das heiß in der Kon­se­quenz, dass ich mich selbst revi­die­re und für eine stär­ke­re Tren­nung der Begriff­lich­kei­ten ein­tre­te, weil es viel­leicht auch das Pro­blem löst, an dem vie­le von uns tag­täg­lich knab­bern, wenn sie erklä­ren wollen/müssen, was sie da die gan­ze Zeit so Wich­ti­ges im Com­pu­ter tun. Nur Soci­al Media sagen hört sich zunächst doll an, ist aber hohl. Wenn ich es bes­ser erklä­ren kann, inter­es­siert es viel­leicht auch Men­schen, die bis­her eher mit einem Gefühl der Angst dem Soci­al Web und den Soci­al Media im Spe­zi­el­len ent­ge­gen­tra­ten. An die­ser Stel­le gilt ein Dank an http://twitter.com/paetzel für sei­ne Auf­fas­sung vor ein paar Minu­ten.

So, nach die­sem „Soci­al Media Rund­um­schlag“, wie http://twitter.com/tobiashurrle es in einem Kom­men­tar auf mei­nen Jung­fern-Post Brands, Soci­al Media & Expe­ri­en­ces scherz­haft for­mu­lier­te, beschlie­ße ich die­sen mit fol­gen­dem Mir­ko und den Kom­men­ta­ren sei­nes Posts geschul­de­ten Aus­spruchs, den ich allen Lesern ans Soci­al Web Herz legen möch­te:

Jeder darf, alles kann, aber muß nicht.

Und mor­gen wird die Stim­me wie­der wie auch in den letz­ten Wochen zu mir sagen: „War spät ges­tern”.

p.s.: Ich hof­fe, daß ich alle Arti­kel und Per­so­nen ent­spre­chend zitiert habe. Soll­te dies nicht der Fall sein, kor­ri­gie­re ich ger­ne.

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