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soci­al web: wenn das neue mehr als nur kri­tik her­vor­ruft

@ Sweden Social Web Camp (SSWC) Tjärö by pellesten

vor jah­ren las ich ein buch. es trug den titel “wie kommt das neue in die welt?”. es wur­de vom dama­li­gen sie­mens vor­stands­vor­sit­zen­den, hein­rich von pie­rer, her­aus­ge­ge­ben. inzwi­schen schmorrt das buch im regal und von pie­rer ist unrühm­lich bei sie­mens gegan­gen. oder gegan­gen wor­den. wie auch immer. für mich war eine bot­schaft des klei­nen sam­mel­ban­des ganz klar: das neue kommt nur dann in die welt, wenn man sich ide­en und visio­nen hin­gibt, die­se rea­li­siert und zuge­ge­be­ner­ma­ßen (alt)bekannte struk­tu­ren hin­ter­fragt und auf­bricht.

das neue in der dis­kus­si­on

am don­ners­tag wird die deut­sche vari­an­te der huf­fing­ton post online gehen. im vor­feld gab es vie­le dis­kus­sio­nen. vie­le gute bei­trä­ge, ob wohl­wol­lend oder kri­tisch. mit der huff­po kommt etwas für deutsch­land neu­es. vie­le blog­ger blog­gen im gro­ßen stil “for free”. ihre wäh­rung: auf­merk­sam­keit. repu­ta­ti­ons­auf­bau, der bei dem einen oder ande­ren sicher­lich dazu­bei­tra­gen soll, dass auf­trä­ge gene­riert wer­den. bereits mit­te ver­gan­ge­ner woche ging das bran­chen­blatt lead digi­tal mit einem ähn­lich gela­ger­ten pro­jekt an den start. eine grup­pe von rund 15 blog­gern wer­den sich regel­mä­ßig zu ver­schie­dens­ten the­men zu wort mel­den. ich betei­li­ge mich dar­an.

was haben die bei­den vor­ha­ben mit­ein­an­der gemein? sie rufen kri­tik her­vor. im fal­le der lead-blog­ger konn­te man sogar fest­stel­len, dass es durch­aus mehr als nur kri­tik war. es wur­de per­sön­lich. eini­gen teil­neh­mern wur­de schlicht die befä­hi­gung abge­spro­chen, über­haupt blog­gen zu kön­nen …

sach­li­che kri­tik bringt uns vor­wärts

wer mich kennt und im soci­al web liest, wird zu dem schluss kom­men, dass ich eher zurück­hal­tend bin, was kri­tik an ande­ren betrifft. und wenn es doch ein­mal dazu kommt, dann ist es mir immer wich­tig, das die­se kon­struk­tiv und sach­lich vor­ge­tra­gen wird. die haudrauf-metho­de ist nicht mei­ne. und sie wird es bestimmt auch nie. denn dadurch, so den­ke ich, kommt man nicht vor­wärts, schon gar nicht gemein­sam. was viel wich­ti­ger ist: zumeist erzeugt die­ses row­dy­tum beim emp­fän­ger genau das gegen­teil des­sen, was eigent­lich beab­sich­tigt wur­de.

zurück zum neu­en. es kommt fröh­lich daher spa­ziert, trifft auf die wie auch immer gear­te­ten alt­her­ge­brach­ten struk­tu­ren, reibt sich an ihnen. argu­men­te wer­den aus­ge­tauscht. für und wider flie­gen wie wild durch­ein­an­der, gehö­ren zu einer gesun­den und durch­aus emo­tio­na­len debat­te ein­fach dazu. posi­ti­on bezie­hen könn­te man es auch nen­nen.

wenn die kri­tik per­sön­lich wird 

die­ser satz beginnt nicht mit einem aber, auch wenn es mir auf der tas­ta­tur liegt. man muss ja das neue nicht sofort umar­men oder es lob­hu­deln bis zum abwin­ken. nur: wenn sich men­schen auf­re­gen und ihre kri­tik von sach­lich auf per­sön­lich umschal­tet, wäh­rend das neue von ande­ren offen­her­zig begrüßt wird, dann stel­le ich mir eine fra­ge: war­um die ätzen­de ableh­nung? war­um ist das gera­de unter men­schen so, die für sich selbst doc recht oft in anspruch neh­men, “open­min­ded” zu sein? ist es neid, der an ihnen nagt? oder gar per­sön­li­che ableh­nung?

viel feind, viel ehr oder fal­sche sicher­heit 

ich könn­te an die­ser stel­le enden und alles weg­wi­schen mit “viel feind, viel ehr”. aber das bringt und und mich nicht vor­wärts. ich fra­ge mich, war­um eini­ge mei­nen, dar­über befin­den zu kön­nen, was etwa blog­gen ist und was nicht. was ist denn blog­gen über­haupt? ist face­book blog­ging (wie es robert immer wie­der zeigt) denn blog­ging? ist blog­ging heu­te nicht mehr eine geschich­te von influ­en­cern, die mit star­ken (per­sön­li­chen) netz­wer­ken auf unter­schied­lichs­ten platt­for­men viel reich­wei­te besit­zen bzw. erzeu­gen? viel­leicht ist es aber auch gar nicht so sehr die fra­ge, war­um sich die men­schen echauf­fie­ren, son­dern das wie bzw. der stil, das dass züngleich an der waa­ge ist.

mei­ne ant­wort: das soci­al web ist wie das off­line leben. der ein­zi­ge unter­schied zwi­schen bei­den ist: im soci­al web gehen eini­ge noch ein stück mehr aus sich her­aus als sie es per­sön­lich bzw. off­line je machen wür­den. der grund: man fühlt sich doch irgend­wie pri­vat und sicher im soci­al web, obwohl man es gar nicht ist. im gegen­teil.

das neue birgt chan­cen

so sehe ich es. ich hof­fe, dass vie­le ande­re und ich, das wir uns unse­re neu­gier­de behal­ten und sie in zukunft noch oft mit­ein­an­der tei­len kön­nen. ich hof­fe, dass die­je­ni­gen, die es bis­her nicht ver­moch­ten, kri­tik sach­lich und kon­struk­tiv zu äußern, es ler­nen. ich hof­fe. und die hoff­nung stirbt bekannt­lich zuletzt.

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blog­ger und jour­na­lis­ten sind eins.

ziri rideaux in venice beach by federicoandree / cc-by-sa-3.0eine fra­ge von frank zim­mer. eine ant­wort von sascha lobo. es bleibt die erkennt­nis, dass die rea­li­tät längst an der ideo­lo­gi­schen dis­kus­si­on blog­ger vs. jour­na­lis­ten vor­bei­ge­zo­gen ist. sie befin­det sich auf dem weg in die selbst­ver­ständ­lich­keit. die dis­kus­si­on aber ist ste­hen­ge­blie­ben am weges­rand. sie scheint zu ver­har­ren und ver­einsamt zuneh­mend.

fra­ge “kom­ple­xe the­men schei­nen in blogs mit­un­ter in bes­se­ren publi­zis­ti­schen hän­den zu sein als bei klas­si­schen zei­tungs- oder maga­zin­mar­ken. wie lan­ge reden wir eigent­lich noch über den unter­schied zwi­schen blog­gern und “klas­si­schen” jour­na­lis­ten?

ant­wort reden wir? wer ist wir? die­se unter­schei­dung ist künst­lich, wenn man sich die prä­gen­den stim­men der blog­welt ansieht. nig­ge­mei­er, schrupp, michal, bun­se, von geh­len – von zehn belie­bi­gen blog­gern mit mehr als fünf lesern sind min­des­tens die hälf­te jour­na­lis­ten oder doch pro­fes­sio­nel­le kom­mu­ni­ka­to­ren. umge­kehrt hal­te ich es für jeden jour­na­lis­ten eigent­lich für essen­zi­ell zu blog­gen. wer das nicht tut, han­delt nach mei­ner über­zeu­gung fahr­läs­sig. denn das publi­kum dort drau­ßen ent­wi­ckelt sich wei­ter und ent­deckt neue ansprü­che, die eben nicht mit einer pöbel­ver­seuch­ten kom­men­tar­spal­te erschöpft sind. die­sen direk­ten kon­takt soll­te man suchen, wenn man wis­sen will, für wen man eigent­lich schreibt. aber auch nur dann.”

quel­le: “was auf twit­ter nicht zün­det, wird im netz nur sel­ten groß”, w&v, 13.02.2013

bild­quel­le: ziri rideaux in veni­ce beach by feder­i­co­and­ree / cc-by-sa-3.0

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barcampruhr4 — ick freu mir!

mit der warm-up par­ty mor­gen abend beginnt inof­fi­zi­ell das offi­zi­ell von ste­fan evertz aus­ge­rich­te­te  bar­camp ruhr 4 (hash­tag #bcruhr4). loca­ti­on ist das unper­fekt­haus in essen. ende ist am sonn­tag.

war­um eigent­lich teil­neh­men?

ich wer­de vor ort das eine oder ande­re bekann­te gesicht tref­fen, mich aus­tau­schen, neue gesich­ter ken­nen­ler­nen, neu­es erfah­ren, dis­ku­tie­ren, ein wenig blog­gen und twit­tern und letzt­lich schau­en, ob und inwie­weit ich input und inspi­ra­ti­on für mei­ne beruf­li­che arbeit mit­neh­men erhal­te. klar, es ist ein flie­gen­der über­gang zwi­schen spaß und arbeit. schließ­lich kann ich in mei­nem job das tun, was irgend­wie als hob­by begann. ein wah­rer luxus, den ich sehr zu schät­zen weiß.

wo fin­de ich noch kar­ten und infos?

natür­lich könnt ihr ein­fach mal auf der sei­te des barcamp ruhr vor­bei­schau­en. zudem haben neben ste­fan auf hinrrinde.de auch das pott­blog und 50hz unter dem aspekt “das soll­te ich wis­sen” dar­über geschrie­ben. dane­ben gibt es natür­lich auch einen account auf twit­ter (@BarCampRuhr), der ab frei­tag­abend über das wochen­en­de sicher­lich live berich­ten wird. wie über­haupt auch ein groß­teil der etwa 200 teil­neh­mer mit inter­net­fä­hi­gen gerä­ten aus­ge­stat­tet sein wird. was tickets angeht: ver­sucht es via face­book und twit­ter oder ein­fach die bar­cam­pruhr sei­te ansteu­ern. das glei­che gilt für über­nach­tun­gen, wobei einer der vie­len spon­so­ren (nokia, win­dows pho­ne, otto, techs­mith, metro group, next, steue­rung b, mixxt, medien.nrw), näm­lich nokia mit der Qt WG schon mal ne net­te Opti­on bereit­stellt. aber: es gibt nur 6 plät­ze. bes­ser ges­tern als heu­te anmel­den. und jetzt würd ich sagen: die vor­freu­de steigt! auf ein abwechs­lungs­rei­ches und span­nen­des wochen­en­de!

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