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das neue wagen: hur­ra!

ihr habt es ges­tern viel­leicht gele­sen. In irgend­ei­nem stream. viel­leicht aber auch nicht. man bekommt ja schließ­lich nicht alles mit. wie auch immer: ich wer­de das neue wagen. so wie vor zwei jah­ren. hur­ra!

anno 2010 kün­dig­te ich mei­nem dama­li­gen arbeit­ge­ber alma mater. ich woll­te neu­es wagen. das neue war dann, nahe­zu vier­und­zwan­zig stun­den online zu sein, zu schau­en, was im soci­al web pas­siert, dar­über zu blog­gen, zu twit­tern, zu face­boo­ken, zu dis­ku­tie­ren. aber das alles mit einem ziel. ich woll­te einen job. einen job, in wel­chem ich genau die­ses auch machen konn­te. indem ich mich ein­brin­gen konn­te mit der erfah­rung, die ich gesam­melt habe. dazu zäh­le ich die gesprä­che, denen ich im soci­al web bei­wohn­te, die men­schen, die ich on- wie off­line traf und so wei­ter und sofort. jedoch: ich war arbeits­los. wie gesagt: ich hat­te gekün­digt. gekün­digt, weil ich wuss­te, dass ich mein ziel errei­chen wür­de. das war ein wag­nis. aber manch­mal muß man im leben ein sol­ches ein­ge­hen. denkt mal drü­ber nach.

nun, dann geschah etwas, mit dem ich nicht rech­ne­te und was ich nicht mehr ein­wand­frei rekon­stru­ie­ren kann. ein blog­ger und zur dama­li­gen zeit aus­zu­bil­den­der bzw. dann juni­or kon­zep­tio­ner von grey wur­de auf mich auf­merk­sam. wie genau und war­um über­haupt kann ich so genau nicht mehr sagen. aber and­re paet­zel wird sich bestimmt noch erin­nern, denn er mein­te, ich sol­le doch ein­fach mal nach düs­sel­dorf kom­men und mei­ne gedan­ken über das soci­al web vor­tra­gen.

um es abzu­kür­zen: ich bin tat­säch­lich ins rhein­land gefah­ren. aller­dings und das ist mein ernst: ich dach­te im anschluss an den vor­trag bei aller freu­de nicht im traum dar­an, das ich mal in einer wer­be­agen­tur, zumal die­ser renom­mier­ten, arbei­ten wür­de. viel­mehr war ich ein klein biss­chen stolz auf mich, dass ich über­haupt ein­mal die mög­lich­keit bekam, mei­ne gedan­ken zum the­ma mit inter­es­sier­ten off­line zu tei­len. zwei mona­te spä­ter fing ich bei grey an.

in die­sen zwei jah­ren ist viel pas­siert. and­re ver­ließ die agen­tur und folg­te dem ruf des vor­ma­li­gen grey chairman‘s frank „stuhl­mann“ dop­hei­de. ich leg­te nach und nach mei­ne unsi­cher­heit ab und ide­en sowie taten an den tag. immer häu­fi­ger saus­te ich ins büro mei­nes chefs und unter­brei­te­te ihm die­ses und jenes, was man umset­zen kön­ne oder gar müs­se, um das pro­fil der agen­tur im soci­al web zu schär­fen. und er ließ mich oft gewäh­ren, trieb mich an. aber: er for­der­te immer eine kla­re argu­men­ta­ti­on. denn eines soll­te klar sein: soci­al media schön und gut. aber es ist und darf kein selbst­zweck sein, wenn man für ein unter­neh­men oder eine mar­ke im soci­al web unter­wegs. und doch: die per­sön­li­che lei­den­schaft und der enthu­si­as­mus soll­ten dabei nicht zu kurz kom­men. ich den­ke, gesun­der men­schen­ver­stand hilft dabei.

es gab in die­sen zwei jah­ren auch knif­fe­li­ge situ­ta­tio­nen, momen­te der ent­täu­schung, tage vol­ler son­nen­schein, tage höchs­ter belas­tung, im grun­de eigent­lich alles, was jeder von uns aus sei­nem arbeits­le­ben hof­fent­lich kennt. und ich muss sagen, das ich im nach­hin­ein sehr froh dar­um bin, weil ich vie­le wich­ti­ge erfah­run­gen gesam­melt habe. erfah­run­gen, die mich als mensch, als soci­al web enthu­sisas­ten oder ein­fach nur als  arbeit­neh­mer wei­ter­ge­bracht haben.

eines ist mir dabei immer wich­tig gewe­sen: grey. das wohl der mar­ke grey. und die ist nur so gut, leben­dig, raf­fi­niert, ide­en­reich, krea­tiv, zukunfts­ori­en­tiert oder weit­sich­tig, wie die men­schen es sind, die sie leben. und ich habe sie ger­ne gelebt, ver­tei­digt, für sie ein­ge­stan­den und mit ihr gelacht! ich habe viel von ihr gelernt. und: ich ver­las­se sie mit schwe­rem her­zen.

aber: ich wage jetzt das neue. wie­der. ich gehe einen neu­en schritt. wie vor zwei jah­ren mag ich ein wag­nis ein­ge­hen. aber ich gehe es ger­ne ein. in man­cher hin­sicht von her­zen ger­ne. viel­leicht muss ich es sogar auch ein­ge­hen. auf jeden fall aber wird es mich auf mei­nem weg wei­ter­brin­gen.

yu-ting, dir wün­sche ich ganz viel spaß, neu­gier­de und ide­en!

rock ‘n’ roll 🙂

fort­set­zung folgt.

About Johan­nes Lenz

soci­al web­zopf, #cor­po­ra­te #soci­al #com­mu­ni­ca­ti­ons @starcomgermany & @akom360 and fan of #wer­der

Nach­gang zu “Die Ein­drü­cke eines neu­en Blog­gers”

Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von http://www.robertbasic.de pos­te ich an die­ser Stel­le zunächst sei­nen Bei­trag vom 09.02.2010, der auf der E-Mail an ihn basiert. Es hat mich unge­mein gefreut, daß es die­se paar Zei­len, die in kür­zes­ter Zeit recht spon­tan ent­stan­den, auf einen Blog “der alten Schu­le” geschafft haben.

Ich schrei­be dies nicht, weil ich ich mich im Glanz der Son­ne baden will, son­dern weil ich Jeden — ins­be­son­de­re die jün­ge­ren Blog­ger und Soci­al Web­ber — dazu ermu­ti­gen will, daß Gespräch, die Dis­kus­si­on, den Aus­tausch, den Dia­log oder ein­fach nur die Neu­gier­de für Ande­re, ihre The­sen und Tex­te zu suchen.

Auf Men­schen zuge­hen ist nicht jedem von uns in die Wie­ge gelegt, aber eine Mail macht es durch­aus ein­fa­cher, sicher­lich auch ein Tweet. Aber letzt­lich ist es was es ist: Ein Zuge­hen auf den Ande­ren. Man wird aktiv und bemüht sich um den Ande­ren.

Und das die­ses Enga­ge­ment, die­ses Inter­es­se am Ande­ren auf offe­ne Ohren stößt, davon bin ich per­sön­lich über­zeugt.

Zwei Punk­te sind ent­schei­dend für den Erfolg: Offen­heit und eige­nes Zutun.

Was die Offen­heit betrifft — klar kann man es über­trei­ben, aber jeder fin­det sei­nen Weg — so ist dies schon da, wenn man sich auf den Weg macht und ver­sucht mit Ande­ren ins Gespräch zu kom­men. Letzt­lich ist es doch so: Wer sagt, was er will, was ihm durch den Kopf geht und wie das viel­leicht rea­li­sie­ren wür­de, wenn er die Mög­lich­keit hät­te, wird vom Gegen­über bestimmt nicht gleich von der Blog­kan­te gesto­ßen.

Es kann sein, daß es gera­de nicht passt, die Idee noch aus­ge­feilt wer­den muß, der Ande­re im Stress ist usw. Weiß man dies, weiß man auch was zu tun ist. Man über­ar­bei­tet bzw. über­denkt sei­ne Idee, jus­tiert nach oder man sucht jeman­den ande­res zu über­zeu­gen. Nur: Will­fäh­rig­keit soll­te nicht am Start sein. Denn die wird ent­larvt. Aber kla­re Ansa­gen ber­gen kei­ne Pro­ble­me, soll­ten umge­kehrt aber auch nicht als “Ich kann Dich nicht leiden”-Attitüde emp­fun­den wer­den.

Auf ein Wort zum eige­nen Zutun, das jeden von uns betrifft bei allem was wir tun, ob wir jetzt gera­de bei pos­te­rous Busch­sta­ben anein­an­der rei­hen, die hof­fent­lich auf inter­es­sier­te Leser tref­fen, in der Bade­wan­ne oder mit Freun­den Kicken gehen. Alle drei Zustän­de bzw. Sach­ver­hal­te haben Eines gemein: Sie kom­men zum Erlie­gen, wenn wir nicht etwas dafür tun. Tas­ten müs­sen gedrückt, Was­ser muß ein­ge­las­sen und das Run­de muß ins Ecki­ge geschos­sen wer­den.

Ich habe die Erfah­rung gemacht, daß mir sel­ten etwas zufliegt und wenn, dann sind es bis­her Hand­bäl­le gew­sen — mit­un­ter tra­fen sie die Zwölf -, Fuss­bäl­le, Stei­ne, Bana­nen­scha­len, Papier­flie­ger, Kau­gum­mis oder ein Scho­ko­rie­gel gewe­sen. Will sagen:

Um etwas zu errei­chen muß man etwas dafür tun! (Bin­sen­weis­heit, aber manch Einer da drau­ßen hat es wohl nocht nicht inter­na­li­siert)

 

Jetzt end­lich der Bei­trag von Robert Basic, Ori­gi­nal­ti­tel “Die Ein­drü­cke eines neu­en Blog­gers”, Datum 09.02.2010, Quel­le http://www.robertbasic.de/2010/02/die-eindruecke-eines-neuen-bloggers/, aber nicht ohne zu erwäh­nen, das Rob post­wen­dend eine Replik unter dem Titel Die Ein­drü­cke eines alten Blog­gers geb­loggt hat.

Die Ein­drü­cke eines neu­en Blog­gers

es ist span­nend, Ein­drü­cke von “Jung-Blog­gern” zu bekom­men. Denen, wenn sie denn heu­te mit dem Blog­gen begin­nen, eine Rei­he ande­rer Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung ste­hen. Johan­nes Lenz hat mich ange­mailt und sich die Mühe gemacht, um auf die­se Fra­ge­stel­lung, was denn anders ist, ein­zu­ge­hen. Ich fin­de, der Ein­blick lohnt sich (und es wird Zeit, mei­nen Arti­kel neu zu schrei­ben, wie man ein Blog auf­setzt und es bis­serl nach vor­ne bringt). Johan­nes, lie­ben Dank!!
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Hi Rob,

ich kom­me ja aus einer ande­ren Inter­net-Gene­ra­ti­on als Du, aber viel­leicht ist das ja auch ein­mal einen Gedan­ke wert… von jeman­dem, der sich jetzt in die­sen Tagen erst­mals ver­netzt prä­sen­tiert, von Twit­ter kommt und via Pos­te­rous bloggt, wenn man es so bezeich­nen kann:

Ich den­ke, dass durch Appli­ka­tio­nen wie Pos­te­rous, Ampli­fy oder aber auch myON-ID die ursprüng­li­che Blog­kul­tur refor­miert wird. Con­tent, der ja irgend­wie immer noch der King zu sein scheint… wird durch die zuneh­men­de Ver­net­zung schein­bar leich­ter.

Damit mei­ne ich, dass ich etwa einen Teaser neh­me und dann bei den 3 genann­ten ein­fach Dein Ori­gi­nal-Text via Copy&Paste ein­set­ze (ich wür­de zitie­ren, ande­re tun dies nicht)

Damit saust der Blog­ger-Con­tent noch fixer „um die Häu­ser“ als viel­leicht noch vor 3 bis 5 Jah­ren. Das birgt einer­seits erheb­li­che Chan­cen für die Zunft, ins­be­son­de­re Strahl­kraft. Ande­rer­seits nimmt es ihm viel­leicht das Unique…wer weiß es.

Schließ­lich mei­ne ich zu sehen, dass Men­schen wie Du, @sachark @saschalobo, @codeispoetry oder @klauseck und vie­le ande­re eine zuneh­men­de Strahl­kraft ent­wi­ckeln und Agen­da­set­ter sind, die es inzwi­schen leich­ter haben, von den tra­di­tio­nel­len Medi­en auf­ge­nom­men zu wer­den als frü­her.

War­um: Weil das Inter­net einen immer fes­te­ren Bestand­teil unse­res Lebens und unse­rer Öffent­lich­keit (ab-)bildet.

Zusam­men­ge­nom­men: Abge­se­hen von den ewig gest­ri­gen Unter­neh­mun­gen (Schlag­wort: Abmah­nun­gen) und dem Dau­er­kon­flikt mit Print scheint sich mir als „Green­horn“ die Blog­go­sphä­re mehr und mehr zu ver­zah­nen und aus­zu­fran­sen (posi­tiv). Die Viel­falt wird grö­ßer und mit ent­spre­chen­den Appli­ka­tio­nen die Krea­ti­vi­tät viel­leicht noch eine Spur sicht­ba­rer für die all­ge­mei­ne Öffent­lich­keit.

Ein Wort noch: Wahr­schein­lich wir Dich der Feuil­le­to­nist auf Jaron Lar­nier [Inter­net-Pio­nier, geis­tert durchs Feuil­le­ton seit meh­re­ren Wochen, etwa in der FAZ am 16.01.2010 — oder in der SZ am 24.01.2010 –] anspre­chen, der vom heu­ti­gen Inter­net als einem „digi­ta­len Mao­is­mus“ spricht oder so: Davon hal­te ich nichts. Aber auch gar nichts.

Sub­jek­tiv mer­ke ich, wie ich stär­ker dar­über kom­mu­ni­zie­re, aber dass es uns beherrscht, naja…

Viel­leicht ist es doch wie frü­her mit dem Kicken im Gar­ten als klei­nes Kind: Ein­mal „Lun­te gero­chen“, will man jeden Tag ran an den Ball und Tore schie­ßen, Fud­deln usw. Irgend­wann lässt es aber auf “Nor­mal­maß” nach und man kommt in den Fuss­ball­ver­ein…:)

Lie­be Grü­ße

Johan­nes

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