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wie­vie­le säue braucht das soci­al media dorf?

tja, die letz­te woche war wie­der mal ereig­nis­reich. sascha pal­len­berg weist via face­book dar­auf­hin, daß sam­sung zur­zeit in eng­land eine abge­fah­re­ne mar­ke­ting-idee rea­li­siert, um sein neu­es smart­pho­ne gala­xy s an die frau und den mann zu brin­gen:

jeder frus­trier­te ipho­ne 4 user wird via twit­ter iden­ti­fi­ziert und ange­schrie­ben, mit dem ziel, ihn als neu­en user des eige­nen gala­xys zu gewin­nen. sasmsung über­lässt ihm das gla­xy s for free. letzt­lich ist der­je­ni­ge dann auch ein mul­ti­pli­ka­tor für sam­sung, eine one man erfolgs­show sozu­sa­gen. wie­vie­le smart­pho­nes von sam­sung abge­ge­ben wer­den, ist unklar. Sascha meint dazu, daß es “qui­te a bunch” sein wer­den und die kam­pa­gne jetzt schon ein erfolg sei, weil jeder in der tech-sze­ne zur­zeit dar­um wis­se.

dann fie­len mir drei posts auf, die bei twit­ter gefühlt tren­ding topics zumin­dest für deutsch­land hät­ten wer­den kön­nen. da wäre zum einen ein arti­kel auf absatzwirtschaft.de mit der grif­fi­gen head­line “Soci­al Media: Vor­sicht vor Kapu­zen­pul­lis.” dar­in geht es um den jun­gen mann, der es allen zeigt, soci­al media als das heil­mit­tel für alle kun­den betrach­tet. die­sem ste­reo­typ des win­di­gen jun­gen bera­ters hält wolf­gang lünen­bür­ger-rei­den­bach einen spie­gel vor und erklärt, dass nicht jeder kun­de soci­al media in sein mar­ke­ting oder sei­ne kom­mu­ni­ka­ti­on ein­bin­den muss. es muss eben pas­sen.

u.a. schreibt er: “…inzwi­schen hat eine hand voll agen­tu­ren über jah­re hin­weg erfah­run­gen in der für vie­le noch neu­en are­na „soci­al media“ gesam­melt – und die weni­gen bera­ter, die schon etli­che Pro­jek­te umge­setzt haben, kön­nen wirk­lich ein­schät­zen, wie kom­mu­ni­ka­ti­on in blogs, auf twit­ter, über face­book und co. funk­tio­niert. die erfah­rung, die wir dabei gemacht haben, ist ver­blüf­fend ein­fach: es geht. sie­he xbox, sie­he carl­sen-ver­lag, sie­he daim­ler ag. die zeit der expe­ri­men­te ist vor­bei. und eben­so die zeit der pro­phe­ten und in puber­tä­rer ver­zü­ckung alles und jeden mit über­schäu­men­der begeis­te­rung über­schüt­ten­den Spe­zia­lis­ten.”

lünen­bür­ger-rei­den­bach hält fest, dass in der sich zur­zeit dar­stel­len­den agen­tur­land­schaft gera­de ein­mal fünf, also eine hand voll, lor­bee­ren in der soci­al media are­na erwor­ben haben. und die übri­gen? haben die kei­ne ahnung? sind sie kom­plett neu in dem metier? ich habe da so mei­ne zwei­fel. sicher­lich gibt es nach­hol­be­darf in sachen soci­al media kom­mu­ni­ka­ti­on in deut­schen agen­tu­ren. aber das scheint mir auf den ers­ten blick ein zu unge­nau­es urteil zu sein. es ist viel­leicht auch müßig dar­ü­be rzu strei­ten, aber mir ist das zu all­ge­mein gehal­ten und ver­dekct die anstren­gun­gen, die es rund­um hin­sicht­lich des the­mas soci­al media gibt.

ein wei­te­rer punkt, der inzwi­schen auf eini­gen soci­al media kanä­len, ins­be­son­de­re twit­ter, mit zuneh­men­der ver­ve dis­ku­tiert wird, ist die “zeit der expe­ri­men­te”. es gibt immer noch vie­le, für die soci­al media neu ist, ob das jetzt unter­neh­men, kun­den, agen­tu­ren oder wer sonst sind. ich bin der fel­sen­fes­ten über­zeu­gung, dass sich lünen­bür­ger-rei­den­bach auch erst ein­mal in die mate­rie ein­fin­den muß­te und über tri­al & error nach und nach sei­ne erfah­run­gen gesam­melt hat. die­se geste­he ich allen, ins­be­son­de­re auch unter­neh­men zu. wie­so auch nicht? soci­al media fällt ja qua­si nicht vom him­mel. man muss es mit enga­ge­ment und hin­ga­be betrei­ben und eigent­lich ist es auch gar nicht so viel anders wie das gemein­sa­me von freun­den. man unter­hält sich, tauscht sich aus und weiß, was in sei­nem freun­des­kreis so ange­sagt ist. und man steht zu sei­ner mei­nung, ist offen und gibt feh­ler zu, wenn man wel­che gemacht hat.

schließ­lich schreibt lünen­bür­ger-rei­den­bach in sei­nem arti­kel, das “soci­al media erwach­sen gewor­den sind”. Gut, das ist Ansichts­sa­che. Nur weil jeder drü­ber spricht, muß noch nicht jeder wis­sen, wor­um es geht, geschwei­ge denn es bedie­nen kön­nen. In den USA sind  Soci­al Media wei­ter als in Deutsch­land, was Agen­tu­ren oder Unter­neh­men anbe­trifft. Aber das wird und ich mei­ne, dass wir uns alle gemein­sam auf einem guten Weg befin­den, auch und ins­be­son­de­re auch mit sol­chen wie der von lünen­bür­ger-rei­den­bach ent­wi­ckeln wir uns wei­ter.

ein zwei­ter post von thi­lo specht hat­te eben­falls poten­ti­al, um die twit­ter­charts zu erklim­men. unter der head­line Vor­den­ker, Mit­ma­cher, Nach­tre­ter: Es lebe die Soci­al Media Leit­kul­tur! #nicht wid­met er sich aus­führ­lich dem begriff der kul­tur und in der fol­ge dem der unter­neh­mens­kul­tur. am ende schreibt er:

… lear­nings: kei­ne unter­neh­mens­kul­tur, egal ob “ver­schlos­sen”, “alt­mo­disch” oder “top-down”, kann sich auf dau­er den soci­al media ent­zie­hen, wenn die sinn­haf­tig­keit von einer signi­fi­kan­ten anzahl der mit­ar­bei­ter erkannt wur­de. der wan­del kann aller­dings nur von innen initi­iert und nicht von extern her­bei­be­ra­ten wer­den. wer die nut­zung von soci­al media bei sei­nem arbeit­ge­ber durch­set­zen möch­te, soll­te des­halb so kon­kret wie mög­lich die eigent­li­chen bene­fits für das eige­ne unter­neh­men her­aus­ar­bei­ten. dabei geht es auch – ach­tung, erfah­rungs­wert – und vor allem um die abbil­dung von pro­zes­sen.”

das ist doch mal eine ansa­ge: man kann sich als unter­neh­men den soci­al media auf dau­er nicht ver­schlies­sen, was ja stimmt. denn irgend­wann klopft jemand an die tür und fragt, ob man eigent­lich weiß, was da so alles im inter­net geschrie­ben steht. märk­te sind gesprä­che. an ihnen nicht teil­zu­neh­men, ist fahr­läs­sig und natür­lich ein kla­rer wett­be­werbs­vor­teil für die kon­kur­renz. und um die skep­sis der vor­ge­set­zen ein­zu­reis­sen, ist es eben wich­tig, den nut­zen für das unter­neh­men her­aus­zu­ar­bei­ten. theo­rie schön und gut, aber in der pra­xis muss sich dies dann auch bewei­sen. dafür braucht es eine stra­te­gie, kanä­le, per­so­nal, kon­ti­nu­ier­li­che pfle­ge, con­tent, moni­to­ring usw. ne men­ge für einen allein. aber wenn es etwa ande­re mit­ar­bei­ter gibt, die blog­gen, twit­tern oder face­boo­ken, kann man doch ein­fach mal fra­gen, ob sie nicht hier und da sup­port leis­ten wol­len. ein ins­ge­samt schö­ner und geist­rei­cher post, der hoff­nung macht.

der drit­te und letz­te post kommt von nie­mand gerin­ge­rem als mir­ko lan­ge, der sich mal wie­der viel mühe gemacht hat und einen aus­führ­li­chen post zum die­se woche vor­ge­stell­ten ePost-Brief der post gebloggt hat, nach­dem der jour­na­list richard gut­jahr in einem post gemein­sam mit dem juris­ten udo vet­ter kein gutes haar an der neue­rung des post­hörn­chens gelas­sen hat­te. unter dem titel von mie­se­pe­tern, nörg­lern und grant­lern – deut­sches busi­ness in zei­ten des web 2.0 setzt sich mir­ko inten­siv mit der auf­ge­kom­me­nen kri­tik am ePost-Brief aus­ein­an­der und fol­gert:

… im aktu­el­len bei­spiel: richard gut­jahr ist klug. natür­lich ist es schwie­rig, wenn man einen poten­zi­el­len kri­ti­ker vor den kopf stößt. aber jeder gesprächs­be­rei­te kri­ti­ker ist ein poten­zi­el­ler für­spre­cher. für unter­neh­men besteht ein wett­lauf mit der zeit: wel­che mei­nung wird sich zuerst ent­wi­ckeln? die popu­lis­ti­sche, die über häme und scha­den­freu­de arbei­tet, ger­ne auch über angst und empö­rung? oder die sach­li­che, die im all­ge­mei­nen gar nicht sexy ist. die gute nach­richt ist: es gibt vie­le gute män­ner und frau­en in deutsch­land. Wenn man mit ihnen spricht, und wann man bewei­sen kann, dass man auch wirk­lich zuhört (und das gehör­te auch umsetzt), dann kön­nen sich die men­schen auch für das neue begeis­tern. ansons­ten herrscht der reflex vor: nör­geln, gran­teln, mie­se­pe­tern.”

tja, und da kommt mei­ne head­line schließ­lich ins spiel. man wird inzwi­schen den gedan­ken nicht mehr los, daß jede woche min­des­tens eine sau durch die soci­al media kanä­le des soci­al webs getrie­ben wer­den muß, um die auf­merk­sam­keit der anwe­sen­den zu befrie­di­gen. das sach­li­che kommt in der tat öfter zu kurz. aber es ist ein spiel mit zwei sei­ten. denn: wer die auf­merk­sam­keit genießt, erhält re-tweets, kom­men­ta­re im eige­nen blog und wei­te­ren zuspruch im face­book und ande­ren pro­fi­len.

die ande­re sei­te ist jene, dass sich mit die­sem buzz, also dem hype um den ent­spre­chen­den bei­trag und die mel­dung sich etwas auf­schau­kelt, was bei­spiels­wei­se ein unter­neh­men, dass viel­leicht dar­in kri­ti­siert wird, kaum eine chan­ce hat, dar­auf ein­zu­wir­ken. oder doch?

ja, die deut­sche post könn­te sich der­zeit zum bei­spiel in die dis­kus­si­on um den ePost-Brief ein­schal­ten via soci­al web ein­schal­ten. lie­ber jetzt als mor­gen. aber auf den ers­ten blick scheint es so zu sein, das es kei­nen account auf twit­ter oder face­book gibt, der einem cor­po­ra­te account der deut­schen post ent­spricht. bis auf jenen von dhl, der mit sei­ner face­book page knapp 10.000 per­so­nen gefällt. aller­dings geht es dabei eher um pake­te und ihre zustel­lung, weni­ger um den ePost-Brief.

zum schluss: es wird immer popu­lä­rer, unter­neh­men bei ihren (ers­ten) schrit­ten im soci­al web zu kri­ti­sie­ren. es fehlt an nach­sicht. klar, manch­mal fällt es mir auch schwer, zu sehen, wie sich man­che unter­neh­men in den soci­al media bewe­gen, aber hat nicht jeder mal klein ange­fan­gen?

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Umair Haque, das Soci­al Web sind wir!

ges­tern las ich auf car­ta den inter­es­san­ten post-abdruck von umair haque (direk­tor und autor des havas media lab sowie grün­der der bubblegneeration.com) mit dem titel die soci­al-media-bla­se: nen­nen wir es bezie­hungs­in­fla­ti­on (im orig. the soci­al media bub­ble in der har­vard busi­ness review, 23.10.2010).

ich habe mich dazu ent­schlos­sen, die­sen nach­fol­gend kurz zu kom­men­tie­ren. ich wen­de mich per­sön­lich an umair. und um es vor­weg­zu­neh­men: ich tei­le sei­ne ansicht nicht. ich bin soci­al web enthu­si­ast!

~

hi umair,

war­um, so fra­ge ich dich (und schlie­ße mich ja dem einen oder ande­ren kom­men­tar in dei­nem post an) soll­te es im soci­al web anders sein als in der real world?

men­schen die sich damit brüs­ten, wie vie­le freun­de sie haben, wer­den igend­wann fest­stel­len, wie sehr sie auf die­se zäh­len kön­nen, wenn sie mei­nen, sie bräuch­ten sie.

viel­leicht steht hin­ter dei­ner hypo­the­se ledig­lich die beob­ach­tung, dass eben die quan­ti­tät heut­zu­ta­ge oft­mals ent­schei­dend sei und nicht die qua­li­tät. mag sein, dass dem so ist. es gibt genü­gend befür­wor­ter, die das gegen­teil behaup­ten.

und ehr­lich gesagt fin­de ich die hypo­the­se gar nicht so pro­d­urk­tiv wie man­che mei­nen. ich ver­su­che des­halb, dei­ne punk­te dazu mit per­sön­li­chen erfah­run­gen zu wider­le­gen!

#ver­trau­en: wenn ich sehe, was ich tue, und wie das soci­al web es auf­nimmt und mir dar­über etwas zurück­gibt, fin­de ich das wun­der­bar, weil es mich dar­in bestärkt, mei­ne lebens­ein­stel­lung bei­zu­be­hal­ten. was wenn nicht die­ses ver­trau­en soll­te men­schen dazu bewe­gen, mir zu hel­fen, mich zu kri­ti­sie­ren, mir ein feed­back zu geben? ich spre­che mit mei­nen fol­lo­wern und freun­den und stel­le immer wie­der fest, dass ich für die einen ein­fach inter­es­sant, infor­ma­tiv oder gehalt­voll bin und für ande­re eben eine ver­trau­ens­per­son. es sind nicht alle men­schen gleich. wäre ja auch lang­wei­lig. und es sind eben nicht nur die inter­es­sen, die sich immer wie­der über­schnei­den und man des­halb auf­grund des mehr­wer­tes für­ein­an­der zuein­an­der fin­det!

#ent­mach­tung: genau­so argu­men­tier­te neu­lich auf der repu­bli­ca 2010 evge­ny moro­zov. sicher­lich nut­zen tota­li­tä­re sys­te­me die offen­heit und trans­pa­renz des soci­al web wie auch die­je­ni­gen, die sol­che sys­te­me anpran­gern und bekämp­fen. lang­fris­tig bin ich aber der auf­fas­sung, wer­den die sys­te­me vom trans­pa­ren­ten infor­ma­ti­ons­fluss in die knie gezwun­gen, da sie schlicht zu einem poten­zier­ten infor­ma­ti­ons­aus­tausch fern­ab des fest­netz­te­le­fons füh­ren wer­den. das heißt, auch in län­dern wie nord­ko­rea wird das soci­al web zumin­dest das sys­tem auf­bre­chen und nach und nach die gegen­öf­fent­lich­keit aus­bil­den, von der so oft die spra­che ist. ob dies dann die unse­rer mei­nung nach rich­ti­gen infor­ma­tio­nen sind oder ob die­se miß­braucht wer­den um das heil der west­li­chen demo­kra­tie zu prei­sen, weiß ich nicht. aber men­schen sind von grund auf mit­tei­lungs­be­dürf­tig und wol­len kom­mu­ni­zie­ren (in allen for­men) und so wer­den sie sich nach einer gewis­sen zeit auch an das neue her­an­wa­gen. das sys­tem wider­um hat davor angst, denn es droht der kon­troll­ver­lust. aber lang­fris­tig wird es sich ver­än­dern auf­grund der exter­nen ein­flüs­se und des enga­ge­ments der men­schen.

#hass: sicher­lich. auch ich fra­ge mich manch­mal, auf wel­ches niveau sich men­schen bege­ben kön­nen, ohne dass sie sich dafür schä­men. aber ist das so erstaun­lich? und vor allem ist es so kenn­zeich­nend für den aktu­el­len zustand des soci­al web? neh­men par­al­lel kon­ver­sa­tio­nen ab? schaue ich in mei­ne twit­ter-time­li­ne oder in den face­book-stream sehe ich dies nicht. im gegen­teil. und da wer­de ich nicht allei­ne sein mit mei­ner beob­ach­tung. ich mei­ne: wo man nega­ti­ves sehen will, sieht man es. und kom­men wir zu den zei­tun­gen: man darf sich schon anhand vie­ler recht­schreib­feh­ler heut­zu­ta­ge die fra­ge stel­len, ob der gehalt von arti­keln in renom­mier­ten tages­zei­tun­gen nicht erheb­lich lei­det. und inhalt­lich könn­te man auch fra­gen, ob die ver­la­ge und ihre jour­na­lis­ten mit ihrer von jahr­zehn­te­al­ten ansprü­chen gekenn­zeich­ne­ten hal­tung noch das anre­gen­de lese­ver­gnü­gen berei­ten, das frü­he­re genera­tio­nen genos­sen. doch all das recht­fer­tig niveau­lo­sig­kei­ten nicht und macht sie nicht bes­ser. doch du weißt, daß wir men­schen unter­schied­lich sind. das zeigt sich ein­mal mehr bei den use­ren und lesern von online-zei­tun­gen oder auch in die­sem klei­nen blog. das soll­te vor der über­le­gung ste­hen, nega­tiv-kom­men­ta­re als fak­tor für ein sich nega­tiv ent­wi­ckeln­des soci­al web zu gebrau­chen. wie heißt es so schön: sharing is caring

#aus­gren­zung: ein durch­aus wich­ti­ger punkt. aber schaue ich mir an, was eini­ge men­schen tun, um hier in deutsch­land das soci­al web, wie es sich der­zeit dar­stellt oder bes­ser im fluss ist, etwa der poli­tik seit eini­ger zeit nahe­zu­brin­gen, scheint hier doch gera­de eine inte­gra­ti­on im begriff zu sein, wenn­gleich sie sich nach wie vor am anfang befin­det. ich per­sön­lich ver­su­che tag­täg­lich, men­schen von der fas­zi­na­ti­on und viel­falt des soci­al web zu begeis­tern, zumin­dest sie ihnen nahe­zu­brin­gen. und ich ken­ne vie­le ande­re, denen es eben­so geht.

#wert­schät­zung: ich erfah­re sie, wenn ich bei­spiels­wei­se einen post schrei­be oder jeman­dem eine infor­ma­ti­on zukom­men las­se, die für ihn wert­voll ist. oder wenn ich hel­fen kann. gera­de letz­te­res im hin­blick auf die gesell­schaft­li­che rele­vanz von sach­ver­hal­ten u.a. mit hil­fe des soci­al webs und sei­ner soci­al media kanä­le zu kom­mu­ni­zie­ren und damit einer brei­te­ren öffent­lich­keit zur ver­fü­gung zu stel­len, ist doch wun­der­bar und steht mei­nes erach­tens im mit­tel­punkt von soci­al media. auch dafür hät­te ich bei­spie­le. denn das führt zur wert­schät­zung durch die von dir als “dün­ne bezie­hun­gen” kri­ti­sier­ten ent­wick­lung zu immer mehr freun­den in der heu­ti­gen zeit.

somit ist mei­ne fol­ge­rung: im gegen­satz zu dei­ner nega­ti­ven her­an­ge­hens­wei­se führt die “freund­schaft­li­che bezie­hungs­in­fla­ti­on via soci­al web” in der heu­ti­gen zeit eben zu einer ver­stärk­ten wahr­neh­mung an der gesell­schaft­li­chen ent­wick­lung des ein­zel­nen, da sie ihm mög­lich­kei­ten bie­tet, die so vor 10 jah­ren undenk­bar waren. das beinhal­tet auch und gera­de eine bewuß­te Auf­merk­sam­keit.

aber: ich gehe bewußt ins soci­al web und dann fin­de ich was ich suche. und für die suche ste­hen mir appli­ka­tio­nen zur ver­fü­gung, die zumeist sogar kos­ten­los sind…

mensch‘, was willst du mehr vom soci­al web? soci­al web, was willst du mehr vom mensch‘?

p.s. umair, ich freue mich auf dei­ne ant­wort, wenn du dafür zeit fin­dest. mich wür­de es sehr freu­en.

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Soci­al Media singt

Abend­stund hat Gold im Mund. Nun, die Tage sind lang. Aber, wenn man mor­gens die Stra­ßen ent­lang schleicht, hört man ein Tril­ler und fie­pen. Fröh­lich geht es zur Sache hoch oben neben dem Fuß­weg. Die Son­ne zeigt sich mit einer Vehe­menz, dass man unwill­kür­lich beginnt, zu blin­zeln.

Die Vögel sind los, der Lenz ist. Und Vero­ni­ka. Sie hat sich auf­ge­macht und ist unter­wegs. Sie hat sich ein Pseud­onym zuge­legt und ist vie­ler­orts gleich­zei­tig und doch nicht zu grei­fen. Man spricht über sie und doch scheint es, als wäre sie nur der Stau der Bau­stel­le, der her­über weht und zum Nie­sen ein­lädt.

Wo ist sie? Sie ist hier. Ver­steckt sich hin­ter den Buch­sta­ben und betrach­tet genüss­lich den Schrei­ber­ling wie den Leser. Mit ihr ist es wie mit Soci­al Media, könn­te man manch­mal den Ein­druck haben: Sie sind da und dann doch wie­der nicht.

Sta­te of the Soci­al Media Art — 3 aus­ge­wähl­te Bei­trä­ge & 3mal Fazit:

Andre­as Wol­lin hat in sei­nem Bei­trag “Der Ver­such, die Figur (!) “Don Alp­hon­so” zu ver­ste­hen” die Debat­te um die Arti­kel von Don Alp­hon­so auf­ge­nom­men und ver­sucht sei­ne fik­tiv-künst­le­ri­sche Figur aus­zu­leuch­ten sowie die Dis­kus­si­on, die dar­um ent­brannt ist.

Fazit:  Man muss Don Alp­hon­so als Figur ver­ste­hen, die eben einen gewis­sen Ansatz ver­folgt, die nicht auf Gesprächs­be­reit­schaft grün­det und nicht zum Dis­ku­tie­ren ein­lädt, die nicht auf Gesprä­che setzt  ‑und dabei lei­der mit­un­ter Gren­zen über­schrei­tet, was nicht sein soll­te. Das ist so — oder um es mit Don Alp­hon­sos Wor­ten zu sagen: “Ende!”.

Zuvor hat­te Robert Basic in einem Bei­trag zur Debat­te die Fra­ge gestellt: “zit­tern jetzt alle Soci­al Media Bera­ter

Sind nun SM Bera­ter per se doof und haben nix auf dem Kas­ten? Übli­che Ant­wort: Das kommt dar­auf an, wer wie gut ist. Erwei­ter­te Ant­wort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Bera­ter ist. Für eines ist er meis­tens immer gut: Er ver­kürzt die Zeit, Unter­neh­men etwas Neu­es auf­zu­zei­gen, was Bares wert ist. Was die Unter­neh­men damit inhouse anstel­len, hängt von den Machern intern ab, wie lern­fä­hig und gut die­se sind. Dar­an ändert weder ein DonA noch ein SM Bera­ter nix. Also schon wie­der Kos­ten? Sor­ry, dass Betriebs­wirt­schaft so lang­wei­lig ist:)

Für eins war Don Alp­hon­sos Bei­trag für mich per­sön­lich gut: Er ist anre­gend, kna­ckig geschrie­ben und hat im bes­ten Sin­ne amü­siert.”

Dazwi­schen hat Klaus-Die­ter Knoll in sei­nem Bei­trag “reB­log Sozia­le Netz­wer­ke: Die Schelmex­per­ten des sozia­len Inter­nets — Hin­ter­grün­de — Feuil­le­ton — FAZ.NET” zur Debat­te Stel­lung genom­men.

Trotz alle­dem glau­be ich an das Gute, das die Ver­än­de­run­gen durch Soci­al Media mit sich brin­gen wer­den. Und das sind gestärk­te (Kunden-)Beziehungen. Es geht die gan­ze Zeit über­haupt nicht mehr pri­mär ums Geld, son­dern um Bezie­hun­gen; das bedeu­tet das *Soci­al* in Soci­al Media. Dass die­se Bezie­hun­gen zu sich selbst orga­ni­sie­ren­den, arbeits- und lebens­fä­hi­gen Netz­wer­ken füh­ren, was sich für deren Mit­glie­der letzt­lich auch aus­zah­len wird, steht für mich außer Fra­ge.

Ansons­ten: ein in Gän­ze lesens­wer­ter Bei­trag von Don Alp­hon­so, auch wenn er wie­der ein­mal in den Grund­te­nor der FAZ passt, dass das gan­ze Inter­net ein ein­zi­ger Mist ist. – Die Angst der FAZ vor die­ser neu­en Tech­no­lo­gie muss schon unheim­lich tief sit­zen; patho­lo­gisch – wür­den See­lenk­lemp­ner sagen ;)”

Und vor die­ser Debat­te fand sie noch auf einer ande­ren Ebe­ne statt, näm­lich der des Dia­logs, die Mir­ko Lan­ge mit sei­nem Bei­trag “Soci­al Media Myth Bus­ter: Es braucht kei­nen “Dia­log” für erfolg­rei­che Soci­al Media” ange­sto­ßen hat.

Um es kurz und knapp zu sagen: Man muss selbst kei­nen Dia­log füh­ren. Es reicht, über die rich­ti­gen The­men zu spre­chen.  Das erreicht man, indem man zuhört und die The­men ent­wi­ckelt, wel­che die Dia­log­grup­pen inter­es­sie­ren, idea­ler­wei­se bewe­gen. Die­se The­men kann man dann “über Soci­al Media” kom­mu­ni­zie­ren – und das meint vor allem Soci­al Media als Kanal [sic!]. Und wenn es rich­tig gut läuft, dann füh­ren die Men­schen den Dia­log dann ganz von allei­ne. Denn das ist das Schö­ne an Soci­al Media – über­all ist die tech­ni­sche Mög­lich­keit für Dia­log vor­han­den. Aber es steht nir­gends geschrie­ben, dass das Unter­neh­men selbst an der Debat­te teil­neh­men muss. Man kann es ger­ne tun. Und es ist auch höf­lich, wenn man direkt ange­spro­chen wird. Aber direk­ter Dia­log ist weder Pflicht, noch Vor­aus­set­zung für gute (Soci­al-Media-) Kom­mu­ni­ka­ti­on.” [Bit­te beach­ten, dass im Ori­gi­nal Post im Anschluss an die­sen Absatz Ergän­zun­gen ein­ge­fügt wur­den]

Tja und wo füh­ren uns die­se geball­ten Gedan­ken hin? Das wer­den wir sehen. Aber eines steht fest: Soci­al­Me­dia singt, weil

- die Men­schen sich nach und nach damit befas­sen, ob pri­vat oder beruf­lich

- die Men­schen dar­über dis­ku­tie­ren, debat­tie­ren und sich argu­men­ta­tiv im bes­ten Sin­ne strei­ten

- die Men­schen Ide­en haben, klei­ne Appli­ka­tio­nen zur wei­te­ren Ver­net­zung ent­wi­ckeln

- die Men­schen das Sozia­le ent­de­cken, das Soci­al Web anneh­men und sich aus­tau­schen

- die Men­schen Unter­neh­men leben, die­se vor­an­brin­gen und sich mit ihnen iden­ti­fi­zie­ren

- die Men­schen mit Mar­ken anders umge­hen, als noch vor eini­gen Jah­ren

- die Men­schen blog­gen und mit ihren Gedan­ken nach Lösun­gen suchen, Soci­al Media zu fas­sen

Ergo: Aus­tausch, Dia­log, Debat­tie­ren, Ver­net­zung, Unter­neh­men, Men­schen, Mar­ken, Gedan­ken

Jetzt habe ich Stich­wör­ter, mit denen ich Vero­ni­ka a.k.a Soci­al Media grei­fen kann. Und lau­sche dem Piep­matz, der mich oben in den Bäu­men die Stra­ße ent­lang beglei­tet und ein gar altes Lied­lein zwit­schert… Nur für mich? Nein, für alle.

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